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Gerne möchten wir zu dem Leserbrief Stellung nehmen. Wir haben nicht einleitend geschrieben, dass Theophyllin wenig bringt und riskant ist, sondern dass es aktuell eine Third-Line-Therapie darstellt (1). Die bisherigen Studien hatten in der Regel nicht das Ziel, Nebenwirkungen von Theophyllin als primären Outcome-Parameter zu beobachten. Eine Ausnahme stellt die Kohortenstudie von Cyr et al. dar mit 36 492 COPD-Patienten (2). Hier wurde jedoch keine kausale Methode zur Identifikation des Theophyllineffekts verwendet und es fand sich kein Hinweis auf schwere Nebenwirkungen. Darüber hinaus waren bisherige RCTs eher klein, wie bereits in der Diskussion aufgeführt, so dass beobachtete Effekte auch zufällig hätten auftreten können oder nur die Unterlegenheit von Theophyllin zu anderen Medikamenten aufgezeigt wurde ohne Hinweise auf definitive Schadpotenziale (3). Insofern halten wir unsere Routinedatenanalyse auch aus ethischer Sicht für einen wichtigen und ergänzenden Beitrag, weil wir erstmals die Effekte im Hinblick auf Exazerbationen und Hospitalisierungen dezidiert aufzeigen konnten. Darüber hinaus wird deutlich, dass es sich bei Theophyllin um ein immer noch weit verbreitetes Medikament handelt. Immerhin erhielten 5,6 % der von uns beobachteten Patienten Theophyllin. Da ein Matching oder Adjustieren lediglich auf beobachteten oder anderweitig zugänglichen Variablen durchgeführt werden kann, schreiben wir, dass die pharmakologische Wirksamkeit beziehungsweise die Nebenwirkungen letztendlich nur mit RCTs aufgezeigt werden können. Vielleicht gehen wir mit unserer Annahme, dass Ethikkommissionen derartige Studien nicht bewilligen würden, zu weit. Wir wären daher für Hinweise dankbar, wie eine solche Studie bewilligt und umgesetzt werden könnte. Abschließend sollte festgehalten werden, dass reproduzierbare Analysen von Routinedaten eine wertvolle Ergänzung zu RCTs darstellen.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0646b

Dr. med. Michael Mehring

Prof. Dr. med. Antonius Schneider

Johannes Fexer

Institut für Allgemeinmedizin, Technische Universität München

michael.mehring@tum.de

Ewan Donnachie

Dr. rer. nat. Manfred Keller

Dr. rer. nat. Frank Hofmann

Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München

Prof. Dr. oec. Publ. Stefan Wagenpfeil

Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik (IMBEI), Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

Interessenkonflikt

Prof. Schneider ist externer Sachverständiger für DMP COPD im GBA.
Er wurde für Schulungsvorträge honoriert für DMP Asthma/COPD von der KV Bayern.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Fexer J, Donnachie E, Schneider A, et al.: The effects of theophylline on hospital admissions and exacerbations in COPD patients: audit data from the bavarian disease management program. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 293–300 VOLLTEXT
2.
Cyr MC, Beauchesne MF, Lemiere C, Blais L: Effect of theophylline on the rate of moderate to severe exacerbations among patients with chronic obstructive pulmonary disease. British journal of clinical pharmacology 2008; 65: 40–50 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Rossi A, Kristufek P, Levine BE: Comparison of the efficacy, tolerability, and safety of formoterol dry powder and oral, slow-release theophylline in the treatment of COPD. Chest 2002, 121: 1058–69 CrossRef MEDLINE
1.Fexer J, Donnachie E, Schneider A, et al.: The effects of theophylline on hospital admissions and exacerbations in COPD patients: audit data from the bavarian disease management program. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 293–300 VOLLTEXT
2.Cyr MC, Beauchesne MF, Lemiere C, Blais L: Effect of theophylline on the rate of moderate to severe exacerbations among patients with chronic obstructive pulmonary disease. British journal of clinical pharmacology 2008; 65: 40–50 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Rossi A, Kristufek P, Levine BE: Comparison of the efficacy, tolerability, and safety of formoterol dry powder and oral, slow-release theophylline in the treatment of COPD. Chest 2002, 121: 1058–69 CrossRef MEDLINE

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