Supplement: PRAXiS

Virtuelle Arztkonsultation

Dtsch Arztebl 2014; 111(38): [21]

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  • Das Telemedizinportal unter www.arztkonsultation.de (Dr. Roßbach, Mausch & Dr. Dangers GmbH) bietet Ärzten die Möglichkeit, unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand mit ihren Bestandspatienten in Kontakt zu bleiben – auch außerhalb der Sprechzeiten oder parallel zum Praxisbetrieb. Die Vorteile: Eine kürzere Frequenz des Arzt-Patienten-Kontaktes kann sowohl die Adhärenz als auch die Therapiekontrolle verbessern. Im Vergleich mit einem Telefonat wird das Gespräch zwischen Arzt und Patient durch den Blickkontakt persönlich. Außerdem kann der Arzt einen Therapierfolg auch visuell beurteilen. Der Patient hingegen spart Zeit, weil er das Arztgespräch von zu Hause aus führen kann. Technische Voraussetzungen sind ein Computer oder Tablet-PC mit Internetanschluss, Webcam und Mikrofon.

Zu individuell vereinbarten Terminen oder allgemeinen Online-Sprechzeiten können Ärzte Rückfragen der Patienten beantworten oder Blutwerte und Dosisanpassungen einer bestehenden Medikation besprechen. Die Patienten befinden sich dabei in einem (virtuellen) Wartezimmer und werden durch ein Signal vom Arzt aufgerufen. Die Ärzte können zwischen den Online-Terminen Patienten in der Praxis behandeln oder Termine am Wochenende und nach den offiziellen Sprechzeiten wahrnehmen.

Nach Angaben des Anbieters werden mit der Plattform alle Anforderungen an den Datenschutz erfüllt. Zudem werden keine Befunde hochgeladen oder Daten gespeichert. Ärzte können sich lediglich im Anschluss an ein Gespräch einen Nachweis über die Konsultation (Datum, Uhrzeit, Gesprächsdauer) herunterladen. Registrierte Ärzte können den Teleservice ausgewählten Patienten anbieten. Jeder Patient erhält einen eigenen Zugangscode, der nur für den ausgebenden Arzt gilt. Für die Nutzung des Portals zahlen Ärzte eine monatliche Pauschale von 59 Euro.

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Ob sie die Kosten für ihre ärztliche Beratungsleistung privat oder über die Krankenkassen abrechnen, entscheiden die Ärzte selbst. Möglich ist derzeit die Abrechnung der Telekonsultation unter der Gebührenordnungsposition (GOP) 01435 „Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale“ (Einheitlicher Bewertungsmaßstab, Kapitel 1.4). Diese GOP kann während der üblichen Sprechstunde berechnet werden. Sie erfordert die Kontaktaufnahme durch den Patienten und kann im Behandlungsfall nur einmal abgerechnet werden. Außerdem kann die GOP 01102 im Rahmen einer Sprechstunde an Samstagen zwischen 7.00 und 14.00 Uhr berechnet werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Inanspruchnahme durch den Patienten geplant oder unvorhergesehen erfolgt. Diese GOP ist grundsätzlich auch neben einem persönlichen Arzt-Patietnen-Kontakt innerhalb eines Quartals berechnungsfähig. KBr

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