ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 3/2014Neurostimulation bei Clusterkopfschmerz

Supplement: PRAXiS

Neurostimulation bei Clusterkopfschmerz

Dtsch Arztebl 2014; 111(38): [30]

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  • Ein Neurostimulationssystem für die akute Behandlung von Clusterkopfschmerz hat das kalifornische Startup-Unternehmen Autonomic Technologies, Inc. (ATI) vorgestellt. Die medikamentöse Behandlung dieser Erkrankung erweist sich bei manchen Patienten als wenig wirksam oder als mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Die SPG-Stimulationstherapie bietet eine Alternative hierzu an. Mit einem minimalinvasiven Eingriff wird dabei durch einen kleinen Schnitt im Zahnfleisch ein Neurostimulator eingeführt. Er wirkt auf das Ganglion sphenopalatinum (SPG) im autonomen Nervensystem ein, das hinter der Nase angesiedelt ist und dessen zentrale Rolle bei starken Kopfschmerzen belegt ist. Seit mehr als 100 Jahren beschäftigt sich die Medizin mit klinischen Methoden, die für die Linderung bei Clusterkopfschmerzen am SPG ansetzen. Bei vielen dieser Verfahren konnte der gewünschte Effekt erzielt werden, der jedoch häufig mit einer Schädigung des SPG einher ging und meist nur für kurze Zeit anhielt.
Der Neurostimulator wird dem Patienten über einen kleinen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und vom Arzt programmiert. Der Patient steuert die Therapie selbst per Fernbedienung. Foto: ATI
Der Neurostimulator wird dem Patienten über einen kleinen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und vom Arzt programmiert. Der Patient steuert die Therapie selbst per Fernbedienung. Foto: ATI

Das ATI-Neurostimulationssystem besteht aus einem Neurostimulator und einer Fernbedienung. Es soll eine schnelle und dauerhafte Linderung ermöglichen, ohne das SPG zu schädigen. Der weniger als mandelgroße Neurostimulator wird dem Patienten über einen kleinen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und vom Arzt programmiert. Das minimalinvasive Verfahren hinterlässt keine sichtbaren Narben. Der Patient steuert seine Therapie selbst: Sobald eine Clusterattacke auftritt, hält er die Fernbedienung an die Wange, die das Implantat stimuliert und die Attacke abebben lässt. Akuter Schmerz kann auf diese Weise schnell gelindert werden. Die Häufigkeit der Kopfschmerzen kann über die Zeit abnehmen, damit verbunden ist oft eine dauerhafte reduzierte Medikation.

Die Wirksamkeit des neuartigen Stimulationsverfahrens wurde nach Angaben des Unternehmens erstmalig 2012 in einer multizentrischen randomisierten Studie nachgewiesen. Das System ist für den europäischen Markt zugelassen. Informationen: www.ati-spg.de EB

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