ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2014Aufnahme auf die Warteliste zur Organtransplantation: Vorläufiger Vergleich am Landgericht Gießen

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Aufnahme auf die Warteliste zur Organtransplantation: Vorläufiger Vergleich am Landgericht Gießen

Dtsch Arztebl 2014; 111(38): A-1543 / B-1331 / C-1263

Siegmund-Schultze, Nicola

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Am Landgericht Gießen ist es zwischen den Eltern eines fast zweijährigen herzkranken Jungen und dem Universitätsklinikum Gießen/Marburg (UKGM) zu einem vorläufigen Vergleich gekommen: Bis zum 10. Oktober muss ein anderes Zentrum gefunden werden, das bereit ist, das Kind auf die Warteliste für ein Herz setzen zu lassen und ihm bei passendem Angebot ein Organ zu implantieren. Findet sich keine Lösung, entscheidet das Landgericht über das weitere Vorgehen.

Das UKGM hatte eine Listung abgelehnt, nachdem der Junge kurz vor der Verlegung aus einem Istanbuler Krankenhaus einen Herzstillstand erlitten und sich ein schwerer hypoxisch-ischämischer Hirnschaden entwickelt hatte. Die Klinik beruft sich auf das Transplantationsgesetz und Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer: Erfolgsaussicht und Dringlichkeit sollen abgewogen werden; schwerwiegende Erkrankungen anderer Organe können Kontraindikationen zur Aufnahme auf die Warteliste sein.

Eltern und Anwälte sehen dagegen eine Benachteiligung wegen der Behinderung und wollten mit einer einstweiligen Verfügung erreichen, dass das Kind auf die Warteliste für ein Spenderorgan kommt. Auch andere deutsche Zentren hatten dies abgelehnt, die Bundes­ärzte­kammer die Richtlinienkonformität der Ablehnung bestätigt. „Der vor Gericht geschlossene Zwischenvergleich hat den Weg frei gemacht dafür, dass andere Transplantationsmediziner Muhammet untersuchen und zu einer positiven Meinung kommen können“, sagte der Rechtsanwalt der Eltern, Dr. jur. Oliver Tolmein, dem Deutschen Ärzteblatt. nsi

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