ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2014Bertelsmann-Studie: Krankenhausversorgung regional unterschiedlich

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Bertelsmann-Studie: Krankenhausversorgung regional unterschiedlich

Dtsch Arztebl 2014; 111(38): A-1543 / B-1331 / C-1263

Gerst, Thomas

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Es gibt in Deutschland große regionale Unterschiede bei der medizinischen Versorgung im Krankenhaus. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung; sie bestätigt die Ergebnisse einer ersten Studie von 2011. In allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten wurde die Häufigkeit folgender Operationen untersucht: Kaiserschnitte, Entfernung von Gaumenmandel, Blinddarm, Gebärmutter, Prostata, Gallenblase, Bypass-Operationen, Defibrillator-Implantationen, Kniegelenk-Erstimplantationen.

Operation ja oder nein? Mancherorts weicht die Zahl der Mandel-OPs um 30 Prozent vom Durchschnitt ab. Foto: dpa
Operation ja oder nein? Mancherorts weicht die Zahl der Mandel-OPs um 30 Prozent vom Durchschnitt ab. Foto: dpa

Bei den Mandelentfernungen weichen danach 137 der 402 Gemeinden um mehr als 30 Prozent vom Bundesdurchschnitt ab. Das lege die Vermutung nahe, dass betroffene Kinder in jedem dritten Kreis entweder über- oder unterversorgt werden, folgern die Autoren. Große regionale Unterschiede gebe es auch bei der Entfernung des Blinddarms, der Prostata oder beim Einsetzen eines Defibrillators am Herzen. Rein medizinisch seien derart hohe Abweichungen ebenso wenig zu erklären wie durch Alters- oder Geschlechtsstrukturen. Beim Einsatz von künstlichen Kniegelenken, Kaiserschnitten oder Gebärmutterentfernungen unterscheide sich die Operationshäufigkeit zwischen den Regionen um das Zwei- bis Dreifache. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, forderte, bei aller ärztlichen Entscheidungsfreiheit im Einzelfall müsse die Einhaltung von Leitlinien strenger kontrolliert werden. TG

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