ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2014Medizinstudium: Frustrierend
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. . . „In welche Fachrichtung möchten Sie gehen? Allgemeinmedizin? Super. Und dann noch auf dem Land?! Das finde ich persönlich ja sehr lobenswert.“

Diesen Satz habe ich jetzt schon sehr oft gehört, vor allem bei der Bewerbung um eine Assistenzarztstelle in der Chirurgie.

Ich denke, Chirurgie gehört zur Allgemeinmedizin schon dazu – vor allem Wundmanagement . . . ebenso das „akute Abdomen“. In der Klinik wäre eine Chirurgie-Zeit möglich, aber dazu würde auch wieder eine OP-Zeit dazugehören. Das braucht man, meiner Meinung nach, nicht für Allgemeinmedizin (genug Einblicke hat man ja auch im PJ erhalten). Also Bewerbung in einer ambulanten chirurgischen Praxis:

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Und da geht es los. Alle, aber wirklich alle chirurgischen Praxen nehmen keinen Assistenzarzt für Allgemeinmedizin. Warum nicht? Natürlich die Bezahlung. Zwar werden Fördergelder gestellt, aber der niedergelassene Arzt müsste ja zusätzlich bezahlen. Und wofür einen Assistenzarzt für ein halbes Jahr bezahlen, wenn dieser sowieso wieder geht? Und dann hat der niedergelassene Chirurg natürlich nichts davon. Was bleibt? Eigentlich nur Frust bei demjenigen, der sich bemüht, zusätzlich zur Allgemeinmedizin und Inneren Medizin das Spektrum etwas zu erweitern . . . Abschließend noch ein Satz von einem jungen Kollegen der Chirurgie: „Wie, für den Allgemeinmediziner gibt es tatsächlich eine Facharztweiterbildung? Das kann doch eigentlich jeder . . .“

Aber trotzdem, ich werde Allgemeinmediziner. Warum? Weil mir die Menschen wichtig sind!

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