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Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2014; 111(39): A-1662

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Alte Betäubungsmittelrezepte ab 1. Januar 2015 nicht mehr gültig – Seit März 2013 gibt die Bundesopiumstelle neue Betäubungsmittelrezeptformulare (BtM-Rezepte) mit deutlich sichtbarer, fortlaufender neunstelliger Rezeptnummer heraus. Ab 1. 1. 2015 dürfen ausschließlich diese Rezepte zur Verschreibung von Betäubungsmitteln verwendet werden (www.bfarm.de/btm-Rezeptvordruck).

Die vor März 2013 herausgegebenen BtM-Rezepte dürfen nur noch bis zum 31. 12. 2014 ausgestellt und bis zum 7. 1. 2015 durch die Apotheke beliefert werden. Die alten BtM-Rezepte sollen nicht an die Bundesopiumstelle zurückgeschickt werden, sondern müssen vom Arzt mit den Durchschriften der ausgestellten BtM-Rezepte drei Jahre aufbewahrt werden.

HIV-Therapie mit Triumeq® ViiV Healthcare hat die Zulassung für Triumeq® (Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin) zur Behandlung von HIV bei Erwachsenen und Jugendlichen über zwölf Jahren, die mindestens 40 kg wiegen, erhalten. Vor Beginn der Behandlung mit Abacavir-haltigen Arzneimitteln sollte unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit jeder HIV-infizierte Patient auf das Vorhandensein des HLA-B*5701-Allels hin untersucht werden. Bei Vorhandensein dieses Allels sollte Abacavir nicht angewendet werden. Triumeq® wird einmal täglich als eine Tablette eingenommen.

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Zusätzliches Informationsmaterial zur Therapie mit Lariam®Roche Pharma AG erinnert in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an die Verwendung des zusätzlichen Informationsmaterials zu Lariam®, da der Wirkstoff Mefloquin potenziell schwerwiegende neuropsychiatrische Störungen induzieren kann. Aus diesem Grund darf Mefloquin nicht zur Malaria-Chemoprophylaxe oder „Stand-by“-Notfallbehandlung bei Patienten mit aktiven oder anamnestischen psychiatrischen Störungen angewendet werden. Im Arztgespräch ist der Patient darüber zu informieren, dass bei Anzeichen neuropsychiatrischer Reaktionen während einer Chemoprophylaxe Mefloquin umgehend abgesetzt und durch ein alternatives Arzneimittel zur Malariaprophylaxe ersetzt werden soll. Nebenwirkungen können auch noch nach Absetzen des Arzneimittels auftreten und mehrere Monate andauern.

Unter www.lariam.de können ein Leitfaden, eine Checkliste für Ärzte sowie der Patientenpass heruntergeladen werden (alternativ: telefonische Bestellung unter 07624 14-2018). Für medizinische Fragen bietet Roche einen Telefonservice an: 07624 14-2015 von Mo. bis Fr. von 8–18 Uhr.

Grippe-Impfstoffe Saison 2014/15:

Tetravalente Vakzine – Glaxo-smithkline bietet mit Influsplit Tetra® einen tetravalenten Grippe-Imfstoff an, der die vier von der WHO empfohlenen Stämme A/California/7/2009 (H1N1), A/Texas/50/2012 (H3N2), B/Massachusetts/2/2012 aus der Yamagata-Linie und als zusätzlichen, zweiten B-Stamm, B/Brisbane/60/2008, der die Victoria-Linie repräsentiert.

Trivalente Vakzine – Auch der herkömmliche, trivalente Grippe-Impfstoff von Glaxosmithkline (Influsplit SSW® 2014/2015) ist verfügbar.

Nasaler Impfspray FluenzTM Tetra – In dieser Saison ist erstmals das nasale Impfspray FluenzTM Tetra von AstraZeneca verfügbar. Der attenuierte Lebendimpfstoff ist indiziert für Kinder und Jugendliche von zwei bis einschließlich 17 Jahren.

Biosimilares Insulin glargin – Die Europäische Kommission hat für LY2963016 die Marktzulassung erteilt. Das Insulin-glargin-Produkt von Lilly und Boehringer Ingelheim ist das erste Insulin-Biosimilar, das in Europa zugelassen wurde. Indiziert ist es zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zwei Jahren mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

LY2963016 Insulin glargin ist ein Basalinsulin, das die gleiche Aminosäuresequenz wie Lantus® (Insulin glargin) aufweist und für eine anhaltende Blutzuckerkontrolle zwischen den Mahlzeiten und während der Nacht eingesetzt werden kann. Das Präparat wird sowohl im Fertigperlo als auch in Patronen für wiederbefüllbare Pens angeboten werden.

Ecalta® erhält Zulassungserweiterung – Ecalta® (Anidulafungin, Pfizer) ist nun auch für die Behandlung der invasiven Candidiasis von Erwachsenen mit einer Neutropenie indiziert. Diese Erweiterung ist nach Herstellerangabe von großem Nutzen für die Patienten, da Ecalta das einzige zugelassene Echinocandin ist, das keine bekannten Arzneimittelwechselwirkungen hat und bei dem keine Dosisanpassungen hinsichtlich des Alters, des Gewichts oder einer Beeinträchtigung der Nieren- beziehungsweise Leberfunktion vorgenommen werden müssen.

Prolia® und Xgeva®: Risiko für Kieferosteonekrosen und Hypokalzämien minimieren – Denosumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der die Knochenresorption vermindert. Er ist als Injektionslösung in zwei Wirkstärken zugelassen: Prolia® 60 mg (Fertigspritze) und Xgeva® 120 mg (Durchstechflasche). Der Hersteller Amgen informiert über Maßnahmen, um das Risiko für unerwünschte Wirkungen zu minimieren.

  • Kieferosteonekrosen: Bei Patienten, die Prolia erhalten sollen und Risikofaktoren für Kieferosteonekrosen aufweisen, sowie bei allen Patienten, die Xgeva erhalten sollen, wird eine zahnärztliche Untersuchung mit angemessener präventiver Zahnbehandlung vor Therapiebeginn empfohlen. Während der Behandlung soll der Patient eine gute Mundhygiene einhalten, zahnärztliche Routineuntersuchungen durchführen lassen und unverzüglich über alle Symptome im Mundraum wie bewegliche Zähne, Schmerzen oder Schwellungen berichten.
  • Hypokalzämie: Vor Beginn der Therapie muss eine bestehende Hypokalzämie mit Kalzium und Vitamin D korrigiert werden. Der Kalziumspiegel ist regelmäßig zu kontrollieren. EB

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