ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2014Unnötige Operationen: Falsche politische Grundentscheidungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mittlerweile wird landauf, landab darüber geklagt, dass sich Krankenhäuser so verhalten, wie es aufgrund politischer Entscheidungen gewollt ist (oder wurde?). Seit 1992 dürfen Krankenhäuser Gewinne machen, das später eingeführte DRG-System bildet medizinische Leistungen für die Abrechnung ab. Es war also politisch gewollt, dass Krankenhäuser sich wie Wirtschaftsunternehmen verhalten, und mittlerweile sind circa ein Drittel aller Krankenhäuser gewinnorientierte Unternehmen, deren erklärtes Ziel es ist, für das eingesetzte Kapital eine möglichst hohe Rendite zu erzielen . . . Auch die kommunalen und kirchlichen Krankenhäuser verhalten sich unter wirtschaftlichem Druck zunehmend so, wie es die wirtschaftlich erfolgreichen privaten Krankenhäuser vormachen: möglichst viele medizinische Leistungen zu möglichst geringen Kosten „verkaufen“. Dafür muss man leitenden Angestellten (Chefärzten) Prämien für viele verkaufte Leistungen und geringe Kosten zahlen . . . Wenn wir Ärzte nicht Verkäufer medizinischer Leistungen sein wollen, dann müssen wir uns dagegen wenden, dass mit dem Verkauf medizinischer Leistungen Gewinne erwirtschaftet werden sollen, und von den Politikern fordern, dass die Krankenhäuser als Teil der Daseinsvorsorge nur von kommunalen und frei gemeinnützigen Trägern betrieben werden dürfen. Korrekturen am Vergütungssystem mit Sonderzuschlägen für bestimmte Krankenhäuser zum Beispiel in dünn besiedelten Regionen würden am Gewinn orientierte Unternehmen zur Erhöhung der Rendite nutzen.

Reiner Klick, 44869 Bochum

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema