ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2014Sterbehilfe: Immer zuerst an den Hausarzt wenden
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. . . Was sollen denn die Schwerstkranken tun, denen die beste palliative Therapie nicht mehr nützt und die nur noch den einen Wunsch haben zu sterben. Sollen sie die erhoffte ärztliche Hilfe im Ausland suchen? Sollen sie sich an anonyme Sterbehilfe-Organisationen wenden? Sollen sie sich auf oft brutale Art selbst umbringen? Diese sind keine akzeptablen Alternativen. Der richtige Ansprechpartner für den Patienten ist der Hausarzt, den er vielleicht schon viele Jahre kennt. Dieser kann Bedenkzeit erbitten, depressive Phasen ausschließen, vor allem die Schmerztherapie verbessern und nur als Ultima Ratio die Sterbehilfe anbieten. Allerdings darf der Arzt keine juristischen Konsequenzen befürchten müssen. Dazu ist es notwendig, dass berufsrechtlich der assistierte Suizid gestattet wird und dass strafrechtlich auch die aktive Sterbehilfe legalisiert wird, zumal diese von der passiven Sterbehilfe oft schwer zu differenzieren ist und häufig unter dem Deckmantel der indirekten Sterbehilfe vorgenommen wird.

Wenn der verzweifelte Patient weiß, dass er sich vertrauensvoll an seinen Hausarzt wenden kann und dieser im schlimmsten Fall Sterbehilfe leisten darf, kann und wird, dann wird er beruhigt sein, und nicht selten nimmt er diese Hilfe gar nicht in Anspruch . . .

Prof. Dr. med. Claus Werning, 50226 Frechen

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