ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2014Neurologie: Ungewöhnlicher Ansatz

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Neurologie: Ungewöhnlicher Ansatz

Dtsch Arztebl 2014; 111(40): A-1706 / B-1468 / C-1400

Konitzer, Martin

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Das Vielautorenbuch behandelt Gedächtnisstörungen als Querschnittssymptom auf vielfältiger pathologischer Grundlage. Kernstück ist der Abschnitt III, „Störungsbilder“, mit der Darstellung von 17 Krankheitsentitäten hinsichtlich ihrer gedächtnisstörenden Folgen. Unabhängig von ihrer epidemiologischen Häufigkeitsverteilung und differenzialdiagnostischen Bedeutung stehen daher Alzheimerkrankheit, Depression und Psychosen kapitelweise nebeneinander und beanspruchen die jeweils gleiche Seitenzahl wie Gedächtnisstörungen bei multipler Sklerose oder nach Strahlen- und Chemotherapie bei Malignomen.

Man hat es also nicht mit einer klinischen to-do-orientierten Anleitung, sondern einer grundsätzlicheren Herangehensweise zu tun. Dies wird in den jeweils 50-seitigen Grundlagen- und Diagnostikabschnitten deutlich: „Das Zeitfenster einer Störung des expliziten Gedächtnisses und die Art der zugrunde liegenden Schädigung des ZNS bilden die Achsen einer grundlegenden Taxonomie von Gedächtnisstörungen.“

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Diagnostisch betonen die Autoren die Anfälligkeit von Tests für „unbewusste Verdeutlichungstendenz, intentionale Aggravation oder gar Simulation“. Therapeutisch sprechen die Autoren vom „palliativen“ Charakter bisheriger Pharmakotherapie der Demenz und empfehlen Bewegung und Sport. Insgesamt somit ein ungewöhnlicher und interdisziplinärer Ansatz, der für viele Ärzte von Interesse sein dürfte. Martin Konitzer

Thorsten Bartsch, Peter Falkai (Hrsg.): Gedächtnisstörungen. Springer, Berlin 2013, 381 Seiten, gebunden, 79,99 Euro

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