ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2014Tötungs- und Gewaltdelikte junger Menschen

MEDIZIN: Originalarbeit

Tötungs- und Gewaltdelikte junger Menschen

Ergebnisse einer Verlaufsstudie zur Legalbewährung über nahezu 13 Jahre

Violent crime perpetrated by young people—results of a 13-year longitudinal study of offenders on probation

Dtsch Arztebl Int 2014; 111(41): 685-91; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0685

Remschmidt, Helmut; Martin, Matthias; Niebergall, Gerhard; Heinzel-Gutenbrunner, Monika

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Hintergrund: Ziel der Studie war, die legale Entwicklung von jungen Menschen zu verfolgen, die wegen eines vollendeten oder versuchten Tötungsdeliktes jugendpsychiatrisch und psychologisch begutachtet und rechtskräftig verurteilt worden waren. Anhand der Auszüge aus dem Bundeszentralregister war dies über einen Zeitraum von durchschnittlich 12,8 Jahren nach der Verurteilung möglich.

Methoden: Es handelte sich um 114 (103 männliche und 11 weibliche) Täter (Alter zum Tatzeitpunkt 17,6 ± 1,9 Jahre), die in einem Zeitraum von nahezu 31 Jahren begutachtet worden waren und die insgesamt 70 Menschen getötet hatten. 30 Probanden (26,3 %) hatten ihre Gewalttat als Gruppendelikt begangen. Zur Verlaufsbeurteilung standen die Daten aus der Begutachtung, die Gerichtsurteile und die Auszüge aus dem Bundeszentralregister sowie der Erziehungskartei zur Verfügung.

Ergebnisse: 92 (80,7 %) der Täter waren deutsche Staatsangehörige, 12 (10,5 %) mit Migrationshintergrund, 22 (19,3 %) waren Ausländer. In 96 Fällen (84,2 %) wurde zum Zeitpunkt der Begutachtung eine psychiatrische Diagnose gestellt. Nur bei 18 Probanden (15,8 %) war dies nicht der Fall. 20 Probanden (17,5 %) wurden in ein psychiatrisches Krankenhaus oder in eine Entziehungsklinik eingewiesen. 44 der Probanden (38,6 %) entwickelten sich zu chronischen Straftätern, die auch nach der Indextat weitere Delikte verübten. Als Untergruppe der chronischen Straftäter konnten 13 (11,4 % der Gesamtstichprobe) als Mehrfachintensivtäter identifiziert werden, die in jeder Hinsicht am auffälligsten waren. Insgesamt 70 (61,4 %) waren nach der Indextat im Beobachtungszeitraum nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Ergebnisse des Legalprognosetests sagten den weiteren Verlauf zwar statistisch signifikant, jedoch für eine weitgehend sichere Prognoseeinschätzung unzureichend voraus.

Diskussion: Auffällig ist die hohe Rate an psychischen Störungen (84,2 %), was mit den Ergebnissen vergleichbarer Studien übereinstimmt. Dies sollte Anlass sein, der psychiatrisch-psychologischen Diagnostik und Therapie einen höheren Stellenwert einzuräumen. Die in der Literatur mehrfach berichtete Einschränkung kognitiver Funktionen bei dieser Klientel konnten wir nicht bestätigen. Die Intelligenz entsprach einer Normalverteilung.

LNSLNS

Nach den Daten der polizeilichen Kriminalstatistik, die eine Verdächtigtenstatistik ist, hat die Zahl der Tötungsdelikte junger Menschen (14- bis 20-Jähriger) in den letzten beiden Jahrzehnten nicht zugenommen und auch Körperverletzungsdelikte unterliegen einem leichten Abwärtstrend (1). Dieser Trend zeigt sich auch in der Verurteiltenstatistik (2).

Was die Entstehungsbedingungen betrifft (Grafik 1), ist davon auszugehen, dass drei Faktorenbündel an der Verursachung beziehungsweise Auslösung von Gewalthandlungen beteiligt sind (3):

Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
Grafik 1
Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
  • (neuro)biologische Risikofaktoren (zum Beispiel männliches Geschlecht, Auffälligkeiten der vegetativen Reagibilität)
  • psychologische und soziale Risikofaktoren (zum Beispiel Intelligenzminderung, Schulversagen, ungünstige Familienverhältnisse, neuropsychologische Defizite)
  • situative Einflüsse (zum Beispiel Alkohol- und Drogenkonsum, Waffenbesitz, Gruppendynamik).

Für alle drei Faktorenbündel ist ihr Einfluss auf die Verursachung und Auslösung gewalttätigen Verhaltens in zahlreichen Studien belegt, ohne dass ihr Beitrag, nicht zuletzt wegen zahlreicher Wechselwirkungen, quantitativ festlegbar ist (ausführliche Darstellung bei [3] und im eSupplement inklusive eGrafik, eKasten).

ROC-Kurve
ROC-Kurve
eGrafik 1
ROC-Kurve
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
eKasten
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit
eGrafik 2
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit

Manifestation gewalttätigen Verhaltens

Die Grafik 1 verdeutlicht, dass der Weg zu einer Gewalthandlung einerseits über Dissozialität und Straftaten ohne Gewaltkomponente verlaufen kann, andererseits ist aber auch ein direkter Weg zur Gewalthandlung ohne diese Zwischenstufe möglich. Ein Beispiel für letzteres sind die Affekttaten, die sich in aller Regel als Kulminationspunkt vorangegangener Auseinandersetzungen ereignen und nicht selten ein Todesopfer zur Folge haben, ohne dass der Täter vor oder nach dieser Tat durch weitere Straftaten in Erscheinung getreten ist (Fall 70: Tötung des Vaters im Rahmen eines Affektdeliktes in Kasten 1).

Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern
Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern
Kasten 1
Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern

Jugendliche und Heranwachsende, die in Deutschland wegen eines vollendeten oder versuchten Tötungsdeliktes angeklagt werden, durchlaufen in aller Regel eine jugendpsychiatrische und/oder psychologische Begutachtung. Es besteht allerdings ein Mangel an Daten zum Langzeitverlauf dieser Tätergruppe.

Fragestellung

Ziel der vorliegenden Studie war, die legale Entwicklung von jungen Menschen zu verfolgen, die wegen eines vollendeten oder versuchten Tötungsdeliktes jugendpsychiatrisch und psychologisch begutachtet und rechtskräftig verurteilt worden waren.

Methodik

Untersuchungsdesign und Stichprobe

Das Untersuchungsdesign der Studie geht aus Grafik 2 hervor. Ausgangpunkt war jeweils die Indextat, die den Anlass für die Begutachtung darstellte. Das schriftlich angefertigte Gutachten wurde jeweils in der Gerichtsverhandlung erläutert beziehungsweise ergänzt und trug in aller Regel maßgeblich zur Urteilsfindung bei. Nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe oder nach Einweisung der schuldunfähigen beziehungsweise eingeschränkt schuldfähigen Täter in ein psychiatrisches Krankenhaus gemäß § 63 StGB oder in eine Entziehungsklinik gemäß § 64 StGB, konnte die weitere legale Entwicklung der Probanden anhand der Auszüge aus dem Bundeszentralregister über einen Zeitraum von durchschnittlich 154 Monaten (rund 12,8 Jahren) verfolgt werden. Dies erlaubte, nach Maßgabe der Deliktbelastung vor und nach der Indextat, die Bildung der in Grafik 2 gekennzeichneten Deliktbelastungsgruppen. Diese konnten allerdings erst retrospektiv, nach Kenntnis der Auszüge aus dem Bundeszentralregister, gebildet werden.

Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie
Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie
Grafik 2
Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie

Grafik 2 zeigt, dass in der Stichprobe zwischen der Indextat und der Begutachtung im Mittel 8 ± 7,3 Monate ins Land zogen und dass die Zeitdauer von der Begutachtung bis zur Verhandlung ebenfalls im Mittel über ein halbes Jahr dauerte (6,1 ± 7,5 Monate).

Die vorliegende Studie erstreckt sich auf alle Gutachten-Probanden, die wegen Tötungs- und/oder schwerwiegenden Gewaltdelikten im Zeitraum von 1976 bis 2007 der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg von den Gerichten zur Begutachtung zugewiesen wurden. Es handelte sich insgesamt um 114 Probanden, 103 männliche und 11 weibliche im Alter von 17,6 ± 1,9 Jahre, Range: 14–21 Jahre. Unter den jüngsten Tätern waren neun 14-Jährige. Alle Probandinnen und Probanden wurden von zwei erfahrenen Kinder- und Jugendpsychiatern (H.R. und M.M.) untersucht. Die in die Gutachten jeweils integrierten psychologischen Untersuchungen wurden von einem erfahrenen klinischen Psychologen und Psychotherapeuten (G.N.) durchgeführt.

Die psychiatrischen Diagnosen wurden nach dem Multiaxialen Klassifikationsschema (MAS) (Remschmidt et al., 2012 [4] beziehungsweise Vorläuferversionen) unter Anwendung der ICD-10-Forschungskriterien (5) erstellt. Da die ICD-10 erst 1991 publiziert wurde, mussten die vor diesem Zeitpunkt nach ICD-9 gestellten Diagnosen nach ICD-10 umkodiert werden. Wie Tabelle 1 zeigt, stand unter den vollendeten Tötungsdelikten Mord mit 36,8 % an erster Stelle, gefolgt von Totschlag in 11,4 % der Fälle.

Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)
Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)
Tabelle 1
Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)

Aus dem Kasten 2 gehen die angewandten Untersuchungsmethoden und die statistischen Testverfahren hervor.

Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren
Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren
Kasten 2
Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren

Ergebnisse

Gesamtstichprobe

Tabelle 2 gibt eine Übersicht über die soziodemografischen Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen. Tabelle 3 zeigt eine Übersicht über die psychiatrischen Diagnosen für die gesamte Stichprobe. Bemerkenswert ist, dass nur in 18 Fällen (15,8 %) die Kriterien für eine psychiatrische Diagnose nach ICD-10 nicht erfüllt wurden.

Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Tabelle 2
Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)
Tabelle 3
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)

Tat- und täterbezogene Teilstichproben

Aufgrund der Auszüge aus dem Bundeszentralregister beziehungsweise der Erziehungskartei war es möglich, Deliktbelastungsgruppen retrospektiv zu bilden und deren legale Entwicklung prospektiv zu verfolgen (vergleiche Grafik 2). Auch nur einmal registrierte Täter (Gr. A, n = 34) haben schwerwiegende Straftaten begangen. In 21 Fällen (62 %) kam es zur Tötung des Opfers, meist durch Mord. Unter den Tätern in dieser Gruppe, die einen Mord begangen hatten, befanden sich auch zwei 14-Jährige. Trotz derartig schwerer Gewalttaten erwiesen sich die einmal registrierten Täter (Gruppe A) im Marburger-Symptom-Rating als weniger auffällig als jene, die mehrfach registriert worden waren (Gruppen B und C). Dies bezog sich in der Tendenz auf die Symptome dissoziales Verhalten, Aggressivität, mangelnde Leistungshaltung und hyperaktive Symptome.

Die passageren Gewalttäter (Desisters, Gruppe B) unterschieden sich im Marburger-Symptom-Rating nicht von den chronischen Gewalttätern (Persisters, Gruppe C), mit Ausnahme der Angstsymptomatik, die bei letzteren signifikant niedriger eingeschätzt wurde. Im Hinblick auf die Intelligenz ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den drei Gruppen.

Tabelle 4 zeigt den Ergebnisvergleich der 3 Delinquenzbelastungsgruppen im Marburger-Symptom-Rating. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die Einschätzungen im Marburger-Symptom-Rating im Rahmen der Gutachtenerstellung, also im Durchschnitt 12,8 Jahre vor der Bildung der Delinquenz-Belastungsgruppen, erfolgte. Als besondere Gruppe unter den chronischen Straftätern wurde die Gruppe der Mehrfachintensivtäter (n = 13) gebildet, die – unabhängig vom Zeitpunkt – mehr als 30 Straftaten und/oder mehr als 10 Einträge im Bundeszentralregister aufwiesen. Diese Definition stützt sich auf ähnliche Vorgehensweisen in der Literatur, eine allgemein akzeptierte Definition dieses Personenkreises existiert bislang nicht (9).

Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen
Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen
Tabelle 4
Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen

Die Gruppe der Mehrfachintensivtäter war in verschiedenster Hinsicht die auffälligste Gruppe aller Gewalttäter: 9 von 13 Personen hatten ein Tötungsdelikt begangen, davon 6 einen Mord. Sie unterschieden sich im Summenscore des Marburger-Symptom-Ratings (Anova) signifikant von einmal registrierten Tätern (Gruppe A, t-Test, p < 0,03) und im Summenscore des Legalprognosetests (LDJ) von einmal registrierten Gewalttätern (Gruppe A, t-Test, p < 0,001); im Vergleich zu passageren Tätern (Desisters, Gruppe B, t-Test, p = 0,06) ergab sich ein Trend. Der Unterschied bestand stets im Sinne einer höheren Auffälligkeit der Mehrfachintersivtäter. Zwei Fallbeispiele sind im Kasten 1 wiedergegeben (Fall 28: Tötungsdelikt eines Jugendlichen an einem Homosexuellen; Fall 114: Gemeinschaftlicher Mord an einer Rentnerin).

Von den weiteren täterbezogenen Subgruppen werden hier nur die Gruppentäter (n = 30) erwähnt, bei denen es aufgrund gruppendynamischer Prozesse zu einer höheren Todesrate kam als bei Einzeltätern. Gruppendynamische Prozesse sind in der hier betrachteten Altersgruppe von hoher kriminogener Bedeutung.

Ein prototypischer Fall hierfür ereignete sich im Jahre 2002, als drei US-amerikanische Schüler (15, 17 und 18 Jahre alt) in der Dunkelheit von einer Autobahnbrücke Steine auf heranfahrende Kraftfahrzeuge warfen, wobei zwei Frauen zu Tode kamen. Die drei psychisch unauffälligen, intelligenten und voll schuldfähigen Täter hatten im Rahmen sich steigernder gruppendynamischer Prozesse mit „Mutprobencharakter“ die Gefährlichkeit ihrer Handlungen weitgehend ausgeblendet und waren am Ende, ebenso wie ihre Eltern und die gesamte Öffentlichkeit (der Fall fand in der Presse ein breites Echo) erschüttert über ihr Tun. Sie wurden wegen Mordes in zwei Fällen zu Jugendstrafen von 7 Jahren, 8 Jahren und 8 ½ Jahren verurteilt und nach Verbüßen von zwei Dritteln der Haftzeit in den USA entlassen. Es ist nicht bekannt, ob sie weitere Straftaten begangen haben.

20 (17,5 %) der Gesamtstichprobe der Gewalttäter wurden aufgrund ihrer Störung in ein psychiatrisches Krankenhaus oder in eine Entziehungsklinik (n = 3,5 %) eingewiesen. 37 Täter und Täterinnen (32,5 %) begingen ihre Gewalttat unter erheblichem Alkohol- und/oder Drogeneinfluss. In 22 Fällen (19,3 %) war das Opfer ein Familienmitglied, wobei es in 14 dieser Fälle zur Tötung kam, darunter in einem Fall zur Tötung beider Eltern und der Schwester des Täters, in einem weiteren Fall zur Tötung beider Eltern durch Auftragsmörder.

Die mittlere Anzahl der Straftaten betrug 10,5 ± 12,6, das Maximum lag bei 72, die mittlere Anzahl der Registrierungen im Bundeszentralregister belief sich auf 4,3 ± 4,2 Einträge, das Maximum lag bei 22 Einträgen.

Die Intelligenz in der Gesamtstichprobe (IQ-Mittelwert: 101 ± 17) entsprach einer Normalverteilung und erstreckte sich über ein Spektrum von Intelligenzquotienten zwischen 50 bis 143; 5 Gewalttäter (4,4 %) wiesen einen IQ zwischen 50 und 69 auf, 6 (5,3 %) einen IQ von über 130.

Ergebnisse zu Verlauf und Prognose

Wie bereits dargelegt und aus Grafik 2 ersichtlich, wurden 44 (38,6 %) Probanden als chronische Straftäter nach der Indextat im Beobachtungszeitraum von 12,8 Jahren mit weiteren Straftaten rückfällig. Die Hälfte von ihnen beging erneut Gewalttaten, die andere Hälfte eine Vielzahl anderer Straftaten, unter denen Eigentumsdelikte, Verkehrsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz eine führende Rolle spielten. Die Rückfallrate bezogen auf Gewaltdelikte betrug folglich 19,3 %. Mit einem Tötungsdelikt wurde keiner der chronischen Straftäter rückfällig.

Zur Abschätzung der zeitlichen Dimension der Rückfälligkeit wurde zum Zeitpunkt der Begutachtung der Legalprognosetest für dissoziale Jugendliche (LDJ) von Hartmann und Eberhard (8) vergewendet, der 11 Items umfasst. Dieser 1972 publizierte Test wurde aus Gründen der Einheitlichkeit der Untersuchungsinstrumente eingesetzt, da die vorliegende Studie Begutachtungen über einen Zeitraum von 31 Jahren umfasst und neuere Prognoseinstrumente erst in den 1990er Jahren zur Verfügung standen. Anhand von ROC-Analysen konnte gezeigt werden, dass der LDJ einen Beitrag – wenn auch nur einen schwachen – zur Prognose der Rückfälligkeit mit Gewalttaten leistet. Einzelheiten finden sich im eSupplement.

Diskussion

Was die soziodemografischen Daten betrifft, zeigen diese ein für jugendliche und heranwachsende Straftäter typisches Bild. Allerdings war keineswegs eine starke Überrepräsentation der unteren sozialen Schichten festzustellen. Nicht bestätigt werden konnte der in der Literatur mehrfach beschriebene Zusammenhang zwischen leichter Intelligenzminderung und Delinquenz (10, 11), der sogar für die unregistrierte Delinquenz (Dunkelfeld) nachgewiesen wurde (12). Die Verteilung der Intelligenzquotienten in der eigenen Stichprobe entsprach einer Normalverteilung.

Kontinuität delinquenten Verhaltens war bei den 44 (38,6 %) chronischen Straftätern zu konstatieren, von denen die Hälfte durch Gewalttaten, die andere Hälfte durch Nicht-Gewalttaten weiterhin in Erscheinung trat. Diese Ergebnisse entsprechen nahezu exakt den Ergebnissen an einer ähnlichen Stichprobe von Günter et al. (13, 14), die nach einem längeren Katamneseintervall Rückfallraten von 38 % für alle Straftaten und von 20 % für Gewalttaten ermittelten. Die übrigen 70 Probandinnen und Probanden verübten laut Auskunft aus dem Bundeszentralregister im Behandlungszeitraum keine weiteren Delikte.

In der Kinderdelinquenzstudie, in der eine repräsentative Stichprobe (n = 210) strafunmündiger Kinder über einen Zeitraum von rund 30 Jahren verfolgt werden konnte, betrug die Anzahl der chronischen Straftäter 68 (32,4 %), die Anzahl der Gewalttäter, bezogen auf die Gesamtstichprobe 33 (15,7 %), bezogen auf die Gruppe der chronischen Straftäter 24 (35,3 %) (15, 16).

Der hohe Anteil an psychiatrischen Diagnosen bei unseren Probanden stimmt mit vergleichbaren Studien überein, die für die Inhaftierten in Jugendstrafanstalten in 90 % der Fälle zu einer psychiatrischen Diagnose kamen (17, 18).

Limitationen

Auch wenn die Probandengruppe der vorliegenden Studie nicht als repräsentativ angesehen werden kann (eine derartige Stichprobe existiert allerdings nirgends) wird man bei einer Stichprobe dieser Größenordnung davon ausgehen können, dass die häufigsten Tatkonstellationen der Altersgruppe, um die es hier geht, enthalten sind. Daraus kann man eine gewisse Verallgemeinbarkeit der Ergebnisse ableiten. Kritisch angemerkt werden kann, dass in dem langen Zeitraum (auf den sich die Untersuchung bezieht) auch manche Testverfahren (zum Beispiel Intelligenztests) weiterentwickelt worden sind. Auch im Hinblick auf die psychiatrische Diagnostik hat sich insofern eine Veränderung ergeben, als der Übergang der ICD-9 zur ICD-10 im Jahr 1991 erfolgte. Daraus resultierte die notwendige Umkodierung der ICD-9- in die ICD-10-Diagnosen. Hinzu kommt, dass Registerdaten naturgemäß keine Auskunft über unentdeckte Straftaten geben können. Diese Limitationen mussten in Kauf genommen werden. Die Autoren sind allerdings der Meinung, dass die grundlegenden Aussagen der Studie dadurch nicht gelitten haben. Den methodenkritischen Gesichtspunkten stehen allerdings eine Reihe von Vorteilen gegenüber: persönliche Kenntnis aller Probanden und meist auch deren Eltern oder Bezugspersonen und Anwendung einer über den gesamten Zeitraum nicht veränderten Untersuchungsmethodik.

Danksagung
Die Autoren danken der Leitung des Bundesamtes für Justiz für die Erlaubnis, die Daten aus dem Bundeszentralregister und der Erziehungskartei in ihre Auswertungen einzubeziehen.

Interessenkonflikt

Prof. Remschmidt erhielt Honorare für Gerichtsgutachten zu Probanden der Studie.

PD Dr. Martin wurde honoriert für forensische Gutachtertätigkeit für Gerichte.

Dr. Niebergall bekam Honorare für forensische Gutachten für Gerichte.

Dr. Heinzel-Gutenbrunner erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 28. 8. 2012, revidierte Fassung angenommen: 24. 7. 2014

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dr. phil. Helmut Remschmidt
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychosomatik und Psychotherapie
der Philipps-Universität, Schützenstraße 49, 35039 Marburg
remschm@med.uni-marburg.de

Zitierweise
Remschmidt H, Martin M, Niebergall G, Heinzel-Gutenbrunner M:
Violent crime perpetrated by young people—results of a 13-year longitudinal study of offenders on probation Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 685–91.
DOI: 10.3238/arztebl.2014.0685

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
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eSupplement, eGrafiken, eKästen:
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The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
Grafik 1
Verschiedene Wege zur Manifestation gewalttätigen Verhaltens
Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie
Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie
Grafik 2
Design der Marburger Tötungsund Gewaltdelinquenz-Studie
Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern
Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern
Kasten 1
Drei Beispiele für die Straftaten: Ein Affektdelikt und zwei Delikte von Mehrfachintensivtätern
Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren
Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren
Kasten 2
Angewandte Untersuchungsmethoden und statistische Verfahren
Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)
Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)
Tabelle 1
Straftaten der 114 Täter (n = 103) und Täterinnen (n = 11)
Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Tabelle 2
Soziodemografische Daten der 114 Straftäter und Straftäterinnen
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)
Tabelle 3
Psychiatrische ICD-10-Diagnosen der 114 Straftäter (n = 103) und Straftäterinnen (n = 11)
Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen
Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen
Tabelle 4
Vergleich psychischer Auffälligkeiten (im Marburger-Symptom-Rating) der drei Delinquenzbelastungsgruppen
ROC-Kurve
ROC-Kurve
eGrafik 1
ROC-Kurve
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit
eGrafik 2
Zeitlicher Verlauf der Rückfälligkeit
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
eKasten
Einflussfaktoren auf die Genese von Gewalthandlungen
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