ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2014Frage der Woche an . . . Dr. med. Andrea Jacobi, Psychiatry Registrar, Sydney

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. med. Andrea Jacobi, Psychiatry Registrar, Sydney

Warum sind Sie aus Deutschland weggegangen?

Dtsch Arztebl 2014; 111(41): [4]

Schmedt, Michael

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Andrea Jacobi ist vor vier Jahren nach Australien gegangen und arbeitet dort heute als Assistenzärztin für Psychiatrie (Psychiatry Registrar).

Warum sind Sie aus Deutschland weggegangen?

Anzeige

Jacobi: Vorwiegend aus Abenteuerlust. Im Gegensatz zu meinen Kollegen, vorwiegend aus internistischen und chirurgischen Fächern, fand ich die Arbeitsbedingungen in der Psychiatrie in Deutschland eigentlich gut. Mir hat meine Arbeit Spaß gemacht, und mein Mann und ich fühlten uns auch privat in Deutschland wohl, nur hat uns irgendwann dann doch das Fernweh gepackt. Gerade Sydney mit der Nähe zum Meer, den Stränden und den kulturellen Einflüssen hatte es uns angetan. Dass es dann mit dem Jobangebot gerade in Sydney geklappt hat, hat uns sehr gefreut. Ich kam zu einer Zeit nach Australien, als es noch sehr wenige Ärzte gab, vor allem in der Psychiatrie.

Vor der Auswanderung musste ich einen Sprachtest und den ersten Teil des australischen Examens für „overseas doctors“ absolvieren. Mit dem Jobangebot habe ich ein Visum mit Arbeitsrechten für vier Jahre erhalten. Die Weiterbildung der Ärzte wird über „Colleges“ geregelt. Die Colleges sind weitgehend frei in dem, was sie tun. Erst in die letzten Monaten hat sich eine übergeordnete Organisation gebildet, die versucht, einen Einblick in die Colleges zu gewinnen. Die Aufnahmekriterien variieren je nach Begehrtheit des Faches. Generell ist die Weiterbildung sehr teuer und anspruchsvoll.

Die Krankenhäuser sind teilweise sehr gut ausgestattet. Ein weiterer Vorteil ist die großzügige Bezahlung. Überstunden werden mit circa dem doppelten Satz bezahlt, Schichtarbeit wird bezuschusst und man erhält Freizeitausgleich. Dazu gibt es noch Incentives wie Steuervergünstigungen, Aufenthaltsräume für Ärzte, klinikeigene Fitnessstudios und Übernachtungsräume. Man erhält zwar nur 20 Tage Urlaub pro Jahr; da man aber jede Woche zwei Stunden mehr arbeitet, als man muss, hat man Anspruch auf einen zusätzlichen freien Tag pro Monat. mis

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.