ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2014Gesundheitsversorgung: Wie weit soll die weltoffene Hilfe gehen?
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Geradezu alltäglich haben wir mit den Folgen der Kostendämpfung und Priorisierung im Gesundheitswesen zu tun. Während meiner täglichen Arbeit als Hausarzt im strukturschwachen Nordosten Deutschlands werde ich täglich mit der Situation konfrontiert, dass mir vor allem von Altersarmut betroffene Rentner die Frage stellen, wie man ihnen die aus Zuzahlung zu Rezepten resultierende finanzielle Belastung ersparen kann. Hierbei handelt es sich bekanntlich meist um relativ geringe Beträge. Umso unverständlicher und ungerecht gegenüber der einheimischen Bevölkerung erscheint mir daher der Plan der Delegierten des Ärztetages, den Leistungsumfang der GKV auf Per-sonenkreise auszuweiten, die überhaupt nicht in unser GKV-System eingezahlt haben. Die aktuell vorhandene Situation zur Versorgung von Flüchtlingen erscheint zwar umständlich, ist aber meiner Ansicht nach nicht wirklich defizitär. Unser Gesundheitssystem – die Allgemeinheit – zahlt bereits heute sinnvollerweise bei akuten und chronischen Erkrankungen unserer Gäste. Wie weit soll die weltoffene Hilfe gehen – bis zur Zahnvollprothese auf Staatskosten? Fest steht: Derartige
Beschlüsse, sofern umgesetzt, werden Zwietracht in der Bevölkerung säen.

Martin S.

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