ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2014Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur intravitrealen Medikamenteneingabe gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zum 1. Oktober 2014

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur intravitrealen Medikamenteneingabe gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zum 1. Oktober 2014

Dtsch Arztebl 2014; 111(41): A-1765 / B-1517 / C-1449

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Die Partner des Bundesmantelvertrages haben sich im Zusammenhang mit der Aufnahme der neuen Gebührenordnungspositionen zur intravitrealen Medikamenteneingabe in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zum 1. Oktober 2014 auf eine „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur intravitrealen Medikamenteneingabe (QS-Vereinbarung IVM)“ geeinigt. Für insgesamt sechs Indikationen regelt die neue QS-Vereinbarung IVM die Anforderungen an die fachliche Befähigung, die räumliche und apparativ-technische Ausstattung, die hygienischen Anforderungen und die Dokumentation als Voraussetzung für die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung (Leistungen nach den Nummern 31371, 31372, 31373, 36371, 36372 und 36373 des EBM.

Die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe ist gemäß § 3 der QS-Vereinbarung IVM nachzuweisen durch die Berechtigung zum Führen der Gebietsbezeichnung „Augenheilkunde“, die selbständige Auswertung unter Anleitung von mindestens 250 Fluoreszenzangiographien am Augenhintergrund, die selbständige Durchführung von 100 intraokularen Eingriffen (ohne Lasertherapie) und durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs von mindestens vier Stunden Dauer zur intravitrealen Medikamenteneingabe.

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Neben allgemeinen und spezifischen Vorgaben zu fachgerechten Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren (§ 4 Abs. 2 und 3), zur Vorhaltung insb. eines Operationsmikroskops (§ 4 Abs. 4), ist in § 4 Abs. 1 festgelegt, dass die intravitreale Medikamenteneingabe in einem Operationsraum erfolgen muss, der den Anforderungen der QS-Vereinbarung ambulantes Operieren nach § 135 Abs. 2 SGB V entspricht. In § 5 sind Vorgaben zur ärztlichen Dokumentation festgelegt. Die Kassenärztliche Vereinigung fordert jährlich von mindestens zehn Prozent der Ärzte, die Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe erbringen und abrechnen, die Dokumentation zur Indikationsstellung von zehn abgerechneten Fällen an. Werden dabei die Anforderungen an eine sachgerechte Indikationsstellung bei mehr als zwei Dokumentationen nicht erfüllt (§ 6 Abs. 3), muss der Arzt innerhalb von sechs Monaten an einer erneuten Überprüfung der ärztlichen Dokumentation teilnehmen (§ 6 Abs. 5). Die Dokumentationsprüfungen sind zunächst bis zum 30. Juni 2017 befristet. In Abhängigkeit von den Prüfergebnissen vereinbaren KBV und GKV-Spitzenverband, ob und gegebenenfalls wie die Prüfungen weitergeführt werden.

Die Übergangsregelungen betreffen neben der möglichen Anrechnung beim Nachweis der in § 3 Nr. 2 Satz 1 geforderten 250 Fluoreszenzangiographien (§ 10 Abs. 1 und 2) insbesondere einen möglichst reibungslosen Übergang von den derzeit bestehenden Regionalverträgen zur intravitrealen Medikamenteneingabe in diese neue kollektivvertragliche Regelung gemäß EBM. So dürfen Augenärzte, die vor dem 1. Oktober 2014 Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe zu Lasten der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung in einem Operationsraum erbracht haben, bis zur Entscheidung über ihren Antrag, längstens jedoch bis zum 31. März 2015, die entsprechenden EBM-Leistungen abrechnen, wenn sie bis zum 31. Dezember 2014 eine Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragen. Die fachlichen Anforderungen nach § 3 und die räumlichen, apparativ-technischen und hygienischen Anforderungen nach § 4 der QS-Vereinbarung sind aber bis zum 31. Dezember 2014 gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen.

Eine Mitteilung der Partner des Bundesmantelvertrages gemäß § 135 Abs. 2 Satz 8 SGB V findet sich in Kürze auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter www.kbv.de.

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