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Der Operationszeitpunkt ist sicher vom Zustand der Weichteile abhängig. Dieser ist immer in den ersten 6 Stunden nach dem Trauma am besten. Bei uns werden B-Frakturen wenn möglich sofort definitiv versorgt. Stark dislozierte und vor allem Luxationsfrakturen werden nicht nur sofort reponiert, sondern notfallmäßig zu jeder Tages- und Nachtzeit versorgt, Je früher, desto besser das Ergebnis auch bei B-Frakturen. Schlecht reponierte und retinierte Frakturen schwellen kaum adäquat ab. Bei schlechten Weichteilverhältnissen legen wir bis zum Abschwellen einen Fixateur externe an. Die Ergebnisse sind aber immer eher bescheiden.

„Eine perioperative Antibiose ist der Standard“ heißt es in dem Artikel. Die Autoren beziehen sich dabei auf die AWMF-Leitlinie Nr. 029–022. Dies ist aber eine S1-Leitlinie von Januar 2012, nicht 10. Mai 2014, wie im Literaturverzeichnis angegeben. Die perioprative Antibiotikaprophylaxe (PAP) ist lediglich eine „Kann-“ und keine „Sollempfehlung“. Eine unkritische PAP fördert genauso Resistenzentwicklungen wie jede andere unkritische Anwendung von Antibiotika.

Wir legen die Drittelrohrplatte immer dorsolateral an. Die nicht vorgebogene Platte wirkt, wenn sie sukzessive von kranial nach kaudal mit den Schrauben besetzt wird, durch das konkave Profil der Fibula in diesem Bereich, wie eine Blattfeder, die die Fraktur unter Kompression setzt und retiniert. Die Osteosynthese ist stabiler als mit der Neutralisationsplatte.

Wir legen auch nach der operativen Versorgung einen sogenannten „Walker“ (VACO-ped) an. Dies ermöglicht zumindest bei den den Typ-B-Frakturen (bei den Typ-A-Frakturen sowieso) eine frühzeitige Belastung. Wir lassen die Patienten nach einer Woche im VACO-Ped voll belasten. Zur Krankengymnastik und zur Hautpflege wird der Stiefel abgenommen. Die Kosten dafür werden durch die Senkung des Thromboserisikos, der Atrophieprophylaxe und der Mobilisierbarkeit gerade der älteren Menschen mehr als wettgemacht. Uneinigkeit herrscht bei uns nur bei der Belastung der Typ-C-Frakturen im Stiefel.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0721a

Rainer Wolf

Grünstadt

rainer.wolf@krankenhausgruenstadt.de

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Goost H, Wimmer MD, Barg A, Kabir K, Valderrabano V, Burger C: Fractures of the ankle joint—investigation and treatment options VOLLTEXT
1.Goost H, Wimmer MD, Barg A, Kabir K, Valderrabano V, Burger C: Fractures of the ankle joint—investigation and treatment options VOLLTEXT

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