ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2014Belastungsempfehlungen widersprüchlich
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Ob alle Patienten, bei denen ein konservatives Verfahren gewählt wird, unter Vollbelastung im Walker mobilisiert werden sollen, ist zu mindestens zu diskutieren. Dies sollte von der Art der Fraktur, der Knochenqualität und der Fähigkeit des Patienten zur Umsetzung der Nachbehandlung abhängig gemacht werden.

Hier kann eine Teilbelastung oder sogar Entlastung für einige Wochen erwogen werden. Unabhängig davon soll laut S3-Leitlinie der „Prophylaxe der venösen Thromboembolie Stand 6/2010“ (1) bis zur Abnahme des immobilisierenden Verbandes (= Unterschenkelwalker) eine medikamentöse Thromboseprophylaxe mit einem niedermolekularen Heparin durchgeführt werden.

Ein medikamentöse Thromboseprophylaxe nur bei verzögerter Vollbelastung aufgrund von Schmerzen oder aufgrund des Frakturmusters entspricht nicht der Leitlinie. Zur Belastung widersprechen sich die Autoren hier innerhalb eines Absatzes. Zunächst wird die schmerzadaptierte Vollbelastung empfohlen. Im folgenden Satz wird diese Empfehlung aber wieder eingeschränkt. Hier sollte noch eine Klarstellung erfolgen.

Im letzten Absatz der „Nachbehandlung und Rehabilitation“ empfehlen die Autoren die Fortsetzung der Thromboseprophylaxe bis zum Erreichen der Vollbelastung und Vollmobilisation. Im Frageteil (Frage Nr. 6) wird hier noch eine Spezifizierung auf eine gewichtsadaptierte Gabe eines niedermolekularen Heparins empfohlen.

Auch dies widerspricht der zuvor zitierten Leitlinie: Auf S. 65 der Leitlinie wird die Thromboseprophylaxe bis zur Entfernung des fixierenden Verbandes („Walker“), beziehungsweise bis zum Erreichen einer Teilbelastung von 20 kg und einer Beweglichkeit von 20° im oberen Sprunggelenk empfohlen. Gegebenenfalls ist die Gabe bei „dispositionellen Risikofaktoren“ zu verlängern. Auch richtet sich die Dosierung mehr nach dem operativen Thromboserisiko beziehungsweise der postoperativen Ruhigstellung und weniger nach dem Körpergewicht des Patienten.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0721b

Dr. med. Bernd Kottenhahn

Klinikum Landsberg am Lech
Landsberg

bernd.kottenhahn@klinikum-landsberg.de

1.
AWMF S3-Leitlinie zur Prophylaxe der venösen
Thromboembolie (VTE) Stand 6/2010 www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/003–001l_S3_Thromboembolie-Prophylaxe_ 2010_01.pdf . Last accessed on 21 August 2014.
2.
Goost H, Wimmer MD, Barg A, Kabir K, Valderrabano V, Burger C: Fractures of the ankle joint—investigation and treatment options VOLLTEXT
1.AWMF S3-Leitlinie zur Prophylaxe der venösen
Thromboembolie (VTE) Stand 6/2010 www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/003–001l_S3_Thromboembolie-Prophylaxe_ 2010_01.pdf . Last accessed on 21 August 2014.
2.Goost H, Wimmer MD, Barg A, Kabir K, Valderrabano V, Burger C: Fractures of the ankle joint—investigation and treatment options VOLLTEXT

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