ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2014Psychiatrie: Nützliche Gesprächstechniken

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Psychiatrie: Nützliche Gesprächstechniken

Dtsch Arztebl 2014; 111(42): A-1814 / B-1556 / C-1488

Ochs, Benjamin; Bschor, Tom

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Es handelt sich bei dem Buch um die deutsche Übersetzung der dritten Auflage des englischsprachigen Werkes „The Psychiatric Interview – A Practical Guide“ von Daniel J. Carlat.

Das Buch unterteilt sich in 34 Kurzkapitel, die ihrerseits zu vier größeren Abschnitten mit verschiedenen Themenkomplexen zusammengefasst sind: „Allgemeine Regeln für das effektive Gespräch mit Patienten“, „Psychiatrische Anamneseerhebung“, „Störungsorientierte diagnostische Gesprächsführung“ und „Therapeutische Gesprächsführung“. Zusätzlich gibt es einen Anhang mit Kopiervorlagen für Aufnahmebögen, Patienteninformationen und Übersichten zu Krankheitsklassifikationen.

Zu Beginn eines jeden Kapitels findet sich eine Textbox mit den wichtigsten Botschaften, passenden Screeningfragen und (oft recht holprigen) Eselsbrücken. Dann folgen jeweils kompakte Erläuterungen zu wichtigen Gesprächsthemen in der Psychiatrie und wie man sich diesen am besten nähert. Für den Berufsalltag besonders nützlich sind Fragetechniken für schambesetzte Themen (Sexualität, Suizidalität) und Tipps für den Umgang mit speziellen Personengruppen (weitschweifige Patienten, Jugendliche, Angehörige).

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Das Buch und somit auch die Eselsbrücken beziehen sich vollständig auf die in Deutschland wenig verwendeten Diagnosekriterien nach DSM, dem Klassifikationssystem der American Psychiatric Association, was für einen mit ICD-10-Kriterien arbeitenden Leser recht ungewohnt ist. Auch wurden einige Begriffe nicht entsprechend der deutschen Terminologie übersetzt: So spricht Kapitel 21 statt vom „psychopathologischen Befund“ vom „geistigen Zustand“, und der in Deutschland semantisch anders besetzte Begriff „Illusion“ fungiert gar als Bezeichnung für inhaltliche Denkstörungen (englisch: delusion) statt für eine Wahrnehmungsstörung.

Alles in allem kann man mit Einschränkungen dieses Buch vor allem Berufsanfängern in der Psychiatrie und Studenten empfehlen, die nützliche Gesprächstechniken für den Umgang mit psychiatrischen Patienten suchen. Wer sich dabei nicht von der US-amerikanischen Note abschrecken lässt, findet in diesem Werk einen hilfreichen Begleiter für die klinische Tätigkeit. Benjamin Ochs, Tom Bschor

Daniel J. Carlat: Das psychiatrische Gespräch. Huber, Bern 2013, 428 Seiten, gebunden, 29,95 Euro

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