ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2014Antibiotika: Verordnungen sind rückläufig

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Antibiotika: Verordnungen sind rückläufig

Dtsch Arztebl 2014; 111(42): A-1773 / B-1525 / C-1457

Hillienhof, Arne

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Niedergelassene Ärzte in Deutschland verordnen Antibiotika zurückhaltender als noch vor Jahren. Allerdings gibt es Unterschiede bei den Verordnungen für bestimmte Altersgruppen. Das belegen Daten des Versorgungsatlas, den das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Berlin herausgibt. Analysiert wurden Verordnungsdaten der Jahre 2008 bis 2012.

Antibiotikatherapie: Ärzte müssen leitliniengerechter verordnen, fordern Wissenschaftler. Foto: dpa
Antibiotikatherapie: Ärzte müssen leitliniengerechter verordnen, fordern Wissenschaftler. Foto: dpa

Als vorbildlich gelten danach die Kinderärzte. Sie verordnen Antibiotika in geringeren Dosierungen und seltener. Zudem sank im Beobachtungszeitraum der Anteil der Kinder, die antibiotisch behandelt wurden, auf unter 40 Prozent. Keinen Rückgang der Verordnungen gab es in der Altersgruppe der 15– bis 69-Jährigen. Hier müsse leitliniengerechter behandelt werden, fordern die Autoren. Bei den über 70-Jährigen sanken die Antibiotikaverordnungen. Das könne allerdings daran liegen, dass diese Patienten bei Infektionen verstärkt in Kliniken eingewiesen und dort antibiotisch behandelt würden, so die Autoren. Kritisch sehen sie die steigenden Verordnungszahlen von Cephalosporinen. Die Wirkstoffklasse gelte aufgrund ihres breiteren Wirkungsspektrums als Reservegruppe, die schweren Infektionen vorbehalten sein sollte, sagte der Leiter des Versorgungsatlas, Dr. med. Jörg Bätzing-Feigenbaum. Gewarnt wird dort auch vor dem Einsatz von Fluorchinolonen bei Älteren. Diese Wirkstoffe würden den über 70-Jährigen am häufigsten verordnet. Dabei seien sie Hauptverursacher von Infektionen mit Clostridium difficile. Hier müssten die Ärzte besser fortgebildet werden. hil

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