ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2014Börsebius: Fallendes Messer

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Börsebius: Fallendes Messer

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Es gibt die alte Börsenregel, man solle bloß nicht in ein fallendes Messer greifen. Gemeint ist damit, dass bei nachgebenden Kursen höchste Vorsicht angebracht ist. Viele Anleger greifen in einer Baissephase zu schnell zu, weil sie glauben, das jetzige erreichte Kursniveau sei grade mal eben gut für einen Einstieg und dann ginge schon das Geldverdienen los.

Wie sehr und wie schrecklich so eine Idee schiefgehen kann, zeigt der aktuelle Verlauf des Deutschen Aktienindex DAX. Es ist gerade mal ein paar Monate her, da knackte das Kursbarometer die Marke von 10 000 Punkten und die Auguren überschlugen sich mit weiteren optimistischen Prognosen.

Von wegen Gipfelsturm. Seither geht es nur noch bergab. Begleitet von den Stichworten Ukraine-Krise, Ebola, Konjunkturängste und wieder aufflammende Euroängste nahm der DAX nach unten Fahrt auf, und jeder, der glaubte, bei 9 500 Punkten sei Zeit für einen Wiedereinstieg gekommen, griff ebenso in das berühmte fallende Messer, wie all die Börsianer, die bei einem DAX von 9 000 und darunter ähnlich dachten.

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Nun sind wir mittlerweile bei rund 8 500 Indexpunkten angelangt. Und plötzlich ist auch die Angst bei den Investoren vor weiteren Kursverlusten so groß, dass die Frage nach dem Wendepunkt ziemlich plausibel erscheint. Immer mehr Experten glauben derzeit an weitere Kursrückgänge, was im Grunde schon immer ein guter Kontraindikator war.

Mit anderen Worten will ich damit sagen, dass die unweigerlich auf uns zukommende Konjunkturabschwächung in den Kursen bereits mehr oder weniger eingepreist oder wie Experten sagen „eskomptiert“ ist. Vorsichtige Käufe sind also durchaus erwägenswert. Doch was kaufen? Persönlich sehe ich für meine „alten“ Favoriten Deutsche Telekom, Deutsche Bank und Allianz ganz gute Chancen, aber auch mit einer Statoil lässt sich einigermaßen treffsicher auf eine mögliche Erholung des Ölpreises setzen. Also ist – jetzt – nicht mehr die Angst vor einem weiter fallenden Messer angesagt, sondern vielmehr eine andere Börsenregel, nach der dem Mutigen die Welt gehört. Oder wenigstens ein Teil davon.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 1. November 2014 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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