ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2014Animationsfilm für Kinder: Was tun bei chronischen Schmerzen?

MEDIEN

Animationsfilm für Kinder: Was tun bei chronischen Schmerzen?

Dtsch Arztebl 2014; 111(43): A-1865

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Kann ein zehnminütiger Animationsfilm schmerzkranken Kindern helfen? Ja, sagt Prof. Dr. med. Boris Zernikow, Leiter und Initiator des Deutschen Kinderschmerzzentrums in Datteln. Die mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche mit chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen benötigen vor allem gezielte Informationen, um ihr Problem in den Griff zu bekommen. Medikamente helfen dagegen nur in den seltensten Fällen. Das Deutsche Kinderschmerzzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln – Universität Witten/ Herdecke hat daher mit Unterstützung der Techniker-Krankenkasse einen zehnminütigen Animationsfilm speziell für Kinder produziert. Der Videoclip ist kostenfrei im Internet unter www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de abrufbar.

Der Film besteht aus drei Teilen. Im ersten Abschnitt erfahren die Zuschauer die Unterschiede zwischen akutem und chronischem Schmerz. Der zweite Teil beantwortet die Frage, wieso chronische Schmerzen entstehen, wohingegen der dritte Abschnitt ausführlich Wege und Strategien beschreibt, um chronische Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Anzeige

Für den Film hat der ehemalige „Fix und Foxi“-Chefzeichner Bone Buddrus zur Feder gegriffen und das Drehbuch des Schmerzexperten Zernikow in einem Comic umgesetzt. Mit schnellen Schnitten entstehen so Szenen, die das komplizierte Thema leicht verständlich machen. „Wir möchten Kinder und Jugendliche ermutigen, selbst etwas gegen ihre Schmerzen zu tun“, erläuterte Zernikow. „Unser Film erklärt, warum chronischer Schmerz keine Einbildung ist, auch wenn eine organische Störung fehlt. Die Kinder sollen verstehen, dass das Gehirn Schmerz lernen und daher auch wieder verlernen kann. Das ist wichtig, damit sie nicht unnötig viele Medikamente einnehmen.“

In den Film sind die langjährigen Erfahrungen des Schmerzteams eingeflossen. Das Deutsche Kinderschmerzzentrum in Datteln ist bundesweit das einzige seiner Art. Seit 2002 behandelt die Klinik kleine Patienten aus ganz Deutschland. „Chronischer Schmerz ist ein Riesenproblem, weil man den Kindern die Schmerzen nicht ansieht“, betonte Zernikow. „Es ist eine stille Epidemie, die viel weniger wahrgenommen wird als etwa ADHS.“

Der Film wird in verschiedene Sprachen übersetzt. Fertiggestellt sind bereits die Fassungen in englischer, niederländischer und türkischer Sprache. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema