ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2014Schach: Kölner Allerlei

SCHLUSSPUNKT

Schach: Kölner Allerlei

Dtsch Arztebl 2014; 111(43): [48]

Pfleger, Helmut

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Der Mensch ist ein irrationales, widersprüchliches Wesen. Ganz besonders der Kölner. Da grüßte der stellvertretende Chefredakteur des Deutschen Ärzteblatts, Josef Maus, vor Jahr und Tag selbstironisch aus der Stadt des Absteigers und der Fußballmannschaft mit den meisten Gegentoren und zitterte doch jedes Mal aufs Neue mit seinen „Geißböcken“ mit. Doch im ewigen Auf und Ab des Schicksals ist der 1. FC Köln mal wieder oben, sogar ohne Lukas Podolski mit seinem Bonmot „Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel“. Und vielleicht schicken sie ja den FC Bayern mit einer Packung nach Hause?!

Foto: Dagobert Kohlmeyer
Foto: Dagobert Kohlmeyer

Und natürlich freut sich der Kölner, mag er ansonsten auch noch so weltläufig sein, über sein Maskottchen, den Geißbock „Hennes“, dessen Konterfei im Kabinengang des Stadions der Gästemannschaft sein Hinterteil entgegenstreckt (da muss diese in jedwedem Sinne durch), während es seinen Kölnern ein freundliches Lächeln schenkt, und sicher auch darüber, dass der Stadionsprecher (ohne Ironie!) die Gäste in der schönsten Stadt Deutschlands begrüßt, obwohl ihn jenseits des Müngersdorfer Stadions doch schon mal leise Zweifel befallen.

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Zwar ist der Einsturz des Stadtarchivs, noch schneller als anderswo, wieder vergessen, auch dass die Mettbrötchen, das Kölner Grundnahrungsmittel, mit üblen Keimen belastet waren, doch wenn das Kölner Herz, der Dom, bebt, falls die U-Bahn darunter nicht im Schneckentempo fährt, dann hört die Gemütlichkeit auf. Köln ist buchstäblich auf Sand gebaut (ausnahmsweise keine Metapher), so dass die Erklärung der Erdbebenstation: „Akut muss keiner Angst haben, dass der Dom einstürzt“ nur bedingt beruhigt.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ verlassen sich die Stadtväter darauf, dass die mittelalterlichen Domväter – eher untypisch für die Kölner Mentalität – bei den Fundamenten keine Dumping-Firmen beauftragt haben. Doch wenn das Schlimmste droht, muss eben einer wie einst der Schimpanse Petermann, der Motorrad fuhr und in Uniform bei Karnevalssitzungen umjubelt wurde, wieder aushelfen. „Petermann, geh du voran“ ist nicht umsonst seitdem ein geflügeltes Wort. Wohl der Stadt, die einen Podolski, Hennes und Petermann hat!

Doch nun wird es langsam Zeit, mich dem Schach zu nähern. Und niemand kann hier geeigneter sein als der Kölner Gynäkologe Dr. med. Christian Cimbollek, ein „Kombinazel“ durch und durch, von dem an dieser Stelle schon manche „Perlen“ erschienen sind.

Zuletzt hatte Dr. Cimbollek als Weißer bei einem Mannschaftskampf die gegnerische Dame mit b3-b4 angegriffen und damit eine „fiese Falle“ gestellt, in die der Gott sei Dank kooperative Gegner prompt hineinfiel – zu verlockend winkte der Bauer a4.

Wie gewann Christian nach 1. . . . Dxa4? und mit welchem Zug hätte sich Schwarz retten können?

Lösung:

Nach dem Vertilgen des hochvergifteten Bauern (cave Mettbrötchen und Cimbolleksche Bauern!) mit 1. . . . Dxa4? eroberte 2. Dxd5! einen ganzen Turm, weil sowohl 2. . . . cxd5 3.Tc8+ als auch 2. . . . exd5 3. Te8+ den schwarzen König ohne „Luftloch“ mattgesetzt hätten. „Was ist der Mensch ohne Ventil“?!, pflegte Dr. med. Siegbert Tarrasch, vor 100 Jahren neben Lasker der beste Spieler der Welt, zu fragen.

Auch 1. . . . Db6 oder 1. . . . Dc7 hätten die gleiche Bestrafung nach sich gezogen, nur mit 1. . . . Dd8! konnte sich Schwarz weiterhin erfolgreich verteidigen.

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