ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2014Qualitätsmanagement: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es
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Endlich wird dieses für alle Mitarbeiter/ -innen zunehmend als belastend empfundenes Thema kontrovers diskutiert, statt wie bisher monoton den Forderungen nach mehr Qualitätsmanagement das Wort zu reden. Kein vernünftiger Mensch wird die positiven Veränderungen durch Einführung eines „Qualitätsmanagements“ in Krankenhäusern in Abrede stellen. Trotzdem wird man schnell als beratungsresistent eingestuft, wenn man den signifikant steigenden Ressourcenverbrauch hinterfragt, da wir immer mehr Zeit mit sogenannten QM-Veranstaltungen verbringen, deren Ergebnis nur noch marginalen Einfluss auf die tatsächliche Patientenversorgung haben kann.

Zutreffend wird von den Befürwortern eines Qualitätsmanagement im Krankenhaus moniert, dass in den meisten Krankenhäusern das Qualitätsmanagement lediglich für Dokumentationen zum Zwecke der Zertifizierung unter Marketing-Erwägungen eingesetzt wird und nicht in der Führungsebene eines Krankenhauses angesiedelt ist. Das hat meines Erachtens zwei Gründe: In der heutigen Situation der durchschnittlichen Kostenerstattung eines medizinischen Falles müssen die Kosten für ein strategisches Qualitätsmanagement aus der Patientenversorgung erwirtschaftet werden. Zum anderen können auch die Qualitätsmanager/-innen selbst nicht beschreiben, wie eine Beteiligung des Qualitätsmanagement in der Führungsebene konkret aussehen soll und welche benennbaren tatsächlichen Verbesserungen und – leider auch – finanziellen Vorteile sich das Krankenhaus dann erwarten darf.

Jeder verantwortungsbewusste Arzt wird sein Handeln reflektieren und selbst nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen, die Ergebnisqualität zu optimieren. Eine Unterstützung des Qualitätsmanagements kann hierbei hilfreich sein, sollte aber nicht als übergeordnete Instanz angesehen werden, ohne die eine gute Patientenversorgung gar nicht mehr möglich wäre.

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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ in der direkten Patientenversorgung ist in meinen Augen immer besser, als nur darüber zu reden, wie man nach Ansicht von in der Regel versorgungsfernen Protagonisten das Gute tun sollte.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Florian Löhe, MBA, FACS, Chefarzt der Chirurgischen Klinik I, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Klinikum Landshut gem. GmbH, 84034 Landshut

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