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Wir danken beiden Autoren für ihre Diskussionsbeiträge zu dem gesundheitspolitisch wichtigen Thema der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung. Entgegen der einleitenden Worte von Prof. Lang sehen wir keinen nennenswerten Unterschied in unseren Positionen. Für die Bundeswehr war und ist die Erhaltung und Förderung der Gesundheit des zivilen und des militärischen Personals von zentraler Bedeutung. Dabei geht es keineswegs um die Durchführung singulärer Maßnahmen, sondern darum, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus nahezu allen Berufs-, Bildungs- und Altersgruppen, unter fordernden physischen wie auch psychischen Einsatzbelastungen im In-/Ausland gesund bleiben und eine ausreichende Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit besitzen (1). Mit der klassischen Gesundheitsvorsorge ist es längst nicht getan: Während Vorsorgeuntersuchungen, Impfschutz et cetera recht einfach zu realisieren sind, ist eine deutliche und nachhaltige Verbesserung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens wesentlich schwieriger zu erreichen (1). Ohne eine moderne ressourcenorientierte und interdisziplinäre Präventionsforschung und die praktische Umsetzung in den Alltag lassen sich allenfalls einzelne, kurzfristige Erfolge erzielen. Aus diesem Grund wird künftig die wissenschaftliche Expertise im Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr in Koblenz gebündelt.

Im Vergleich zu anderen Gesundheitsinitiativen beteiligten sich zu Beginn mit 48 % aller Mitarbeiter viele Personen an der Modellstudie (2). Gemessen an dem Kriterium „kurzfristiger Erfolg“ ist nicht nur diese Beteiligung, sondern auch die Bewertung durch die Mitarbeiter als sehr positiv einzustufen (2, 3). Das eigentliche Problem praktisch aller Kampagnen besteht vor allem darin,

  • die Zielgruppen, die besonders von Gesund­heits­förder­ung profitieren, zu erreichen
  • möglichst viele Personen zu einem Umdenken für eine gesunde und leistungsfördernde Lebensweise zu motivieren
  • die Personen zu befähigen, diese Verhaltensänderungen langfristig zu etablieren (1).

Mit Blick auf diese Problematik freuen wir uns über die in den Diskussionsbeiträgen enthaltenen Hinweise zu möglichen Strategien, die zu nachhaltigen Verbesserungen des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens führen (4).

Spaß am Sport ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen sportlich Aktiven und Inaktiven (2, 5). Die Ausführungen von Prof. Lang zur Bedeutung der Motivation des Einzelnen unterstreichen unsere eigenen Aussagen (2).

Frau PD Dr. Pöthig fordert zu Recht das Umdenken von Akteuren, die an der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen beteiligt sind, wie auch substanzielle Änderungen in den Versorgungssystemen. Ein wichtiger Zugang, um den Einzelnen für nachhaltige Gesund­heits­förder­ung zu gewinnen, ist sicherlich die individualisierte bedarfsorientierte Angebotsgestaltung und das Vermitteln von Erfolgserlebnissen. Wer tägliche Anforderungen im Beruf und im privaten Bereich besser bewältigen kann, wird eher bei einem gesundheits- und leistungsfördernden Lebensstil bleiben.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0756

Prof. Dr. med. Dr. Sportwiss. Dieter Leyk

Zentrales Institut des Sanitätsdienstes
der Bundeswehr Koblenz

Laborabteilung IV
Wehrmedizinische Ergonomie und Leistungsphysiologie, Koblenz

Deutsche Sporthochschule Köln

Institut für Physiologie und Anatomie

Leyk@dshs-koeln.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Leyk D, Franke E, Hofmann M, et al.: Gesundheits- und Fitnessförderung in der Bundeswehr: Von ressourcenorientierter Präventionsforschung zur Umsetzung in die Fläche: Wehrmed Mschr 2013; 57: 162–6.
2.
Leyk D, Rohde U, Hartmann ND, Preuß PA, Sievert A, Witzki A: Results of a workplace health campaign—what can be achieved? Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 320–7. VOLLTEXT
3.
Witzki A, Rohde U, Rüther T, et al.: Erkenntnisse aus der Gesundheits- und Fitness-Initiative an einer großen Dienststelle für die künftige Präventionsarbeit in der Bundeswehr. Wehrmed Mschr 2013; 57: 171–6.
4.
Leyk D: The preventive and therapeutic roles of regular physical activity. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 713–4. VOLLTEXT
5.
Leyk D, Witzki A, Sievert A, et al.: Importance of sports during youth and exercise barriers in 20- to 29-year-old male
nonathletes differently motivated for regular physical activities. J Strength Cond Res 2012; 26: 15–22. CrossRef MEDLINE
1.Leyk D, Franke E, Hofmann M, et al.: Gesundheits- und Fitnessförderung in der Bundeswehr: Von ressourcenorientierter Präventionsforschung zur Umsetzung in die Fläche: Wehrmed Mschr 2013; 57: 162–6.
2.Leyk D, Rohde U, Hartmann ND, Preuß PA, Sievert A, Witzki A: Results of a workplace health campaign—what can be achieved? Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 320–7. VOLLTEXT
3.Witzki A, Rohde U, Rüther T, et al.: Erkenntnisse aus der Gesundheits- und Fitness-Initiative an einer großen Dienststelle für die künftige Präventionsarbeit in der Bundeswehr. Wehrmed Mschr 2013; 57: 171–6.
4.Leyk D: The preventive and therapeutic roles of regular physical activity. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 713–4. VOLLTEXT
5.Leyk D, Witzki A, Sievert A, et al.: Importance of sports during youth and exercise barriers in 20- to 29-year-old male
nonathletes differently motivated for regular physical activities. J Strength Cond Res 2012; 26: 15–22. CrossRef MEDLINE

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