ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2014Randnotiz: Keine Kamele mehr im Büro

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Randnotiz: Keine Kamele mehr im Büro

Dtsch Arztebl 2014; 111(44): A-1881 / B-1609 / C-1541

Schmedt, Michael

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Von 2015 an dürfen Mitarbeiter der R. J. Reynolds Tobacco Company in den USA nicht mehr in der Firma rauchen. Büros, Konferenzräume, Flure und Aufzüge sind dann tabu. „Wir müssen unsere Regeln für das Rauchen an der gesellschaftlichen Realität ausrichten“, sagte ein Sprecher des Camel-Produzenten.

Man kann einwenden, dass es dem Industriekonzern nur um Eigenmarketing geht, um vor dem Hintergrund der zunehmenden Ächtung des Rauchens seinen Ruf aufzupolieren. Bemerkenswert ist aber dennoch, dass der Tabakkonzern dies ohne staatlichen Zwang macht.

Seit in Deutschland 2007 das erste Nichtraucherschutzgesetz in Kraft trat, reißen die Diskussionen um den Eingriff des Staates in die Konsumgewohnheiten der Bürger nicht ab. Wirtschaftliche Gründe (Stichwort Eckkneipen) und der Eingriff des Staates in die Privatsphäre des mündigen Bürgers (Stichwort: Rauchen in Wohnungen oder auf Balkonen) führen die Raucher ins Feld. Über Letzteres kann man trefflich streiten: Wie weit darf der Staat eingreifen, um die Gesundheit seiner Bürger zu schützen? Schnell ist man hier in der Diskussion um Alkoholkonsum, „Zuckersteuer“ oder Risikosportarten.

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Unbestritten ist allerdings inzwischen, dass überall dort, wo Nichtraucherschutzgesetze erlassen wurden, die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt (siehe Circulation 2012; 126: 2177–83). Daher ist die Entscheidung von R. J. Reynolds eine gute – Marketing hin oder her. Es ist ein weiteres Zeichen, dass der Nichtraucherschutz sich immer mehr durchsetzt. Und das ohne staatlichen Zwang. Der gesellschaftliche Druck schützt in diesem Fall Raucher und vor allem unbeteiligte Nichtraucher.

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