Supplement: Perspektiven der Onkologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2014; 111(45): [3]

Siegmund-Schultze, Nicola

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Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze Ressort Medizinreport
Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze
Ressort Medizinreport

Das National Cancer Institute, das zu den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden gehört, fordert die Onkologen auf, über die Verwendung der Begriffe „Krebs“ und „Karzinom“ kritisch nachzudenken. Sie könnten auf jene Malignome beschränkt werden, bei denen ohne Therapie eine klinisch relevante Progression zu erwarten sei. Bei der großen Diversität von Prognosen bei Neoplasien verleite die derzeit verwendete, aus dem 19. Jahrhundert stammende Definition von Krebs zu Überdiagnose und Übertherapie: Viele durch Screening detektierte Prostata- karzinome oder Veränderungen in der weiblichen Brust seien wenig gefährlich, würden aber als lebensbedrohlich behandelt.

Für die Lösung dieses Problems, aber auch für die Einschätzung der Prognose bekommen Biomarker zunehmend Bedeutung: Proteine, Gensignaturen, Mutationen, die beim Tumorwachstum eine Rolle spielen oder auf andere Weise therapierelevant sind. Die Frage, wann die Zeit reif ist, sie in die klinische Routine zu integrieren, ist äußerst praxisrelevant, aber oft schwierig zu beantworten, wie diese neue Ausgabe der Reihe „Perspektiven der Onkologie“ zeigt.

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Ob neue Biomarker oder innovative Medikamente: Sie müssen sich einfügen in multidisziplinäre Konzepte, in denen klassische Therapien, darunter auch die lokalen wie die Operation, einen vermutlich hohen Stellenwert behalten werden. Oder die Strahlentherapie. Auch sie ist längst nicht mehr die „alte“.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze
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