ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 4/2014Hybrid-OP: Investition in die Zukunft

Supplement: PRAXiS

Hybrid-OP: Investition in die Zukunft

Dtsch Arztebl 2014; 111(45): [16]

Kempe, Lisa

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Die Kombination interventioneller und offener chirurgischer Verfahren im Operationssaal ist zunehmend beliebt.

Hybrid-OP im St. Franziskus-Hospital Münster mit bodenmontiertem C-Bogen-System („Artis zee floor“) in Betriebsposition. Foto: Siemens AG
Hybrid-OP im St. Franziskus-Hospital Münster mit bodenmontiertem C-Bogen-System („Artis zee floor“) in Betriebsposition. Foto: Siemens AG

Als ein wesentlicher Trend im Hinblick auf die Innovationen der MEDICA-Aussteller machen wir die voranschreitende Digitalisierung und Automation im OP-Saal aus“, sagte Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, in seinem Statement zur Medizinmesse in Düsseldorf (12. bis 15. November). „Überhaupt verschmelzen Informations- und Medizintechnik immer mehr miteinander. Chirurgen können in modern ausgestatteten Hybrid-OP-Sälen mit Geräten für die medizinische Bildgebung an Ort und Stelle auf eine stetig wachsende Zahl von Systemen zurückgreifen.“

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Laut Schäfer gelten heute die Systeme als etabliert, die digital auf Basis von Daten der medizinischen Bildgebung und einer vor dem Eingriff definierten Planung und Markierung des Zielgebietes den Chirurgen punktgenau navigieren und seine Schnittführung kontrollieren. Zunehmend werden die medizintechnischen Geräte im OP miteinander vernetzt und können für den Eingriff oder die Dokumentation benötigte Daten untereinander oder mit dem Krankenhausinformationssystem austauschen. Über einfach zu bedienende Touchscreen-Panels sind die verschiedenen Geräte zentral steuerbar.

Komplexe Systeme

Doch der Schaffung einer einheitlichen Kommunikationsplattform im OP steht die Komplexität der einzelnen Geräte mit unterschiedlicher Software, verschiedenen Standards und Schnittstellen entgegen. Mit dem OP-Managementsystem „core nova“ will die Richard Wolf GmbH (www.richard-wolf.com, Halle 10/C41) die Kommunikationsinfrastruktur im OP aufräumen. „Als Spezialisten für medizinische IT und sichere Kommunikationsnetzwerke sehen wir in der täglichen Praxis einen großen Konflikt zwischen klassischen Instrumenten und moderner IT. Diesen Konflikt versuchen wir zu lösen“, erklärte Dr. Peter Heinze, Projektmanager bei Richard Wolf. „Es gibt eine Vielzahl medizinisch-technischer Geräte im OP, deren Komplexität und Anzahl ständig zunimmt. Bei der Integration in die bestehende IT mangelt es dann oft an entsprechenden Sicherheitskonzepten.“ OP-Managementsysteme müssten vielseitig sein und die zentrale Steuerung aller Geräte im OP, den digitalen Zugriff auf präoperative Patientendaten und die direkte Dokumentation der Operationen ermöglichen. Das OP-Managementsystem soll die volle Kontrolle aller Funktionen aus jedem Arbeitsbereich heraus verfügbar machen. Die Entwickler integrieren deshalb kontinuierlich neue Medizingeräte der gängigen Hersteller in das System, mit dem Ziel, diese über die zentrale Gerätesteuerung bedienen zu können.

Interdisziplinär arbeiten

Federführend bei der Einführung von Hybrid-OPs waren bislang die Herz- und Gefäßchirurgen, die Operationssäle mit integrierten Angiographiegeräten für operative Hybridverfahren nutzen. Neben der interventionellen Herz- und Gefäßchirurgie kommen Hybrid-OPs zunehmend in der Tumor-, Unfall- und Neurochirurgie zum Einsatz.

„Die Einrichtung sogenannter Hybrid-Operationssäle und deren interdisziplinäre Nutzung revolutionieren gerade die chirurgische Landschaft. Die Heidelberger Gefäßchirurgie war in der glücklichen Lage, als einer der ersten in Europa vor vier Jahren auf einen solchen Hybrid-OP-Saal Zugriff zu haben“, berichtet Prof. Dr. med. Dittmar Böckler, Universitätsklinikum Heidelberg. „Mittlerweile haben wir hier neue minimalinvasive Eingriffe etabliert, intelligente und innovative Operationsstrategien wie die dreidimensional unterstützte Navigation von Operationen entwickelt. Darüber hinaus sind großartige Forschungskooperationen entstanden, sowohl mit der Industrie, als auch mit unseren chirurgischen Partnern, der Viszeralchirurgie, der Herzchirurgie und Urologie – die Fächergrenzen fallen im klinischen Alltag.“

Interesse wächst

In allen Fachgebieten, die vermehrt auf den Einsatz minimalinvasiver Operationsverfahren setzen und dafür eine leistungsstarke Bildgebung benötigen, wächst das Interesse. „Der Hybrid-OP mit seinem kombinierten Arbeitsbereich für interventionelle und offene chirurgische Verfahren, findet – nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Sicht – eine größere Verbreitung. Die notwendigen Systemkomponenten für prä-, intra- und postoperative Bildgebung, Patientenlagerung, Visualisierung und Datenintegration sowie zur Erfüllung der strengen Hygienevorschriften stehen heute zur Verfügung“, erklärt Dr. Ina Schwabenland, Siemens AG Healthcare (Halle 10/A20, www.siemens.com/surgery).

Auch die Medizintechnikhersteller rücken deshalb bei der Entwicklung der Hybridsysteme enger zusammen. So adaptiert beispielsweise die Siemens AG gemeinsam mit einem ihrer Partner für Operationstische, der Trumpf Medizin Systeme GmbH (Halle 13/A42), das Multiachsen-C-Bogen-System Artis zeego für den Hybrid-OP. Dr. rer. nat. Lisa Kempe

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