ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2014OnlineTherapie: Computerunterstützte Hilfe bei Stottern

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OnlineTherapie: Computerunterstützte Hilfe bei Stottern

Dtsch Arztebl 2014; 111(45): A-1969

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Fünf von hundert Kindern stottern, meist bis zur Pubertät. Aber auch einer von hundert Erwachsenen stottert. Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) wurde 2013 allein bei der TK in Rheinland-Pfalz bei rund 366 Versicherten die Diagnose „Stottern“ gestellt. Nur rund 30 Prozent dieser Patienten haben sich jedoch zu einer Behandlung entschlossen. Betroffene können jetzt die Sprachblockade im Rahmen einer Onlinetherapie überwinden. Das ist einfach, und die Hemmschwelle ist niedrig. Das Programm hat die TK gemeinsam mit dem Institut der Kasseler Stottertherapie entwickelt. Es beruht auf einer speziell entwickelten Sprechtechnik, individuellem Feedback und Hilfen beim Überwinden von psychosozialen Belastungen und Sprechängsten.

Der Ablauf der Therapie: Über ein Jahr lang treffen sich die Betroffenen mit ihrem Therapeuten über die Plattform Freach in einer virtuellen Sprechstunde – mal allein, meist gemeinsam mit drei anderen Stotterpatienten. Zu Beginn trainieren sie täglich drei bis sechs Stunden. Nach und nach reduziert sich der Zeitaufwand auf ein bis drei Stunden pro Woche. Ein computergestütztes Programm hilft zudem beim Üben außerhalb der Therapiestunden.

„Nach unserer Therapie können die meisten Teilnehmer flüssig sprechen“, sagt Dr. med. Alexander Wolff von Gudenberg, Facharzt für Allgemeinmedizin, Stimm- und Sprachstörungen. „Betroffene, die zuvor in vielen Situationen kaum ein Wort stotterfrei über die Lippen brachten, halten Vorträge, führen erfolgreich Verkaufsgespräche oder sprechen problemlos fremde Menschen an“, erklärt der Gründer der Kasseler Stottertherapie, der – selbst Betroffener – das Programm auf Basis seiner persönlichen Erfahrungen entwickelt hat.

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Die Teletherapie wendet sich bundesweit an Stotternde ab 13 Jahren – teilnehmen können sie von zu Hause aus. Vor dem Start der Onlinetherapie müssen sie sich einmal persönlich beim Institut der Kasseler Stottertherapie vorstellen. Dort wird überprüft, ob das Programm für sie geeignet ist. Informationen zum Projekt gibt es unter www.teletherapie-stottern.de. EB

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