ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2014Gemeinsamer Bundes­aus­schuss I: Psychotherapie bei Schizophrenie uneingeschränkt indiziert

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss I: Psychotherapie bei Schizophrenie uneingeschränkt indiziert

PP 13, Ausgabe November 2014, Seite 484

Bühring, Petra

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Psychotherapie ist künftig bei einer Schizophrenie, schizotypen oder wahnhaften Störungen sowie bei einer bipolaren affektiven Störung uneingeschränkt indiziert. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) passte dazu am 16. Oktober die Psychotherapie-Richtlinie dem aktuellen Forschungsstand an. Damit können psychotische Störungen von jetzt an ambulant und in allen Phasen der Erkrankung psychotherapeutisch behandelt werden. „Da es sich bei psychotischen Erkrankungen meist um besonders schwere Störungen handelt, die mit erheblichen psychosozialen Beeinträchtigungen verbunden sind, ist eine Verbesserung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung dringend geboten, zumal auch im stationären Bereich die psychotherapeutische Versorgung oft unzureichend ist“, fordert die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK).

Das oberste Gremium der ärztlichen Selbstverwaltung hat die Psychotherapie-Richtlinie dem aktuellen Forschungsstand angepasst. Foto: G-BA
Das oberste Gremium der ärztlichen Selbstverwaltung hat die Psychotherapie-Richtlinie dem aktuellen Forschungsstand angepasst. Foto: G-BA

Internationale und deutsche Leitlinien empfehlen uneingeschränkt, dass Schizophreniepatienten in allen Phasen der Erkrankung, auch in der akuten Phase, Psychotherapie angeboten werden soll. Zahlreiche klinische Studien konnten die Wirksamkeit der Psychotherapie auch in der akuten Phase der Erkrankung und bei andauernden („persistierenden“) psychotischen Symptomen belegen.

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Bislang sah die Psychotherapie-Richtlinie vor, dass Psychotherapie nur sehr eingeschränkt bei psychischer Begleit-, Folge- oder Residualsymptomatik psychotischer Erkrankungen angewendet werden darf. Diese begrenzte Indikationsbeschreibung in § 22 Absatz 2 der Psychotherapie-Richtlinie hatte wesentlich dazu beigetragen, dass Patienten mit Schizophrenie ambulant kaum psychotherapeutisch behandelt wurden. Gegenwärtig machen diese Patienten nur etwa ein Prozent aller ambulanten Psychotherapiepatienten aus. PB

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