ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2014Deutscher Ärztechor: Konzert im Weltkulturerbe

KULTUR

Deutscher Ärztechor: Konzert im Weltkulturerbe

Dtsch Arztebl 2014; 111(46): A-2028 / B-1724 / C-1648

Klinkhammer, Gisela

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90 Ärztinnen und Ärzte sangen im Schloss Corvey in einem Benefizkonzert Werke von Johann Sebastian Bach. Der Chor trifft sich zwei- bis dreimal jährlich.

Johann Sebastian Bachs Motetten – sie erklangen in St. Marien Lemgo als Benefizkonzert zugunsten des Lemgoer Kinderschutzbundes. Foto: DÄC
Johann Sebastian Bachs Motetten – sie erklangen in St. Marien Lemgo als Benefizkonzert zugunsten des Lemgoer Kinderschutzbundes. Foto: DÄC

Auf ihrer diesjährigen Tagung hat die UNESCO dem einzigen deutschen Bewerber, Schloss Corvey, den begehrten Titel „Weltkulturerbe“ zuerkannt. Als Weltkulturerbe trägt Corvey den offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“. Das derzeitige Schloss Corvey war bis 1792 eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei auf dem heutigen Stadtgebiet der ostwestfälischen Stadt Höxter in Nordrhein-Westfalen.

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Corvey gehörte zu den bedeutendsten karolingischen Klöstern und verfügte in dieser Zeit über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes. Zahlreiche Bischöfe gingen aus der Abtei hervor. Bauhistorisch ist das Westwerk, das über einem quadratischen Grundriss errichtet wurde, von herausragender Bedeutung. Nach der Säkularisation ging Corvey in weltliche Hände über. Die ehemalige Abteikirche wurde ein Denkmal barocker Ausstattungskunst. Das heutige Schloss ist nicht nur Baudenkmal und Museum, sondern auch kultureller Veranstaltungsort für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte.

Vor kurzem traten dort 90 Ärztinnen und Ärzte auf. In einem Benefizkonzert zugunsten des Kinderschutzbundes Lemgo führten sie Johann Sebastian Bachs Motette „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ BWV 226, die Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 sowie die Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ BWV 21 auf. Anschließend erklangen diese Werke auch in St. Marien Lemgo als Benefizkonzert zugunsten des Lemgoer Kinderschutzbundes.

„Was aber bewirkt die Musik, dass Ärzte aller Altersstufen und Positionen weder zeitlichen noch finanziellen Aufwand scheuen, um gemeinsam zu musizieren? Immer wieder ist zu hören, dass zum Beispiel die Choräle von Johann Sebastian Bach die Herzen tiefer berühren können als Worte. Jeder engagierte Arzt hat irgendwann Phasen innerer Erschöpfung erlebt. Die Frage, wie eine Belebung der inneren Kräfte möglich ist, kann durch Musik beantwortet werden. Diese macht etwas mit uns, sie versetzt uns in einen anderen, weiten Zustand, enthebt uns des Alltags mit seinen Sorgen und es bereitet eine ganz besondere Freude und ein Glück, für einen guten Zweck zu musizieren. Dieses Erlebnis kann ich nur jedem Kollegen wünschen“, berichtete einer der Mitsänger, der Lübecker Allgemeinmediziner Dr. med. Jürgen Passarge, im Anschluss an das Konzert.

Der Deutsche Ärztechor trifft sich zwei- bis dreimal jährlich mit einem Orchester zu einer intensiven Probenarbeit. Anschließend führt er das einstudierte Werk auf. Inzwischen besteht der Chor aus rund 300 Ärztinnen und Ärzten, Medizinstudenten und Angehörigen weiterer medizinischer oder medizinverwandter Berufe. Die Konzerte sind in der Regel Benefizveranstaltungen.

Im nächsten Jahr stehen in Bad Neustadt, Bamberg und München Felix Mendelssohn Bartholdys „Lauda Sion“ und Anton Dvoraks „Stabat Mater“ (5. Juni bis 16. Juni 2015) sowie Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ in Baden-Baden und Basel (25. Oktober bis 1. November) auf dem Programm. Für 2016 sind unter anderem Johann Sebastian Bachs „Osteroratorium“ auf Amrum (Ostern 2016), Anton Bruckners „Te Deum“ und Franz Schuberts „As-Dur-Messe“ in Hamburg und Lübeck geplant
(10. bis 17. September 2016).

Der Chor freut sich über neue Mitsängerinnen und -sänger, insbesondere über Tenöre und Bässe. Kontakt: Dr. med. Klaus Eckardt, Telefon: 0621 8109401.

Gisela Klinkhammer

@Informationen: www.aerztechor.de

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