ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2014Interview: Kinderschutznotruf
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Die Diskussion um die Frage nach mehr Kinderschutzambulanzen und deren Finanzierbarkeit habe ich mit einiger Verwunderung aufgenommen, gibt es doch in der Fachwelt bereits sinnvolle und ökonomisch machbare Vorschläge, die eine echte Verbesserung in Sachen Kinderschutz brächten. Einer davon ist die Idee eines Kinderschutznotrufs nach dem Vorbild des Giftnotrufs. Ein solcher könnte bundesweit organisiert oder zumindest auf wenige Zentren konzentriert werden, böte eine 24/7-Erreichbarkeit und wäre dennoch vergleichsweise kostengünstig. Dadurch könnten rund um die Uhr Akutsituationen, die den Kinderschutz betreffen, mit Experten diskutiert werden (auch ohne Namensnennung); diese Experten könnten Hilfestellungen bei der Befragung der Patienten, der (Foto-)Dokumentation, notwendiger Untersuchungen und auch zum Thema Brechen der Schweigepflicht geben. Eine solches Angebot würde mit Sicherheit Hemmschwellen abbauen und wäre gerade (aber nicht nur) für den Assistenzarzt im nächtlichen Bereitschaftsdienst ein ganz unmittelbar verfügbares, niederschwelliges Unterstützungsangebot – und das ist letztlich entscheidend.

Dr. med. Roman Holderbach, Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
Leopoldina Krankenhaus GmbH, 97422 Schweinfurt

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