ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2014Beschwerde-Portal: Immer Ärger mit Selbstzahlerleistungen?

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Beschwerde-Portal: Immer Ärger mit Selbstzahlerleistungen?

Dtsch Arztebl 2014; 111(46): A-2026

Krüger-Brand, Heike

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Individuelle Gesundheitsleistungen (kurz: IGeL), also Diagnose- und Behandlungsmethoden, die nicht zum festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören, werden seit Jahren kontrovers diskutiert und auch im Internet immer wieder aufgegriffen. Den Anfang machte vor einigen Jahren der IGeL-Monitor des GKV-Spitzenverbandes, ein Portal der Krankenkassen, in dem einzelne IGeL auf den Prüfstand gestellt und wissenschaftlich fundiert hinsichtlich Nutzen und Schaden bewertet werden (www.igel-monitor.de). Als eine Antwort darauf folgte kürzlich die IGeL-Enzyklopädie einer Ärzteinitiative aus Berlin, die nach dem Muster von Wikipedia eine neutral informierende „Wiki-medi-Liste“ von Selbstzahlerleistungen durch registrierte Ärzte erstellen will (www.free-med.net).

www.igel-aerger.de: Hier können Patienten Erfahrungen schildern.
www.igel-aerger.de: Hier können Patienten Erfahrungen schildern.

Als jüngster Beitrag zum Thema folgt jetzt das „Forum für Patientenfrust über ärztliche Extras“ unter der Adresse www.igel-aerger.de. Auf dieser Beschwerdeseite, die von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Berlin und Rheinland-Pfalz konzipiert und betreut und vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz finanziert wird, können Betroffene künftig ihre Erfahrungen mit persönlichen Angaben oder auch anonym schildern.

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Die Verbraucherzentralen wollen diese Berichte sammeln und anhand der Daten prüfen, „wie die geltende Rechtslage von den Ärzten eingehalten wird und an welchen Stellen Nachbesserungsbedarf besteht“. Bewertet werde nicht der medizinische Nutzen, sondern ermittelt werde mit verbraucherrechtlichem Blick, welche Zusatzleistungen Ärzte offerieren, wie sie über die Kosten der IGeL informieren, ob das jeweilige Angebot in eine schriftliche Vereinbarung mündet und wie auf Beschwerden von Patienten reagiert wird. Ärzte, die negativ auffallen, sollen abgemahnt werden, heißt es vonseiten der Verbraucherzentrale. KBr

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