ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2014Aviäre Influenza: Neues, hoch tierpathogenes Virus in Deutschland

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Aviäre Influenza: Neues, hoch tierpathogenes Virus in Deutschland

Dtsch Arztebl 2014; 111(46): A-1988 / B-1692 / C-1620

Siegmund-Schultze, Nicola

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In einem Putenbestand im Kreis Vorpommern-Greifswald ist vor Kurzem ein in Deutschland bislang nicht isolierter Subtyp eines aviären Influenzavirus gefunden worden, nämlich der Reassortante H5N8. Das Virus ist für Geflügel hochpathogen und war zuletzt in Südkorea, Japan und China nachgewiesen worden. Wie es in einen deutschen Geflügelbestand gelangte, ist unklar. Zwar seien bislang keine Infektionen des Menschen mit H5N8 bekannt geworden, eine Übertragung lasse sich aber nicht ausschließen, teilt das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut mit. Geflügelhalter sollten verstärkt auf Krankheitsanzeichen bei Tieren, wie Grippesymptome und Husten, achten und gegebenenfalls den Tierarzt informieren.

Aviärer Influenzavirus: Geflügelhalter sollen bei den Tieren auf Krankheitsanzeichen achten. Foto: dpa
Aviärer Influenzavirus: Geflügelhalter sollen bei den Tieren auf Krankheitsanzeichen achten. Foto: dpa

In Südkorea wurden seit Januar 2014 größere Ausbrüche mit H5N8 in verschiedenen Geflügelhaltungen festgestellt, wobei sowohl Hühner als auch Enten und Gänse erkrankten. Eine kontinuierliche Zirkulation der Viren in den Populationen der Wirtstiere gilt als Risikofaktor für die Bildung neuer Subtypen, die auch für den Menschen gefährlich werden könnten. Ende vergangenen Jahres war in China eine neues humanpathogenes Vogelgrippevirus vom Subtyp H10N8 aufgetreten, das vereinzelt zu tödlichen Krankheitsverläufen führte (DÄ, Heft 7/ 2014). Im April 2013 hatte die Welt­gesund­heits­organi­sation über ein ebenfalls in China isoliertes, weltweit neues humanpathogenes Influenzavirus vom Subtyp H7N9 berichtet. Das H-Gen kodiert für Hämagglutinin, das N-Gen für Neuraminidase. nsi

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