ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2014Missbrauch vorbeugen: Präventionsprojekt für pädophile Jugendliche

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Missbrauch vorbeugen: Präventionsprojekt für pädophile Jugendliche

Dtsch Arztebl 2014; 111(46): A-1989 / B-1693 / C-1621

KNA; EB

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Das Berliner Universitätsklinikum Charité hat ein Präventionsprojekt für sexuell auffällige Jugendliche gestartet. Es richtet sich als diagnostisches und therapeutisches Angebot an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren mit sexuell auffälligen Verhaltensweisen und Fantasien, die auf Kinder gerichtet sind, wie Projektleiter Prof. Dr. med. Klaus M. Beier bei der Vorstellung erklärte. Ziel sei es, diesen Jugendlichen möglichst früh in ihrer Entwicklung Unterstützung bei der Bewältigung und Kontrolle ihrer auf Kinder bezogenen sexuellen Impulse anzubieten. Das Bundesfamilienministerium unterstützt das Projekt für drei Jahre mit 676 000 Euro.

Ministerin Manuela Schwesig (SPD) verteidigte das Projekt gegen die Kritik, dass damit Geld für die Täter ausgegeben werde, anstatt es in Opferhilfe zu investieren. Das eine dürfe nicht gegen das andere ausgespielt werden, so die Ministerin. Das Projekt könne verhindern, dass es überhaupt zu Übergriffen komme. Es gehört zu dem im September vorgestellten Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt.

Beier erklärte, sie hätten inzwischen durch das Projekt „Kein-Täter-Werden“ die Erkenntnis gewonnen, dass frühstmöglich therapeutische Hilfe angeboten werden sollte. Erwachsene mit einer pädophilen Neigung verwiesen immer wieder auf den Beginn im Jugendalter. Die Charité kooperiert für das Projekt mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Vivantes Klinikum Berlin-Friedrichshain. kna, EB

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