ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2014Plasmaseparation: Deutliche Fortschritte

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Plasmaseparation: Deutliche Fortschritte

Dtsch Arztebl 2014; 111(47): A-2072

Fritz, Karl-Wilhelm

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Therapeutischer Plasmaaustausch und verwandte Plasmaseparationsverfahren gewinnen an Bedeutung: Die Indikationsbreite wächst, die Ergebnisse werden besser. Rolf Bambauer, Nephrologe in Homburg/Saar, dokumentiert und erläutert die gesamte Weltliteratur zum wachsenden Themengebiet – jetzt in der völlig aktualisierten, vierten Auflage seines Lehr- und Arbeitsbuches. Die Coautoren bringen wesentliche eigene Erfahrungen in das Werk ein. Die Vorzüge der Plasmaseparationsverfahren liegen in der Elimination pathologischer Substanzen und der Unterbrechung pathogener Reaktionen. Die Nachteile liegen in der unselektiven Elimination aller Proteine bei unselektiven Methoden, in möglichen Komplikationen und relativ hohen Kosten. Zu den wesentlichen und klinisch unmittelbar erfolgreichen Innovationen zählt der Einsatz der Verfahren im Kontext der Organtransplantation.

Kritisch und gleichzeitig engagiert diskutieren Bambauer und Kollegen die verschiedensten Indikationsbereiche in der Nephrologie, Neurologie, Hämatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Kardiologie, Pulmologie, Dermatologie, Autoimmunologie, Onkologie, Infektiologie und Toxikologie. In fast allen Bereichen ist die internationale Datengrundlage relativ bescheiden, oft liegen nur Case Reports vor und vielversprechende Hinweise. Doch eine methodisch ausgefeilte Forschung mit großen Fallzahlen steht zu den meisten Indikationsgebieten noch aus.

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Alle selektiven Separationsmethoden sind nach wie vor technisch hochkomplex und teuer. Den Herstellern ist es noch nicht gelungen, einfachere und weniger kostenaufwendige Geräte zu entwickeln. Bambauer wünscht ein Standardgerät, das für unterschiedliche Techniken mit unterschiedlicher Software ausgerüstet werden kann. Dies würde nicht nur die Kosten senken, sondern auch den Arbeitsaufwand in der Klinik deutlich reduzieren und die Bediensicherheit erhöhen.

Rolf Bambauer, seit mehr als 30 Jahren in das Thema wissenschaftlich und klinisch involviert, sieht im therapeutischen Plasmaaustausch ein großes Spektrum von bislang ungenutzten Entwicklungsmöglichkeiten. Er fordert von den Akteuren im Feld – Medizin wie Industrie – Courage und Kapital. Dem engagierten Kollegen ist nachdrücklich zuzustimmen.

Karl-Wilhelm Fritz

Rolf Bambauer, Reinhard Latza, Ralf Schiel: Therapeutic Plasma Exchange and Selective Plasma Separation Methods. Fundamental Technologies, Pathology and Clinical Results. Pabst Science Publishers, Lengerich 2013, 4. Auflage, 580 Seiten, kartoniert, 70 Euro

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