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Der altmodische Armreif hat ausgedient: Kupfer- oder Magnetarmbänder haben sich nicht so recht durchgesetzt. Die sogenannte Wearables aber sind der Trend der Saison in der Lifestylebranche (siehe www.aerzteblatt.de/p14418). Das Messen eigener Körperdaten wie Pulsschlag, Bewegung oder Blutdruck sollen den Träger anspornen, etwas für seine Gesundheit zu tun. Der abendliche Datencheck ergibt zu wenig Bewegung? Schnell noch ein abendlicher Joggingausflug. Wearables als idealer Helfer, um den inneren Schweinehund zu überwinden? So einfach gibt sich der Schweinehund nicht geschlagen. Regen, Dunkelheit, Kälte, ein stressiger Arbeitstag: Und schon findet der abendliche Jogginglauf in Gedanken auf dem Sofa statt. Da nützen auch die geringen Bewegungsdaten nichts. Das dachten sich auch die Erfinder des Aktivitätstrackers Pavlok. Der geht nämlich direkt durch „Mark und Bein“. Er gibt Stromstöße ab, die der Firma zufolge mit einem durch statische Aufladung verursachten Schlag vergleichbar ist. Man kann sich aussuchen, wann der „Strafschlag“ kommt und wo. Denn mit Hilfe von speziellen Pflastern kann man das Modul an beliebigen Körperstellen ankleben. Die Selbstzüchtigung als Präventionsgedanke. Zumindest ein befremdlicher Gedanke. Allerdings haben die Initiatoren über eine Crowdfunding-Kampagne schon mehr als 50 000 US-Dollar eingesammelt. Das Trackingmodul soll 175 US-Dollar kosten. Da geht es doch billiger mit der altmodischen sozialen Kontrolle: Einfach zum abendlichen Sporttreff mit Freunden verabreden, anstatt zuckend auf dem Sofa zu sitzen. Denn Freunde im Regen stehen zu lassen, ist der effektivere Stromschlag.

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