ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2014Börsebius: Hangover bei Goldfans

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Börsebius: Hangover bei Goldfans

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Als die Krimkrise nebst Annexion auf ihrem Höhepunkt war, wurde ich von Anfragen ziemlich überschüttet, ob man denn gerade jetzt und erst recht Gold kaufen müsse. Etwa zur gleichen Zeit war ich mit der Vortragsveranstaltung „Börsebius Live“ auf Tour in zehn deutschen Städten und auch da stand das gelbe Edelmetall im Fragenkatalog ganz weit oben.

Wer mit dabei war, erinnert sich noch gut an meinen Disput mit zwei Wertpapierexperten, die eher pro Gold waren, während ich kategorisch davon abgeraten habe. Börsebius-Leser konnten meine goldkritische Haltung aber auch schon einige Zeit zuvor erfahren (Deutsches Ärzteblatt, Jg. 111, Heft 13 vom 28. März 2014 „Gold und Silber lieb’ ich sehr“ und Deutsches Ärzteblatt, Jg. 110, Heft 27–28 vom 8. Juli 2013 „Gold im Crash“).

Die Befürchtungen erwiesen sich als durchaus berechtigt. Gold befindet sich derzeit im freien Fall. Ende Oktober sprachen Analysten sogar von einem schwarzen Freitag, als der Preis für das gelbe Edelmetall die Marke von 1 150 Dollar knapp schrammte, während im März die Notiz nahezu bei 1 400 Dollar je Feinunze lag. Ein veritables Vierjahrestief schockte die Goldliebhaber ziemlich und nachhaltig.

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So richtig verblüffend ist der Niedergang des Goldpreises aber eigentlich nicht. Es gibt durchaus eine Reihe von Faktoren, die das gelbe Metall belasten und das anhaltend. Die entscheidende Stellschraube ist das niedrige Inflationsniveau weltweit, das, trotz fast schon verzweifelter Versuche der Notenbanken, mit immensem Gelddrucken dagegenzuhalten, auf absehbare Zeit so tief bleiben wird. Hinzu kommt, dass von der europäischen Staatsschuldenkrise derzeit kaum noch jemand redet. Und an die Ukraine hat sich der Beobachter fast schon gewöhnt und sie fällt damit als Krisenangstmacher aus.

Der Kater bei den Goldfans ist also riesengroß und es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass sich das alsbald legen könnte. Im Gegenteil, so ein Hangover kann sich ganz schön hinziehen.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 6. Dezember 2014 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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