ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2014Wilfried Lorenz †: Protagonist klinischer Leitlinien

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Wilfried Lorenz †: Protagonist klinischer Leitlinien

Kopp, Ina B.

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Am 24. Oktober 2014 ist Prof. Dr. med. Wilfried Lorenz im Alter von 75 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren die deutsche Ärzteschaft und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) einen herausragenden Wissenschaftler, der sein Lebenswerk der patientenorientierten Forschung und der Qualitätsförderung im Gesundheitswesen gewidmet hat.

Wilfried Lorenz, Foto: privat
Wilfried Lorenz, Foto: privat

Wilfried Lorenz hat den Aufbau des Leitlinienprogramms der Fachgesellschaften unter dem Dach der AWMF seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wesentlich geprägt und von 1999 bis 2004 als Vorsitzender der Ständigen Kommission Leitlinien angeführt. Zu seinen Verdiensten gehören die Einführung eines Qualitätsmanagements für Leitlinien mit der Klassifikation S1 bis S3 und die Konsensbildung zwischen Wissenschaft und Selbstverwaltung, die sich heute im Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien widerspiegelt.

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Lorenz war als konzeptioneller Denker seiner Zeit oftmals voraus. Von zentraler Bedeutung waren ihm die systematische Betrachtung klinisch relevanter Fragestellungen von der Zellkultur bis zur Leitlinienimplementierung und die Berücksichtigung hermeneutischer Zielgrößen – bevor hierfür die Begriffe der translationalen Forschung und der „Patient Reported Outcomes“ geprägt wurden. Für sein wissenschaftliches Wirken mit mehr als 1 000 Publikationen hat er zahlreiche Ehrungen von nationalen und internationalen Fachgesellschaften erhalten. 2005 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Prof. Dr. med. Ina B. Kopp

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