ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2014Schach: Junges Blut Dr. Jolowicz

SCHLUSSPUNKT

Schach: Junges Blut Dr. Jolowicz

Pfleger, Helmut

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Vor Jahren war ich beim stellvertretenden Chefredakteur des Deutschen Ärzteblatts, Josef Maus, zu Besuch und pries gegenüber den Töchtern Katharina und Johanna die Einfachheit der spanischen Sprache; man müsse nur an die deutschen Worte jeweils ein „o“ anhängen, also beispielsweise: klar – claro, krass – crasso, halt – halto, Gans – ganso, Appetit – apetito, Käs – queso und so weiter und so fort. Allerdings gibt es gelegentlich kleine Fallstricke, so bedeutet „presidiario“ nicht Präsident, sondern Zuchthäusler und „bravo“ und „caldeo“ im Deutschen nicht brav und kalt, sondern ebenfalls just das Gegenteil. Aber welche Sprache hätte nicht ihre Ausnahmen?!

Foto: Dagobert Kohlmeyer
Foto: Dagobert Kohlmeyer

Jedenfalls war das einleuchtend und anregend zugleich, mittlerweile beherrschen die beiden das Spanische (fast) so gut wie die Eltern den Kölschen Dialekt und lieben die Sprache (fast) so sehr wie der Vater den 1. FC Köln. Wenn Sie sich selbst überzeugen wollen, kommen Sie doch zum nächsten Ärzteschachturnier im April 2015 nach Bad Neuenahr und parlieren mit der ganzen Familie im jeweils gewünschten Idiom. Und vielleicht tritt dann gar noch Dr. med. Matias Jolowicz hinzu, ohne den ich vermutlich nie erfahren hätte, dass das Schachspiel zeitgleich mit der Niederschrift des „Kamasutra“ im Jahre 471 in Indien erfunden wurde. Was der nicht alles weiß! Allerdings hat Dr. Jolowicz nicht die geringste Ahnung von Kölsch, sehr wohl aber von der Sprache mit den „o“ am Schluss, schließlich wuchs er in Brasilien mit dem verwandten Portugiesisch auf. Apropos, wollen Sie noch wissen, was Arzt auf Spanisch heißt? Nein, ausnahmsweise nicht Arzto, sondern „matasanos“, wörtlich „tötet die Gesunden“, höflichere Zeitgenossen sprechen aber auch von „medico“ oder „doctor“.

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Jetzt aber genug des Spanischen, bleiben wir bei Dr. Jolowicz, auf den Josef Maus seit Jahr und Tag unverdrossen wettet. Natürlich weiß er nur allzu gut, dass der Kollege eine weit sicherere Bank als der 1. FC Köln ist und man auf ihn, den Doktor, getrost setzen kann. Selbst wenn Dr. Jolowicz jetzt schon in Rente geht und erstmals für Niedersachsen in der Seniorenmannschaft spielt, worüber sich der verantwortliche Leiter herzlich freute: „Endlich mal ein junges Blut in unserer Mannschaft!“

Sehen Sie, wie dieses junge Blut, dem wilde Taktik nach wie vor lieber als (altersgemäßes) ruhiges Positionsspiel ist, beim letzten Deutschen Ärzteschachturnier als Weißer am Zug Prof. Dr. med. Werner Frank mit einer „petite combinaison“ schön besiegte?

Lösung:

Lösung: Die schwarze Dame ist verhängnisvoll an die Deckung ihres Läufers e7 gebunden. Diesen Umstand nutzte der Bauernvorstoß 1. e5! aus; nach dem plausiblen 1. . . . De6 und nun dem hübschen Ablenkungs-Läuferopfer 2. Lf5! war die Dame verloren: 2. . . . Dxf5 3.Sxe7+ nebst 4. Sxf5.
Lösung: Die schwarze Dame ist verhängnisvoll an die Deckung ihres Läufers e7 gebunden. Diesen Umstand nutzte der Bauernvorstoß 1. e5! aus; nach dem plausiblen 1. . . . De6 und nun dem hübschen Ablenkungs-Läuferopfer 2. Lf5! war die Dame verloren: 2. . . . Dxf5 3.Sxe7+ nebst 4. Sxf5.

Die schwarze Dame ist verhängnisvoll an die Deckung ihres Läufers e7 gebunden. Diesen Umstand nutzte der Bauernvorstoß 1. e5! aus; nach dem plausiblen 1. . . . De6 und nun dem hübschen Ablenkungs-Läuferopfer 2. Lf5! war die Dame verloren: 2. . . . Dxf5 3.Sxe7+ nebst 4. Sxf5.

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