ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2014Thrombozytentransfusion bei hämatologischen und onkologischen Patienten sowie bei Operationen

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Thrombozytentransfusion bei hämatologischen und onkologischen Patienten sowie bei Operationen

Platelet transfusion in hematology, oncology and surgery

Dtsch Arztebl Int 2014; 111(48): 809-15; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0809

Wandt, Hannes; Schäfer-Eckart, Kerstin; Greinacher, Andreas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Bei akuter hypoproliferativer Thrombozytopenie wird bisher eine prophylaktische Thrombozytentransfusion empfohlen, wenn ein morgendlicher Grenzwert von 10 000/µL oder bei zusätzlichen Risiken von 20 000/µL unterschritten wird. Bei chronischer Thrombozytopenie wird ein restriktiveres Vorgehen erst ab einem Grenzwert von 5 000/µL vorgeschlagen. In Deutschland werden jährlich eine halbe Million Thrombozytentransfusionen verabreicht – die Tendenz ist steigend. Neue Studien weisen auf die Möglichkeit einer zurückhaltenderen Transfusionsstrategie hin.

Methode: Es wurde eine selektive Literaturrecherche in PubMed unter Einbeziehung nationaler und internationaler Empfehlungen sowie Leitlinien der Fachgesellschaften durchgeführt.

Ergebnisse: Prophylaktische Transfusionen sollten unter klinischen Gesichtspunkten und unter Abwägung des individuellen Blutungsrisikos erfolgen. Um schwerwiegende Blutungen zu vermeiden, ist es wichtiger, auf erste Blutungszeichen zu achten, als ausschließlich auf den morgendlichen Thrombozyten-Grenzwert von 10 000/µL. Dieser ist bei akuten Leukämien allerdings nach wie vor Standard. Bei klinisch stabilen Patienten mit niedrigem Blutungsrisiko, wie beispielsweise nach autologer Blutstammzelltransplantation, ist gemäß aktueller Studien eine therapeutische Transfusionsstrategie möglich. Diese Strategie sieht erst nach initialen Blutungszeichen vor, Thrombozyten zu transfundieren. Auch bei Patienten mit Tumoren, auf Intensivstationen oder mit zusätzlichen kardialen Risiken empfiehlt sich neben der Beachtung eines Grenzwerts eine klinisch orientierte Transfusionsstrategie.

Schlussfolgerung: Eine restriktivere Transfusionsstrategie unter Berücksichtigung des Blutungsrisikos und insbesondere die Einhaltung der Hämotherapie-Leitlinien könnten die Zahl von Thrombozytentransfusionen deutlich reduzieren.

LNSLNS

Seit den 1960er Jahren wurde entsprechend der Publikation von Gaydos et al. (1) die prophylaktische Transfusion von Thrombozyten Standard, um Blutungen bei thrombozytopenischen Patienten ab einem morgendlichen Thrombozytenwert von 20 000/µL vorzubeugen. Bei Patienten mit akuter Leukämie wurde 1991 erstmals gezeigt, dass ein Thrombozytengrenzwert von 10 000/µL zur Vermeidung von Blutungen in der täglichen Praxis sicher ist (2). Dieser Trigger zur prophylaktischen Transfusion wurde in mehreren Studien in Folge als sicher bestätigt und für die Routine Standard (36). Dabei sind sich Experten seit langem darüber einig, dass die Indikation zur prophylaktischen Transfusion unter klinischen Gesichtspunkten und Berücksichtigung der individuellen Risikosituation des Patienten erfolgen sollte. Der morgendlich gemessene Thrombozytenwert, der sich im Tagesverlauf verändert, sollte nicht die einzige Indikation sein (710).

Bei Patienten mit chronischer Thrombozytopenie, zum Beispiel bei myelodysplastischen Syndromen (MDS), kommt es selbst ab einem Thrombozytenwert von < 10 000/µL nur in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Blutungen. Daher wird zunehmend die Frage gestellt, ob eine routinemäßige prophylaktische Transfusion von Thrombozyten notwendig ist (11). Dies wurde zuletzt in zwei großen randomisierten kontrollierten Studien und einer klinischen Beobachtungsstudie untersucht (1214). Dabei wurden Patienten mit akuter Leukämie sowie nach autologer Stammzelltransplantation einbezogen. Eine Patientengruppe wurde mit einer therapeutischen Transfusionsstrategie behandelt, das heißt, es wurden erst bei klinischen Blutungszeichen Thrombozytenkonzentrate transfundiert. Die andere Patientengruppe erhielt eine prophylaktische Transfusion ab Thrombozytenwerten < 10 000/µL.

In Deutschland werden etwa 75 % der transfundierten Thrombozytenkonzentrate hämatologischen und onkologischen Patienten verabreicht. Die restlichen 25 % werden hauptsächlich bei chirurgischen Maßnahmen verbraucht (persönliche Mitteilung von Dr. Margarethe Heiden, Paul-Ehrlich-Institut). Stichproben in einzelnen Kliniken zeigen nicht nur in Deutschland, dass circa 30–40 % mehr Thrombozytenkonzentrate transfundiert werden als nach den geltenden Hämotherapie-Leitlinien notwendig wären (6, 15). Blutprodukte sind nicht nur ein wertvolles Gut, für das freiwillige Spender Zeit opfern und Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Darüber hinaus bringen Thrombozytentransfusionen Risiken für die Patienten mit sich und können in sehr seltenen Fällen zum Tod führen. Sie sollten also stets mit Vorsicht und indizierter Zurückhaltung angewendet werden (10, 16). Neuere Daten weisen zudem darauf hin, dass sich Thrombozytentransfusionen sowohl auf Entzündungsreaktionen als auch auf das Immunsystem auswirken und möglicherweise die Prognose maligner Erkrankungen negativ beeinflussen können (16, 17).

Methode

Für diesen Übersichtsartikel wurde eine selektive Literaturrecherche in der Datenbank PubMed durchgeführt. Dafür wurden die nachstehenden Stichwörter verwendet: prophylactic and therapeutic platelet transfusion, platelet transfusion and haematological and oncological patients. Der Evidenzgrad wird folgendermaßen angegeben:

  • hoch: ausreichend große und methodisch gute, randomisierte kontrollierte Studien; große prospektive Studien
  • mittel: große retrospektive und mehrere kleinere prospektive Studien
  • niedrig: Fallbeobachtungen in Serien; Expertenmeinung aufgrund klinischer Erfahrung.

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über neue Publikationen zur Thrombozytentransfusion vor dem Hintergrund der Querschnitts-Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer von 2008 sowie internationaler Richtlinien (5, 6, 18). Besonders berücksichtigt wird die Diskussion der letzten Jahre über die prophylaktische Transfusionsstrategie. Auf dieser Grundlage entwickeln die Autoren Vorschläge für künftige Änderungen in der täglichen Transfusionspraxis.

Hämatologische Patienten

Chronische Thrombozytopenie

Die Hämotherapie-Leitlinien empfehlen bei chronischer Thrombozytopenie, zum Beispiel aplastischer Anämie oder MDS, ein sehr zurückhaltendes Vorgehen. Dies bestätigt bisher allerdings nur eine Studie (11). Vorausgesetzt der Patient hat weder Fieber über 38 °C noch manifeste Blutungen oder es sind keine chirurgischen Eingriffe geplant, sollten Thrombozyten erst transfundiert werden, wenn bei einer wöchentlichen Kontrolle der Thrombozytenwert von 5 000/µL unterschritten wird (5, 6, 18, 19).

Bei Immunthrombozytopenie (ITP) sollte grundsätzlich keine prophylaktische Thrombozytentransfusion erfolgen. Hier steht die ursächliche Behandlung im Vordergrund (6, 19, 20). Patienten mit ITP bluten trotz schwerer Thrombozytopenie selten. Bei bedrohlichen Blutungen sollten allerdings Thrombozytenkonzentrate verabreicht werden (Evidenzgrad: niedrig bis mittel).

Akute Thrombozytopenie

Schwere Thrombozytopenien treten insbesondere nach intensiven Therapien von akuten Leukämien und Lymphomen auf. In diesen Fällen empfehlen nationale und internationale Leitlinien, bei klinisch stabilen Patienten erst ab einem morgendlichen Thrombozyten-Grenzwert von < 10 000/µL prophylaktisch zu transfundieren (5, 6, 18, 19) (Evidenzgrad: hoch).

Als klinisch instabil werden Patienten definiert, die > 38 °C Fieber, Blutungszeichen, Infektionen, eine Leukozytose, eine plasmatische Gerinnungsstörung, einen steilen Thrombozytenabfall oder vorbestehende Nekrosebereiche haben. In diesen Fällen soll schon transfundiert werden, wenn der Grenzwert von 20 000/µL unterschritten wird (6) (Evidenzgrad: niedrig).

Neuere Studien, die keine Risikomodifikation des Triggers durchführten, zeigen, dass der Trigger von 10 000/µL grundsätzlich auch für klinisch instabile Patienten beibehalten werden kann (12, 13, 21). Bei Kindern und hinfälligen Patienten sollten allerdings Begleitrisiken, wie Bewegungsdrang und Sturzgefahr, die einen höheren Thrombozytenwert als Trigger rechtfertigen, berücksichtigt werden (Evidenzgrad: hoch).

Prophylaktische und therapeutische Transfusionsstrategien

Unter der Voraussetzung schneller Verfügbarkeit von Thrombozytenkonzentraten stellt sich die Frage, ob eine therapeutische Transfusionsstrategie bei klinisch stabilen Patienten ausreichend ist und somit den bisherigen Standard einer prophylaktischen Transfusion ersetzen könnte. In der Hoffnung schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutungen verhindern zu können, wird prophylaktisch, also ohne dass Blutungszeichen vorliegen, transfundiert. Die therapeutische Strategie sieht vor, erst in dem Moment unverzüglich zu transfundieren, wenn erste Blutungszeichen (mehr als vereinzelte Petechien) auftreten. Hierzu wurden in den letzten Jahren zwei große, randomisierte Studien publiziert (12, 13, 22). Übereinstimmend kamen die Studien zu folgenden Ergebnissen (Tabelle):

Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien
Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien
Tabelle
Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien

Durch die prophylaktische Transfusion lassen sich Blutungen signifikant um mindestens 7 % reduzieren. Dies zeigte insbesondere die Studie von Stanworth et al., bei der Blutungen das Hauptzielkriterium waren (13, 22). Ein signifikant höheres Blutungsrisiko im Hinblick auf die therapeutische Transfusionsstrategie ergab sich bei Patienten mit akuter Leukämie (52 von 90 Betroffenen, 58 % gegenüber 33 von 89 Patienten, 37 % bei prophylaktischer Transfusion), nicht jedoch bei Patienten nach autologer Stammzelltransplantation (99 von 211 Betroffenen, 47 % gegenüber 95 von 210 Patienten, 45 % bei prophylaktischer Transfusion).

Schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutungen traten trotz prophylaktischer Transfusion auf. Diese unterschieden sich zwischen den beiden Transfusionsstrategien in der Studie nicht signifikant (13). Wandt et al. beobachteten bei Patienten mit akuter Leukämie signifikant mehr schwere Blutungen, wenn Thrombozyten nur therapeutisch transfundiert wurden (12). In beiden Studien traten schwere Blutungen mehrheitlich bei Thrombozytenwerten > 10 000/µL auf und waren fast ausnahmslos Ausdruck klinischer Risiken.

Übereinstimmend war in beiden Studien das Blutungsrisiko nach autologer Blutstammzelltransplantation (relativ kurze Thrombozytopenie-Dauer und Remission der Grundkrankheit) signifikant geringer als bei akuter Leukämie. Autolog transplantierte Patienten erlitten bei therapeutischer Transfusionsstrategie in beiden Studien nicht signifikant mehr schwerwiegende Blutungen. In einer Untersuchung war auch für leichtere Blutungen das Risiko vergleichbar (22). Diese Daten bestätigen Ergebnisse einer zuvor publizierten Beobachtungsstudie (14).

Der Verbrauch an Thrombozytenkonzentraten war in beiden Studien bei der therapeutischen Strategie um mindestens ein Drittel signifikant geringer. Allerdings berichten beide Studien über tendenziell höhere Erythrozytentransfusionen bei diesen Patienten.

Beide randomisierten Studien bestätigen die – schon früher in retrospektiven Untersuchungen und Metaanalysen gefundene – Erkenntnis, dass schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutungen weder in erster Linie durch den Grad der Thrombozytopenie bedingt sind noch mit Hilfe der prophylaktischen Transfusion verhindert werden können. Viel mehr sind diese von klinischen Risikokonstellationen abhängig, wie zum Beispiel unkontrollierten Grunderkrankungen, Komorbiditäten und zusätzlichen plasmatischen Gerinnungsstörungen (79, 12, 13, 21, 22).

Auf Basis der aktuellen Datenlage sollte bei Patienten mit akuter Leukämie weiterhin die prophylaktische Strategie mit einem Transfusionstrigger von 10 000/µL beibehalten werden. Im Gegensatz dazu erscheint den Autoren und anderen Experten die Datenlage ausreichend überzeugend, um bei erwachsenen und klinisch stabilen Patienten nach autologer Stammzelltransplantation unter stationärer Überwachung auch eine therapeutische Strategie zu verfolgen (Grafik). Allerdings muss gewährleistet sein, dass bei ersten Blutungszeichen Thrombozytenkonzentrate zur Verfügung stehen (10, 1214, 22). Die dabei vermehrt auftretenden geringgradigen Blutungen müssen vom Patienten und behandelnden Arzt in Kauf genommen und gegenüber einer relevanten Reduktion der Thrombozytentransfusionen um 30–40 % abgewogen werden. Das erhöhte Auftreten geringgradiger Blutungen in der einen (12) und die leicht gestiegene Zahl an Blutungstagen in der anderen Studie (13, 22) ergeben sich als direkte Folge der therapeutischen Transfusionsstrategie, bei der erst nach den ersten Blutungszeichen die Transfusion eingeleitet wird (Evidenzgrad: hoch).

Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten
Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten
Grafik
Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten

Ob die therapeutische Strategie auch auf andere Patienten mit niedrigem Blutungsrisiko ausgedehnt werden kann, wie zum Beispiel auf Patienten mit akuter Leukämie in der Postremissionstherapie, wird derzeit in einer Studie in Deutschland überprüft.

Onkologische Patienten

Bei onkologischen Patienten ist die therapieinduzierte Thrombozytopenie nicht so ausgeprägt und anhaltend wie bei Leukämiepatienten. Prophylaktisch sollte in der Regel erst bei Thrombozytenwerten von < 10 000/µL transfundiert werden (6, 19). Ausnahmen ergeben sich nach den Hämotherapie-Leitlinien bei Hirntumoren und Hirnmetastasen sowie bei anderen Tumoren mit Blutungsrisiko. Nur bei diesen Patienten sollte eine Thrombozytenzahl von > 50 000/µL aufrecht erhalten werden (Kasten 1).

Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)
Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)
Kasten 1
Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)

Onkologische Patienten leiden nicht selten an akuten Thrombosen (Kasten 2). Immer häufiger kommt es bei onkologischen Patienten, die eine koronare Stent-Implantation erhalten haben, unter der Behandlung mit Thrombozytenfunktionshemmern zu Blutungen, wie zum Beispiel bei gastrointestinalen Tumoren. Eine Thrombozytopenie ist kein alleiniger ausreichender Schutz vor einer in-Stent-Thrombose. Daher sollte nach Expertenmeinung der Thrombozytengehalt über 30 000/µL liegen und gleichzeitig zumindest Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel gegeben werden (26, e2, e3).

Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)
Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)
Kasten 2
Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)

Besonders bei Patienten mit metastasierten Tumoren kann eine Thrombozytopenie auftreten, weil die Gerinnung Tumor-bedingt aktiviert werden kann. Diese verstärkt in Zusammenhang mit einer häufig gleichzeitig einsetzenden Hyperfibrinolyse die Blutungsneigung (e4). Typischerweise sind die Werte der D-Dimere sehr hoch. In diesen Fällen ist die Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin bei Thrombozytenwerten von > 20 000/µL sinnvoller als die Thrombozytentransfusion, wobei nach Erfahrung der Autoren oft hohe Heparin-Dosen benötigt werden. Der Therapieerfolg spiegelt sich im Anstieg der Thrombozytenwerte und in der Reduktion der D-Dimere wider. Thrombozyten sollten nur bei akuten Blutungen gegeben werden (27) (Evidenzgrad: niedrig).

Invasive Eingriffe

Im Vergleich zu den Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer (6) liegen nur wenige neue Erkenntnisse vor. Nach wie vor gilt, dass vor kleineren Eingriffen durch Transfusion eine Thrombozytenzahl von > 20 000/µL, dahingegen bei Eingriffen mit höherem Blutungsrisiko von > 50 000/µL erreicht werden sollte. Allerdings ist der in den Leitlinien empfohlene Thrombozytengehalt von 70–100 000/µL vor neurochirurgischen Eingriffen oft nicht zu erreichen. Hier kann der Eingriff nach Erfahrungen der Autoren bei Thrombozytenwerten von 50 000/µL begonnen werden. Für immunisierte Patienten müssen vor dem operativen Eingriff ausreichend kompatible Thrombozytenkonzentrate bereitgestellt werden.

Zur Anlage eines zentralen Venenkatheters (ZVK) ist selbst bei ausgeprägter Thrombozytopenie nicht unbedingt eine prophylaktische Transfusion erforderlich (28, 29). Vor einer Lumbalpunktion wird in den Leitlinien ein Thrombozytenwert von mindestens 20 000/µL gefordert. Bei 66 akuten Leukämiepatienten wurden 195 Lumbalpunktionen analysiert. Trotz Thrombozytenwerten von < 20 000/µL sind in dieser Studie keine signifikanten Blutungen aufgetreten (30). Die Erfahrungen des Arztes, eine Lumbalpunktion durchzuführen sowie einen ZVK anzulegen, spielen hinsichtlich Blutungskomplikationen eine wesentlichere Rolle als die absolute Thrombozytenzahl (Evidenzgrad: niedrig bis mittel).

Intensivpatienten

Prophylaktische Transfusion versus therapeutische Transfusion

Da 5–10 % der Intensivpatienten eine Thrombozytopenie von < 50 000/µL entwickeln (31) und häufig Unsicherheit über das richtige Vorgehen besteht, wird diese spezifische Situation hier vorgestellt. Derzeit erhalten zwischen 9  und 30 % der Intensivpatienten Thrombozytentransfusionen, vor allem prophylaktisch (32, 33). Diese Tendenz nahm zu, nachdem 2012 durch die „Sepsis Surviving Campaign“ eine Expertenempfehlung ausgesprochen wurde, bei septischen Patienten ab einem Transfusionstrigger von 20 000/µL prophylaktisch zu transfundieren (34).

Vor Kurzem erschien eine systematische Literaturanalyse, die den Effekt der Thrombozytentransfusion bei erwachsenen Intensivpatienten untersucht hat (35). Der Thrombozytenanstieg nach Verabreichung eines Konzentrats lag im Mittel bei 15 000/µL. Ob durch die Thrombozytentransfusion Blutungen vermieden werden, wurde bisher noch nicht untersucht. Die Gabe von Thrombozyten reduziert die Mortalität nicht. Die Autoren schlussfolgern, dass es derzeit nicht genügend Daten gibt, um eine evidenzbasierte Empfehlung auszusprechen.

Viele Studien belegen zwar, dass eine Thrombozytopenie mit einer erhöhten Mortalität einhergeht. Allerdings ist nicht geklärt, ob die Erhöhung der Thrombozytenzahl durch Transfusion einen Einfluss auf das Überleben dieser Patienten hat. Die Ursachen sind oft multifaktoriell. Neben einer verringerten Thrombozytopoese können ein erhöhter Thrombozytenverbrauch sowie weitere komplexe Organschädigungen vorliegen.

Zusammenfassend gibt es derzeit keine Evidenz, von der Empfehlung der Hämotherapie-Leitlinien bei Intensivpatienten abzuweichen und Thrombozyten nur im Fall von Blutungen beziehungsweise vor invasiven Eingriffen zu transfundieren (6) (Evidenzgrad: niedrig).

Vorgehen bei Thrombozytenrefraktärität

Bei etwa 10–20 % der Patienten steigt circa eine Stunde nach Transfusion von mindestens zwei frischen, AB0-kompatiblen Thrombozytenkonzentraten der Thrombozytenwert um weniger als 5 000/µL an. Das klinische Management dieser Patienten ist schwierig. Der gesteigerte Verbrauch der transfundierten Thrombozyten basiert meist auf nichtimmunologischen Ursachen, zum Beispiel blutende und septische Patienten oder eine vergrößerte Milz. Seltener liegen immunologische Gründe (1–3 %) vor, wie Antikörper gegen humane Leukozyten- (HLA) oder Plättchenantigene (HPA) (36). Bevor die Diagnose der Thrombozytenrefraktärität gestellt wird, ist zu beachten, dass Patienten mit Thrombozytenwerten von < 5 000/µL typischerweise nur mit einem kurzfristigen Anstieg auf die Gabe eines Thrombozytenkonzentrats reagieren. Die transfundierten Thrombozyten werden sofort für die Endothelabdichtung benötigt und somit verbraucht. Bei den meisten nichtimmunologischen Ursachen lassen sich durch mehrere blutgruppengleiche Thrombozytentransfusionen ein Thrombozytenanstieg und insbesondere eine Blutstillung erzielen.

Eine immunologisch bedingte Refraktärität gegenüber Thrombozytentransfusionen ist meist die Folge von vorausgegangenen Schwangerschaften und häufigen Transfusionen, die zur entsprechenden Antikörperbildung geführt haben. Eine immunologische Ursache wird vermutet, wenn trotz mindestens zwei AB0-kompatiblen Transfusionen der Thrombozytengehalt nicht angestiegen oder die Blutung gestillt worden ist. In diesem Fall muss umgehend eine Typisierung von HLA-A und -B veranlasst werden. Es ist besser, diese schon vor einer intensiven Therapiemaßnahme zu bestimmen, denn bei nachgewiesenen transfusionsrelevanten Antikörpern müssen im Fall einer Blutung umgehend HLA-/HPA-kompatible Thrombozyten transfundiert werden (6).

Allgemein wird bei immunrefraktären Patienten empfohlen, eine therapeutische Transfusionsstrategie zu verfolgen, das heißt, erst bei schwereren Blutungen oder vor notwendigen invasiven Eingriffen Thrombozyten zu transfundieren. Damit wird das Risiko der Induktion weiterer Antikörper reduziert (6, 19). Das entscheidende Erfolgskriterium der Transfusion ist bei diesen Patienten die Blutstillung.

Schwerwiegende Blutungen können bei ansonsten refraktären Patienten auch mit Hilfe einer Massentransfusion von acht bis zehn AB0-kompatiblen Thrombozytenkonzentraten therapiert werden (6, 19). Zusätzlich bestehen aktuelle Hinweise, dass die intravenöse Gabe von Tranexamsäure die Blutungsneigung bei Thrombozytopenie verringern kann (37, e5) (Evidenzgrad: niedrig bis mittel).

Wahl des Thrombozytenkonzentrats

In den Querschnitts-Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer werden im Hinblick auf Transfusionen bei nichtimmunisierten Patienten Thrombozytenkonzentrate, die durch Apherese von Einzelspendern gewonnen werden (ATK), gepoolten Thrombozytenkonzentraten (PTK), die in der Regel aus 4 Vollblutspenden hergestellt werden, gleichgestellt. Immunisierte Patienten sollten nur mit ATK versorgt werden (6).

Der Vorteil der PTK besteht darin, dass Thrombozyten aus den regulären Vollblutspenden gewonnen werden (38). Aufgrund der unterschiedlichen Herstellungsverfahren ist ein einfacher Vergleich nicht möglich. Die Spender-Populationen, die Spende-Intervalle und die Menge sowie Art der hergestellten Blutprodukte sind unterschiedlich. Nach allen verfügbaren Stellungnahmen überwiegt nach wie vor kein gesicherter Vorteil oder Nachteil der verschiedenen Thrombozytenpräparation bei nichtimmunisierten Patienten (3840, e6, e7). Um die zeitnahe Versorgung der Patienten mit Thrombozytenkonzentraten zu gewährleisten, sind beide Präparationsverfahren erforderlich und bundesweit bereitzuhalten. Die Entscheidung des behandelnden Arztes für oder gegen ATK beziehungsweise PTK sollte sich an medizinischen Kriterien orientieren. Aber darüber hinaus muss die Verfügbarkeit gewährleistet sein. Ist für eine rasche therapeutische Transfusion kein PTK vorhanden, muss der behandelnde Arzt ATK transfundieren. Dies muss von den Kostenträgern bezahlt werden. Indikationsfremde Anreize für die unterschiedlichen Konzentrate und Transfusionsmengen, die derzeit aufgrund der Abrechnungssystematik nach diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG, „diagnosis related groups“) bestehen, sollten umgehend beseitigt werden (Evidenzgrad: mittel bis hoch).

Interessenkonflikt
Prof. Greinacher ist Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald, die auch Thrombozytenkonzentrate herstellt. Er hat Kongressgebühren und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare erhalten von der Firma Maco-Pharma. Prof. Greinacher vertritt in der wissenschaftlichen Diskussion den Standpunkt, dass Pool-Thrombozytenkonzentrate nicht schlechter sind als Apherese-Thrombozytenkonzentrate.

Prof. Wandt und Dr. Schäfer-Eckart erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 6. 2014, revidierte Fassung angenommen: 15. 9. 2014

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hannes Wandt
Georg-Eberlein-Straße 18, 90408 Nürnberg
wandt@klinikum-nuernberg.de

Zitierweise
Wandt H, Schäfer-Eckart K, Greinacher A: Platelet transfusion in
hematology, oncology and surgery. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 809–15.
DOI: 10.3238/arztebl.2014.0809

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4814 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

1.
Gaydos LA, Freirecht EJ, Mantel N: The quantitative relation between platelet count and hemorrhage in patients with acute leukemia. N Engl J Med 1962; 266: 905–9. CrossRef MEDLINE
2.
Gmür J, Burger J, Schanz U, Fehr J, Schaffner A: Safety of stringent prophylactis platelet transfusion policy for patients with acute leukemia. Lancet 1991; 338: 1223–6. CrossRef MEDLINE
3.
Rebulla P, Finanzzi G, Marangoni F, et al.: The threshold for prophylactic platelet transfusions in adults with acute myeloid leukemia. Gruppo Italiano Malattie Ematologiche Maligne dell´Adulto. N Engl J Med 1997; 337: 1870–5. CrossRef MEDLINE
4.
Wandt H, Frank M, Ehninger G, et al.: Safety and cost effectiveness of a 10x10(9)/L trigger for prophylactic platelet transfusions compared with the traditional 20x10(9)/L trigger: a prospective comparative trial in 105 patients with acute myeloid leukemia. Blood 1998; 91: 3601–6. MEDLINE
5.
Schiffer CA, Anderson KC, Bennet CL, et al.: Platelet transfusion for patients with cancer: clinical practice guidelines of the American Society of Clinical Oncology. J Clin Oncol 2001; 19: 1519–38. MEDLINE
6.
Bundes­ärzte­kammer: Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten. 4. Auflage. Kön: Deutscher Ärzte-Verlag 2009.
7.
Friedmann AM, Sengul H, Lehmann H, Schwartz C, Goodman S: Do basic laboratoy test of clinical observations predict bleeding in thrombocytopenic oncology patients? A re-evaluation of prophylactic platelet transfusions. Transfus Med Rev 2002; 16: 34–45. CrossRef MEDLINE
8.
Slichter SJ: Relationship between platelet count and bleeding risk in thrombocytopenic patients. Transfus Med Rev 2004; 18: 153–67. CrossRef MEDLINE
9.
Estcourt L, Stanworth S, Doree C, et al.: Prpophylactic platelet transfusion for prevention of bleeding in patients with haematological disorders after chemotherapy and stem cell transplantation: Cochrane Database Syst Rev 2012; 5: CD004269. MEDLINE
10.
Schiffer CA: Prophylactic platelet transfusion is frequently not necessary. Nat Rev Clin Oncol 2013; 10: 431–2. CrossRef MEDLINE
11.
Sagemeister M, Oec L, Gmür J: A restrictive platelet transfusion policy allowing long-term support of outpatients with severe aplastic anemia. Blood 1999; 93: 3124–6. MEDLINE
12.
Wandt H, Schaefer-Eckart K, Wendelin K, et al.: Therapeutic platelet transfusion versus routine prophylactic transfusion in patients with haematological malignancies: an open-label, multicentre, randomized study. Lancet 2012; 380: 1309–16. CrossRef MEDLINE
13.
Stanworth SJ, Estcourt LJ, Powter G, et al.: A no-prophylaxis platelet-transfusion strategy for hematologic cancers. N Engl J Med 2013; 368: 1771–80. CrossRef MEDLINE
14.
Wandt H, Schaefer-Eckart K, Frank M, Birkmann J, Wilhelm M: A therapeutic platelet transfusion strategy is safe and feasible in patients after autologous peripheral blood stem cell transplantation. Bone Marrow Transplant 2006; 37: 387–92. CrossRef MEDLINE
15.
Estcourt LJ: Why has demand for platelet component increased? Areview. Transfus Med 2014; in press. CrossRef MEDLINE
16.
Blumberg N, Heal JM, Phillips GL, Phipps RP: Platelets – to transfuse or not to transfuse. Lancet 2012; 380: 1287–9. CrossRef MEDLINE
17.
Refaai MA, Phipps RP, Spinelli SL, Blumberg N: Platelet transfusions: impact on hemostasis, thrombosis, inflammation and clinical outcomes. Thromb Res 2011; 127: 287–91. CrossRef MEDLINE PubMed Central
18.
British Committee for Standards in Haematology, Blood Transfusion Task Force:Guidelines for the use of platelet transfusions.
Br J Haemat 2003; 122: 10–23. CrossRef MEDLINE
19.
Greinacher A, Kiefel V, Klüter H, Kroll H, Pötzsch B, Riess H: Empfehlung zur Thrombozytentransfusion der Thrombozyten-Arbeitsgruppe der DGTI, GTH und DGHO. Transfus Med Hemother 2006; 33: 528–43. CrossRef
20.
Neunert C, Lim W, Crowther M, Cohen A, Solberg Jr L, Crowther MA: The American Society of Hematology 2011 evidence-based practice guideline for immune thrombocytopenia. Blood 2011; 117: 4190–207. CrossRef MEDLINE
21.
Slichter SJ, Kaufman RM, Assmann SF, et al.: Dose of prophylactic platelet transfusions and prevention of hemorrhage. N Engl J Med 2010; 362: 600–13. CrossRef MEDLINE PubMed Central
22.
Stanworth SJ, Estcourt LJ, Llewelyn CA, Murphy MF, Wood EM: Impact of prophylactic platelet transfusions on bleeding events in patients with hematologic malignancies: a subgroup analysis of a randomized trial. Transfusion 2014; doi: 10.1111/trf.12646. [Epub ahead of print]. CrossRef
23.
Elting LS, Martin CG, Kurtin DJ, et al.: The bleeding risk index: a clinical prediction rule to guide the prophylactic use of platelet transfusions in patients with lymphoma or solid tumors. Cancer 2002; 94: 3252–62. CrossRef MEDLINE
24.
Carrier M, Khorana AA, Zwicker J, Noble S, Lee AY: Subcommittee on haemostasis and malignancy for the SSC of the ISTH: Management of challenging cases of patients with cancer-associated thrombosis including recurrent thrombosis and bleeding: guidance from the SSC of the ISTH. J Thromb Haemost 2013; 11: 1760–5. CrossRef MEDLINE
25.
Lyman GH, Khorana AA, Kuderer NM, et al.: Venous thromboembolism prophylaxis and treatment in patients with cancer: American Society of Clinical Oncology clinical practice guideline udate. J Clin Oncol 2013; 31: 2189–204. CrossRef MEDLINE
26.
Matzdorff A, Beer JH: Immun thrombocytopenia patients requiring anticoagulation – maneuvering between Scylla and Charybdis. Sem Hematol 2013; 50: 83–8. CrossRef MEDLINE
27.
Wada H, Matsumoto T, Yamashita Y: Diagnosis and treatment of disseminated intravascular coagulation (DIC) according to four guidelines. J Intensive Care 2014; 2: 15. CrossRef
28.
Duffy SM, Coyle TE: Platelet transfusions and bleeding complications associated with plasma exchange catheter placement in patients with presumed thrombotic thrombocytopenic purpura. J Clin Apher 2013; 28: 356–8. MEDLINE
29.
Zeidler K, Arn K, Senn O, Schanz U, Stussi G: Optimal preprocedural platelet transfusion threshold for central venous catheter insertions in patients with thrombocytopenia.Transfusion 2011; 51: 2269–76. CrossRef MEDLINE
30.
Avricka SR, Walter RB, Irani S, Halter J, Schanz U: Safety of lumbarpuncture for adults with acute leukemia and restrictive prophylacticplatelet transfusion. Ann Hematol 2003; 82: 570–3. CrossRef MEDLINE
31.
Stanworth SJ, Walsh TS, Prescott RJ, Lee RJ, Watson DM, Wyncoll DL: Intensive care study of coagulopathy investigators. Thrombocytopenia and platelet transfusion in UK critical care:a multicenter observational study. Transfusion 2013; 53: 1050–8. CrossRef MEDLINE
32.
McIntyre L, Tinmouth AT, Fergusson DA: Blood component transfusion in critically ill patients. Curr Opin Crit Care 2013; 19: 326–33. CrossRef MEDLINE
33.
Arnold DM, Crowther MA, Cook RJ, et al.: Utilization of platelet transfusions in the intensive care unit: indications, transfusion triggers, and platelet count responses. Transfusion 2006; 46: 1286–91. CrossRef MEDLINE
34.
Dellinger RP, Levy MM, Rhodes A, et al.: Surviving sepsis campaign: international guidelines for management of severe sepsis and septic shock, 2012. Intensive Care Med 2013; 39: 165–228. CrossRef MEDLINE
35.
Lieberman L, Bercovitz RS, Sholapur NS, Heddle NM, Stanworth SJ, Arnold DM: Platelet transfusions for critically ill patients with thrombocytopenia. Blood 2014; 123: 1146–51. CrossRef MEDLINE
36.
Slichter SJ, Davis K, Enright H, et al.: Factors affecting posttransfusion platelet increments, platelet refractoriness, and platelet transfusion intervals in thrombocytopenic patients. Blood 2005; 105: 4106–14. CrossRef MEDLINE PubMed Central
37.
Wardrop D, Estcourt LJ, Brunskill SJ, et al.: Antifibrinolytics (lysine analogues) for the prevention of bleeding in patients with haematological disorders. Cochrane Database Syst Rev 2013; 7: CD009733. MEDLINE
38.
Schrezenmeier H, Seifried E: Buffy-coat-derived pooled platelet concentrates and apheresis platelet concentrates: which product type should be preferred? Vox Sang 2010; 99: 1–15. CrossRef MEDLINE
39.
Hitzler WE: Single-donor (apheresis) platelets and pooled whole-blood-derived platelets – significance and assessment of both blood products. Clin Lab 2014; 60: 1–39. MEDLINE
40.
Thiele T, Heddle NM, Greinacher A: Donor exposures in recipients of pooled platelet concentrates. N Engl J Med 2013; 368: 487–9. CrossRef MEDLINE
e1.
Lee AY: Anticoagulation in the treatment of established venous thromboembolism in patients with cancer. J Clin Oncol 2009; 27: 4695–901. MEDLINE
e2.
Russo A, Cannizzo M, Ghetti G, et al.: Idiopathic thrombocytopenia purpura and coronary artery disease: comparision between coronary artery bypass grafting and percutaneous coronary intervention. Interact Cardiovasc Thorac Surg 2011; 13: 153–7. CrossRef MEDLINE
e3.
Oliveira W, Meireles GC, Pimenta J: Elective coronary stent implantation in a patient with unstable angina and thrombocytopenia. J Invasive Cardiol 2005; 17: 393–4. MEDLINE
e4.
Eklund EA: Thrombocytopenia and cancer. Cancer Treat Res 2009;148: 279–93. CrossRef MEDLINE
e5.
Antun AG, Gleason S, Arellano M, et al.: Epsilon aminocaproic acid prevents bleeding in severely thrombocytopenic patients with hematological malignancies. Cancer 2013; 119: 3784–7. CrossRef MEDLINE
e6.
Dumont LJ, Szczepiorkowski ZM: Pooled platelet concentrates or apheresis platelets? N Engl J Med 2013; 368: 1848–9. CrossRef MEDLINE
e7.
Triulzi DJ, Assmann SF, Strauss RG, et al.: The impact of platelet transfusion characteristics on posttransfusion platelet increments and clinical bleeding in patients with hypoproliferative thrombocytopenia. Blood 2012; 119: 5553–62. CrossRef MEDLINE PubMed Central
Medizinische Klink 5, Hämatologie und Onkologie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg:
Prof. Dr. med. Wandt, Dr. med. Schäfer-Eckart
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin, Universitätsmedizin Greifswald: Prof. Dr. med. Greinacher
Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten
Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten
Grafik
Beispiel eines Algorithmus für die Transfusion mit Thrombozytenkonzentraten
Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)
Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)
Kasten 1
Score für ein risikoadaptiertes Vorgehen bei onkologischen Patienten (23)
Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)
Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)
Kasten 2
Empfehlungen der „International Society on Thrombosis and Haemostasis“ und der „American Society of Clinical Oncology“ (24, 25, e1)
Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien
Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien
Tabelle
Blutungen in zwei randomisierten kontrollierten Studien
1. Gaydos LA, Freirecht EJ, Mantel N: The quantitative relation between platelet count and hemorrhage in patients with acute leukemia. N Engl J Med 1962; 266: 905–9. CrossRef MEDLINE
2.Gmür J, Burger J, Schanz U, Fehr J, Schaffner A: Safety of stringent prophylactis platelet transfusion policy for patients with acute leukemia. Lancet 1991; 338: 1223–6. CrossRef MEDLINE
3.Rebulla P, Finanzzi G, Marangoni F, et al.: The threshold for prophylactic platelet transfusions in adults with acute myeloid leukemia. Gruppo Italiano Malattie Ematologiche Maligne dell´Adulto. N Engl J Med 1997; 337: 1870–5. CrossRef MEDLINE
4.Wandt H, Frank M, Ehninger G, et al.: Safety and cost effectiveness of a 10x10(9)/L trigger for prophylactic platelet transfusions compared with the traditional 20x10(9)/L trigger: a prospective comparative trial in 105 patients with acute myeloid leukemia. Blood 1998; 91: 3601–6. MEDLINE
5.Schiffer CA, Anderson KC, Bennet CL, et al.: Platelet transfusion for patients with cancer: clinical practice guidelines of the American Society of Clinical Oncology. J Clin Oncol 2001; 19: 1519–38. MEDLINE
6.Bundes­ärzte­kammer: Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten. 4. Auflage. Kön: Deutscher Ärzte-Verlag 2009.
7.Friedmann AM, Sengul H, Lehmann H, Schwartz C, Goodman S: Do basic laboratoy test of clinical observations predict bleeding in thrombocytopenic oncology patients? A re-evaluation of prophylactic platelet transfusions. Transfus Med Rev 2002; 16: 34–45. CrossRef MEDLINE
8.Slichter SJ: Relationship between platelet count and bleeding risk in thrombocytopenic patients. Transfus Med Rev 2004; 18: 153–67. CrossRef MEDLINE
9.Estcourt L, Stanworth S, Doree C, et al.: Prpophylactic platelet transfusion for prevention of bleeding in patients with haematological disorders after chemotherapy and stem cell transplantation: Cochrane Database Syst Rev 2012; 5: CD004269. MEDLINE
10. Schiffer CA: Prophylactic platelet transfusion is frequently not necessary. Nat Rev Clin Oncol 2013; 10: 431–2. CrossRef MEDLINE
11. Sagemeister M, Oec L, Gmür J: A restrictive platelet transfusion policy allowing long-term support of outpatients with severe aplastic anemia. Blood 1999; 93: 3124–6. MEDLINE
12.Wandt H, Schaefer-Eckart K, Wendelin K, et al.: Therapeutic platelet transfusion versus routine prophylactic transfusion in patients with haematological malignancies: an open-label, multicentre, randomized study. Lancet 2012; 380: 1309–16. CrossRef MEDLINE
13.Stanworth SJ, Estcourt LJ, Powter G, et al.: A no-prophylaxis platelet-transfusion strategy for hematologic cancers. N Engl J Med 2013; 368: 1771–80. CrossRef MEDLINE
14.Wandt H, Schaefer-Eckart K, Frank M, Birkmann J, Wilhelm M: A therapeutic platelet transfusion strategy is safe and feasible in patients after autologous peripheral blood stem cell transplantation. Bone Marrow Transplant 2006; 37: 387–92. CrossRef MEDLINE
15.Estcourt LJ: Why has demand for platelet component increased? Areview. Transfus Med 2014; in press. CrossRef MEDLINE
16.Blumberg N, Heal JM, Phillips GL, Phipps RP: Platelets – to transfuse or not to transfuse. Lancet 2012; 380: 1287–9. CrossRef MEDLINE
17.Refaai MA, Phipps RP, Spinelli SL, Blumberg N: Platelet transfusions: impact on hemostasis, thrombosis, inflammation and clinical outcomes. Thromb Res 2011; 127: 287–91. CrossRef MEDLINE PubMed Central
18.British Committee for Standards in Haematology, Blood Transfusion Task Force:Guidelines for the use of platelet transfusions.
Br J Haemat 2003; 122: 10–23. CrossRef MEDLINE
19.Greinacher A, Kiefel V, Klüter H, Kroll H, Pötzsch B, Riess H: Empfehlung zur Thrombozytentransfusion der Thrombozyten-Arbeitsgruppe der DGTI, GTH und DGHO. Transfus Med Hemother 2006; 33: 528–43. CrossRef
20.Neunert C, Lim W, Crowther M, Cohen A, Solberg Jr L, Crowther MA: The American Society of Hematology 2011 evidence-based practice guideline for immune thrombocytopenia. Blood 2011; 117: 4190–207. CrossRef MEDLINE
21.Slichter SJ, Kaufman RM, Assmann SF, et al.: Dose of prophylactic platelet transfusions and prevention of hemorrhage. N Engl J Med 2010; 362: 600–13. CrossRef MEDLINE PubMed Central
22.Stanworth SJ, Estcourt LJ, Llewelyn CA, Murphy MF, Wood EM: Impact of prophylactic platelet transfusions on bleeding events in patients with hematologic malignancies: a subgroup analysis of a randomized trial. Transfusion 2014; doi: 10.1111/trf.12646. [Epub ahead of print]. CrossRef
23.Elting LS, Martin CG, Kurtin DJ, et al.: The bleeding risk index: a clinical prediction rule to guide the prophylactic use of platelet transfusions in patients with lymphoma or solid tumors. Cancer 2002; 94: 3252–62. CrossRef MEDLINE
24.Carrier M, Khorana AA, Zwicker J, Noble S, Lee AY: Subcommittee on haemostasis and malignancy for the SSC of the ISTH: Management of challenging cases of patients with cancer-associated thrombosis including recurrent thrombosis and bleeding: guidance from the SSC of the ISTH. J Thromb Haemost 2013; 11: 1760–5. CrossRef MEDLINE
25.Lyman GH, Khorana AA, Kuderer NM, et al.: Venous thromboembolism prophylaxis and treatment in patients with cancer: American Society of Clinical Oncology clinical practice guideline udate. J Clin Oncol 2013; 31: 2189–204. CrossRef MEDLINE
26.Matzdorff A, Beer JH: Immun thrombocytopenia patients requiring anticoagulation – maneuvering between Scylla and Charybdis. Sem Hematol 2013; 50: 83–8. CrossRef MEDLINE
27.Wada H, Matsumoto T, Yamashita Y: Diagnosis and treatment of disseminated intravascular coagulation (DIC) according to four guidelines. J Intensive Care 2014; 2: 15. CrossRef
28.Duffy SM, Coyle TE: Platelet transfusions and bleeding complications associated with plasma exchange catheter placement in patients with presumed thrombotic thrombocytopenic purpura. J Clin Apher 2013; 28: 356–8. MEDLINE
29.Zeidler K, Arn K, Senn O, Schanz U, Stussi G: Optimal preprocedural platelet transfusion threshold for central venous catheter insertions in patients with thrombocytopenia.Transfusion 2011; 51: 2269–76. CrossRef MEDLINE
30.Avricka SR, Walter RB, Irani S, Halter J, Schanz U: Safety of lumbarpuncture for adults with acute leukemia and restrictive prophylacticplatelet transfusion. Ann Hematol 2003; 82: 570–3. CrossRef MEDLINE
31.Stanworth SJ, Walsh TS, Prescott RJ, Lee RJ, Watson DM, Wyncoll DL: Intensive care study of coagulopathy investigators. Thrombocytopenia and platelet transfusion in UK critical care:a multicenter observational study. Transfusion 2013; 53: 1050–8. CrossRef MEDLINE
32.McIntyre L, Tinmouth AT, Fergusson DA: Blood component transfusion in critically ill patients. Curr Opin Crit Care 2013; 19: 326–33. CrossRef MEDLINE
33.Arnold DM, Crowther MA, Cook RJ, et al.: Utilization of platelet transfusions in the intensive care unit: indications, transfusion triggers, and platelet count responses. Transfusion 2006; 46: 1286–91. CrossRef MEDLINE
34.Dellinger RP, Levy MM, Rhodes A, et al.: Surviving sepsis campaign: international guidelines for management of severe sepsis and septic shock, 2012. Intensive Care Med 2013; 39: 165–228. CrossRef MEDLINE
35.Lieberman L, Bercovitz RS, Sholapur NS, Heddle NM, Stanworth SJ, Arnold DM: Platelet transfusions for critically ill patients with thrombocytopenia. Blood 2014; 123: 1146–51. CrossRef MEDLINE
36. Slichter SJ, Davis K, Enright H, et al.: Factors affecting posttransfusion platelet increments, platelet refractoriness, and platelet transfusion intervals in thrombocytopenic patients. Blood 2005; 105: 4106–14. CrossRef MEDLINE PubMed Central
37.Wardrop D, Estcourt LJ, Brunskill SJ, et al.: Antifibrinolytics (lysine analogues) for the prevention of bleeding in patients with haematological disorders. Cochrane Database Syst Rev 2013; 7: CD009733. MEDLINE
38.Schrezenmeier H, Seifried E: Buffy-coat-derived pooled platelet concentrates and apheresis platelet concentrates: which product type should be preferred? Vox Sang 2010; 99: 1–15. CrossRef MEDLINE
39.Hitzler WE: Single-donor (apheresis) platelets and pooled whole-blood-derived platelets – significance and assessment of both blood products. Clin Lab 2014; 60: 1–39. MEDLINE
40.Thiele T, Heddle NM, Greinacher A: Donor exposures in recipients of pooled platelet concentrates. N Engl J Med 2013; 368: 487–9. CrossRef MEDLINE
e1.Lee AY: Anticoagulation in the treatment of established venous thromboembolism in patients with cancer. J Clin Oncol 2009; 27: 4695–901. MEDLINE
e2.Russo A, Cannizzo M, Ghetti G, et al.: Idiopathic thrombocytopenia purpura and coronary artery disease: comparision between coronary artery bypass grafting and percutaneous coronary intervention. Interact Cardiovasc Thorac Surg 2011; 13: 153–7. CrossRef MEDLINE
e3.Oliveira W, Meireles GC, Pimenta J: Elective coronary stent implantation in a patient with unstable angina and thrombocytopenia. J Invasive Cardiol 2005; 17: 393–4. MEDLINE
e4.Eklund EA: Thrombocytopenia and cancer. Cancer Treat Res 2009;148: 279–93. CrossRef MEDLINE
e5.Antun AG, Gleason S, Arellano M, et al.: Epsilon aminocaproic acid prevents bleeding in severely thrombocytopenic patients with hematological malignancies. Cancer 2013; 119: 3784–7. CrossRef MEDLINE
e6.Dumont LJ, Szczepiorkowski ZM: Pooled platelet concentrates or apheresis platelets? N Engl J Med 2013; 368: 1848–9. CrossRef MEDLINE
e7.Triulzi DJ, Assmann SF, Strauss RG, et al.: The impact of platelet transfusion characteristics on posttransfusion platelet increments and clinical bleeding in patients with hypoproliferative thrombocytopenia. Blood 2012; 119: 5553–62. CrossRef MEDLINE PubMed Central

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema