ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2014Tinnitus: Individuelle Therapie per Software

TECHNIK

Tinnitus: Individuelle Therapie per Software

Dtsch Arztebl 2014; 111(48): A-2127 / B-1803 / C-1725

EB

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Das Unternehmen Sonormed hat eine Therapiemethode für Tinnitus (www.tinnitracks.com), die an der Universität Münster am Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse erforscht wird (http://campus. uni-muenster.de/ibbtinnitusstudie. html), in eine Softwarelösung überführt und sie so erstmalig für Betroffene außerhalb des universitären Forschungsumfeldes zugänglich gemacht.

Die Lösung heißt Tinnitracks und basiert auf der sogenannten Tailor-Made-Notched-Music-Therapie. Dabei wird die individuelle Tinnitus-Frequenz der Betroffenen aus ihrer Lieblingsmusik herausgefiltert. Durch regelmäßiges Hören (Empfehlung ein bis zwei Stunden pro Tag über acht bis zwölf Monate) dieser bearbeiteten Musik nimmt die Überaktivität der Hörzellen im Bereich der Tinnitusfrequenz ab – der störende Ton wird leiser. Die Studien des Instituts in Münster sprechen von einer Reduzierung der Lautstärke um durchschnittlich 25 Prozent.

Um Chancen auf einen Therapieerfolg zu haben, sind jedoch bestimmte Voraussetzungen unerlässlich: Der Tinnitus muss eindeutig vom HNO-Arzt als chronisch-subjektiver, tonaler Tinnitus diagnostiziert und die exakte Tinnitus-Frequenz durch ihn oder einen Audiometristen exakt bestimmt worden sein. Die Software muss extrem genau filtern und die Therapiemusik korrekt speichern. Auch im komprimierten MP3-Format darf es nicht zu Qualitätsverlusten kommen. Tinnitracks ist eine Lösung, die diese Anforderungen erfüllt und sie auf jede Art von Musik anwenden kann. Nur so ist es möglich, die eigene Lieblingsmusik zur Therapie zu nutzen. Dies ist vorteilhaft, weil es die Adhärenz erhöht und durch das angenehme, selbstgesteuerte Hörerlebnis die Neuvernetzung der Nervenzellen in der Hörrinde begünstigt. Tinnitracks ist als Medizinprodukt klassifiziert. EB

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