ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2014GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der diagnostischen Schulterarthroskopie (II)

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der diagnostischen Schulterarthroskopie (II)

Dtsch Arztebl 2014; 111(48): A-2130 / B-1806 / C-1726

Wiesener, Tina

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Gebührenpositionen für die Abbildung der arthroskopischen Schulteroperationen auf der Grundlage der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) werfen immer wieder Fragen auf. Wie bereits unter dieser Rubrik erläutert, trifft die Abrechnung insbesondere dann auf Kritik, wenn eine im Rahmen desselben Eingriffs vorangehende Arthroskopie zusätzlich zu den operativen kurativen Maßnahmen zur Abrechnung gebracht wird (vgl. hierzu GOÄ-Ratgeber „Abrechnung der diagnostischen Schulterarthroskopie“, DÄ, Heft 38/2014).

Kontrovers diskutiert wird in Abhängigkeit vom Einzelfall aber auch häufiger die Frage, ob es gerechtfertigt ist, die endoskopische Untersuchung des subacromialen Raumes zusätzlich zu einer bereits in Rechnung gestellten diagnostischen Schulterarthroskopie (Nr. 3300 GOÄ „Arthroskopie – gegebenenfalls mit Probeexzision“) in Ansatz zu bringen.

Die Rechtsprechung hierzu ist nicht einheitlich: So hat zum Beispiel das Amtsgericht Bad Homburg von der Höhe (Az.: 2 C 1595/09, verkündet am 5. Oktober 2010) den zusätzlichen (zweiten) Ansatz der Nr. 3300 GOÄ hierfür verneint, wohingegen zum Beispiel das Amtsgericht Heidelberg (Az.: 21 C 454/07, verkündet am 23. April 2009) es als gerechtfertigt angesehen hat, die „Arthroskopie (des) su(b)acromialen Raumes gesondert zu liquidieren und zwar neben der Acromioplastik. Nach der Auffassung des Sachverständigen ist es allerdings gerechtfertigt, in Anbetracht des sich überschneidenden technisch-instrumentellen Aufwandes dem zweiten Ansatz der GOÄ 3300 nur den 2,3-fachen Steigerungsfaktor zuzubilligen . . .“

Anzeige

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat in seiner 11. Sitzung am 20. Mai 2012 nachfolgende – vom Ausschuss Gebührenordnung der Bundes­ärzte­kammer befürwortete – Abrechnungsempfehlung beschlossen (veröffentlicht DÄ, Heft 49/2012):

„Abrechnung der endoskopischen Untersuchung des Subacromialraums analog Nr. 3300 GOÄ(.) Im Falle einer notwendigen (zeitaufwendigen) Umlagerung des Patienten kann die Nr. 3300 GOÄ für die nach der Umlagerung erfolgte oder von einem anderen Schnitt ausgehende gesonderte Untersuchung nochmals (also zusätzlich) analog zur Abrechnung gebracht werden. Die Notwendigkeit der Umlagerung bzw. der Untersuchung von einem anderen Schnitt aus ist zu dokumentieren.“

Wer also die zweite, subacromiale Endoskopie nicht hinreichend dokumentiert oder über eine andere als die Nr. 3300 GOÄ (analog), zum Beispiel mit dem Abgriff auf die Nr. 684 GOÄ („Bulboskopie – gegebenenfalls einschließlich Ösophago-und Gastroskopie, Probeexzision und/oder Probepunktion“), zur Abrechnung bringt, läuft Gefahr, dass seine Liquidation kritisiert und letztlich nicht anerkannt wird. Dr. med. Tina Wiesener

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

GOÄ-Ratgeber