ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2014Pädiatrie: Fehlerquellen erkennen, Fehler vermeiden

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Pädiatrie: Fehlerquellen erkennen, Fehler vermeiden

Dtsch Arztebl 2014; 111(49): A-2174 / B-1838 / C-1758

Schulte-Cloos, Angelika

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Niemand darf behaupten, allzeit korrekt und fehlerfrei zu arbeiten. Auch wenn man sich selbst erfolgreich darum bemüht, kann doch ein Missverständnis im Team, eine kleine Unachtsamkeit zu bösen Folgen, im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen. Zur Tragik für das betroffene Kind, für die mitleidenden Eltern kommt – neben dem eigenen Schuldgefühl, dem Gefühl, versagt zu haben – vielleicht noch ein Gerichtsprozess, in dem unter Umständen auch noch die eigene Berufshaftpflichtversicherung durch ein unwürdiges Feilschen und Nicht-zahlen-Wollen das eigene schlechte Gewissen verstärkt.

Um dies alles möglichst zu vermeiden, wurde dieses Buch verfasst. Es will helfen, Fehlerquellen zu erkennen und somit potenzielle Fehler nicht zu machen. Nach Einleitung und Hintergrundinformationen (unter anderem rechtliche Bestimmungen) geht es systematisch von den verschiedenen Bereichen der Patientenversorgung (etwa Anamnese, Diagnose, Therapie, Dokumentation, Hausbesuch) über die unterschiedlichen Ebenen von Fehlerursachen (Arztebene, menschliche und emotionale Ebene, Kommunikationsebene, Patientenebene, Krankheits-, Behandlungs- und Organisationsebene) zum Fehlermanagement.

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Den umfangreichsten Teil des Buches bilden die auf Fallberichten aufbauenden Fehleranalysen aus allen Fachbereichen der Pädiatrie (Infektiologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Pulmonologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie und Rheumatologie Radiologie, Chirurgie, Dermatologie, Onkologie, Hämatologie, Endokrinologie, Psychiatrie und Psychologie/Psychosoziales). Als weitere mögliche Fehlerquellen kommen Medikamente, Laboruntersuchungen, Impfungen und der Bereich der Vorsorge (Unfallprävention, Vorsorgeuntersuchungen und die Vitamin-K-Prophylaxe) in Betracht. Die jeweiligen Fallberichte sind hellblau unterlegt, ebenso Tabellen, nützliche Praxistipps und kurze Merksätze. Bei den Abbildungen wäre Farbe wünschenswert.

Dem Autor gelingt es, sich trotz des gewaltigen Spektrums kurzzufassen. Es ist ein Lehrbuch – man kann das Buch aber auch einfach lesen und sich freuen, dass man die meisten Fehler selbst (noch?) nicht gemacht hat. Eine große Anzahl von Lesern stünde umgekehrt proportional zur Fehlerhäufigkeit.

Angelika Schulte-Cloos

Andreas Petri: Fehlervermeidung in der Kinderheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014, 240 Seiten, gebunden, 79,99 Euro

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