ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2014Sterbehilfe: Ethikrat richtet Blick auf die Helfer

AKTUELL

Sterbehilfe: Ethikrat richtet Blick auf die Helfer

Dtsch Arztebl 2014; 111(49): A-2137 / B-1813 / C-1733

Richter-Kuhlmann, Eva

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Kontrovers und offen setzte sich der Deutsche Ethikrat Ende November in Berlin in einer vierstündigen Debatte mit Fragen der Suizidbeihilfe auseinander. Dabei diskutierte er besonders die Rolle von Suizidbeihelfern. Entschieden wehrte sich Ethikratmitglied Dr. med. Christiane Fischer gegen Vorschläge zu gesetzlichen Regelungen, mit denen Ärzte zu Suizidbeihelfern gemacht werden könnten. „Ärzte sind am denkbar schlechtesten für diese Aufgabe geeignet“, sagte sie. Es dürfe kein Signal geben, dass Suizid und Beihilfe dazu ein Normalfall ist. „Der assistierte Suizid durch Ärzte würde grundlegende Änderungen des Selbst- und des Fremdverständnisses von Ärzten zur Folge haben“, ergänzte Prof. Dr. med. Eckhard Nagel.

Mehrere Mitglieder des Ethikrates warnten davor, die Freiverantwortlichkeit eines Suizidwilligen zu überschätzen. Die Entscheidung zu einem Suizid bewege sich auf einer Skala zwischen einem freien „Bilanz-Suizid“ und dem „Appell-Suizid“, der hauptsächlich einen Hilfeschrei darstelle, erklärte der Psychologe Dr. Michael Wunder.

Eine Empfehlung zu einer gesetzlichen Regelung der Suizidbeihilfe will der Rat am 18. Dezember geben. „Die eine gute Lösung gibt es allerdings nicht“, sagte die Ratsvorsitzende Prof. Dr. med. Christiane Woopen. Alle Möglichkeiten hätten aus ethischer Perspektive Vor- und Nachteile. „Es gibt viele individuelle Situationen im Alltag. Man muss schauen, wie man diesen am besten gerecht wird und welche Lösung am besten zu unserer Gesellschaft passt“, erklärte die Medizinethikerin. ER

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema