ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2014Diabetes mellitus: Spritzstellen und Kanülen wechseln

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Diabetes mellitus: Spritzstellen und Kanülen wechseln

Dtsch Arztebl 2014; 111(49): A-2178

EB

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Schwankungen der Insulinresorption und des Glukosespiegels lassen sich durch stetige Rotation der Injektionsstellen reduzieren.

Etwa zwei Drittel (64 Prozent) der insulinpflichtigen Diabetespatienten weisen an den Injektionsstellen eine Lipohypertrophie auf. Durch Rotation, also einen korrekten Wechsel der Spritzstellen, können diese gutartigen Schwellungen und/oder Verhärtungen des Unterhautfettgewebes vermieden werden. Eine aktuelle Studie von Blanco et al. zeigt außerdem eine Korrelation zwischen dem Vorliegen einer Lipohypertrophie und der Schwankung des Blutzuckerspiegels (Diabetes Metab. 2013; 39 (5): 445–53).

Den Studienergebnissen zufolge trat bei 39,1 Prozent der von einer Lipohypertrophie betroffenen Patienten eine Unterzuckerung ungeklärter Ursache auf. Gleichzeitig war dies nur bei 5,9 Prozent der Patienten ohne Lipohypertrophie der Fall. Zudem schwankte der Blutzuckerspiegel bei 49,1 Prozent der Patienten mit Lipohypertrophie, jedoch nur bei 6,5 Prozent der Patienten, bei denen es nicht zur Veränderung des Fettgewebes gekommen war.

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Zu den Präventionsstrategien im Hinblick auf die Lipohypertrophie zählen der Wechsel der Injektionsstellen nach jedem Spritzen und die strikte Einmalverwendung von Pen-Nadeln. Kanülen sind nach dem ersten Gebrauch stumpf und können bei einer Wiederverwendung das Gewebe schädigen. Die Studie kam darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass Patienten ohne Lipohypertrophie im Durchschnitt pro Tag 15 Insulineinheiten weniger benötigten.

Aufgrund der unterschiedlichen Dicke der subkutanen Fettschicht birgt die Rotation der Spritzstellen über einen größeren Bereich die Gefahr, Insulin versehentlich in den Muskel zu spritzen. Die Verwendung von kurzen (4 mm) Pen-Nadeln verringert jedoch das Risiko einer intramuskulären Injektion, ohne dass dabei häufiger Insulin aus der Einstichstelle austritt. Selbst beim Spritzen im 90 Grad-Winkel ohne Hautfalte ist das Risiko einer intramuskulären Injektion gering. Nach Angabe der Becton Dickinson GmbH eignen sich 4-mm-Pen-Nadeln für die Insulintherapie bei Erwachsenen unabhängig vom BMI. Ebenso eignen sich die Nadeln auch für Kinder und Jugendliche, obwohl hier die Bildung einer Hautfalte erforderlich sein kann. EB

Quelle: Becton Dickinson GmbH

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