ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2014Selbsthilfe: Chancen und Grenzen der Maßnahmen

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Selbsthilfe: Chancen und Grenzen der Maßnahmen

PP 13, Ausgabe Dezember 2014, Seite 570

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Psychologische Selbsthilfemaßnahmen wie Bücher, Selbsthilfegruppen oder Computerprogramme bieten niedrigschwellige Hilfe. Sie können auch von Patienten, denen der Zugang zu Psychotherapie erschwert ist, genutzt werden und sind bei geringen bis mittelschweren Krankheitsausprägungen durchaus wirksam. Psychologen und Psychotherapeuten integrieren sie aus verschiedenen Gründen in Behandlungen, etwa um Wartezeiten zu überbrücken, um Verhalten zu festigen oder um das Selbstmanagement der Patienten zu fördern. Allerdings gibt es mittlerweile so viele Selbsthilfemaßnahmen, dass es für Praktiker nicht einfach ist, zu entscheiden, welche sie den Patienten empfehlen sollen. Die amerikanische Psychologin Samantha Bernecker von der University of Massachusetts Amherst (USA) hat sich mit diesem Problem beschäftigt und gibt Ratschläge für die Auswahl und im Umgang mit Selbsthilfemaßnahmen: Psychotherapeuten sollten verschiedene Selbsthilfemaßnahmen selbst ausprobieren. Ihre Wahl sollten sie davon abhängig machen, ob eine Methode empirisch überprüft wurde. Darüber hinaus ist es notwendig, die Selbsthilfemaßnahmen an jeden Patienten individuell anzupassen, an seine Motivation und Eigenständigkeit, an seine Fähigkeiten im Umgang mit Medien und an sein Krankheitsbild. „Selbsthilfemaßnahmen erleichtern und ergänzen die psychotherapeutische Arbeit – dennoch sollten stets Wirkungen, Chancen und Risiken vor ihrem Einsatz abgewogen werden“, meint die Autorin. ms

Bernecker S: Helping clients help themselves: Managing ethical concerns when offering guided self-help interventions in psychotherapy practice. Professional Psychology 2014; 45(2): 111–9.

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