ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2014Social Media: Zweifelhaftes Angebot
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Die Autoren vertreten in ihrem Beitrag die Auffassung, die gute Verfügbarkeit einer Facebook-Präsenz könne für Leser des Ärzteblattes ein Argument sein dafür, dort psychosoziale Online-Beratungsangebote anzubieten. Bei den Beratungsangeboten, die die Autoren auf Facebook finden konnten, war ihrer Angabe zufolge bei 91 Prozent die Qualifikation des Beratungspersonals nicht angegeben. Von 100 in einer weiteren Studie befragten Facebook-Nutzern gaben 93 an, sich noch nie bei Facebook wegen persönlicher Schwierigkeiten informiert zu haben. Fazit gemäß der genannten Studien: Angebot zweifelhaft, Interesse gering. Warum also in aller Welt soll es für qualifizierte Berater sinnvoll sein, auf Facebook präsent zu sein? Die Daten, die die Autoren erhoben haben, sprechen für das genaue Gegenteil. Die enormen Probleme beim Datenschutz bei Facebook und seine unüberschaubare Datensammelei, die die Autoren am Rande erwähnen und Datenschützern die Haare zu Berge stehen lassen, sollten denn auch neben der komplizierten rechtssicheren Handhabung einer professionellen Facebook-Präsenz Ärzte und Therapeuten davon fernhalten, sich in diesem sozialen Netzwerk zu engagieren. Ich halte die verharmlosende und sachlich falsche Schlussfolgerung der Autoren für verantwortungslos.

Stefan Baier, Diplom-Psychologe, Psychotherapie, Supervision, Beratung, 63067 Offenbach

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