ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2014Schwangerschaft: Schwer verharmlost
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Titel dieses Artikels lässt eine kritische Betrachtung hoffen, aber schon der Untertitel offenbart eine ganz andere Denkart: „Die technische Möglichkeit, nahezu alle monokausalen gesundheitlichen Störungen Neugeborener vermeiden zu können, ist für die Menschheit revolutionär.“ Durch eine solche Formulierung wird die Kernfrage sorgfältig umschifft und das Geschehen schwer verharmlost. Tatsächlich werden nämlich gesundheitliche Störungen „vermieden“, indem Ungeborene selektiv getötet werden. Großzügig wird behauptet, dass die persönlichen Entscheidungen der Schwangeren (in puncto eugenisch begründeter Abtreibungen) zu akzeptieren sei. Aber wieso? Warum soll der Staat die Ungeborenen nicht vor dieser Selektion schützen? Und warum werden nur die Schwangeren erwähnt und nicht die werdenden Eltern? Aber vor allem: Warum darf in einem Land, in dem die Auswüchse des eugenischen Denkens und Handelns nie vergessen werden dürfen, so liberal behauptet werden, dass jeder doch selber entscheiden soll, welches Leben lebenswert ist? Die rasante Entwicklung der nicht-invasiven Pränataldiagnostik fordert uns dazu auf, endlich klar Position zu beziehen für den Schutz der Ungeborenen und gegen einen neuen eugenischen Zug in der Medizin.

Dr. med. Bartholomeus Maris, 47803 Krefeld

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige