ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2014Das Gespräch: Hilfsorgan der Staatsanwaltschaft
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Eine wesentliche Ursache der mangelnden Akzeptanz der Rechtsmedizin auch in Kollegenkreisen liegt meines Erachtens in der Tatsache begründet, dass die Rechtsmediziner bei uns fast immer als Hilfsorgan der Staatsanwaltschaft fungieren. In über 22 Jahren als Chefarzt einer großen Unfallchirurgie habe ich nach gerichtsmedizinischen Obduktionen, die teilweise auch von uns selbst initiiert wurden, nicht ein einziges Mal einen Obduktionsbericht erhalten. Diesbezügliche Nachfragen bei den Instituten gingen stets ins Leere. Dieses Vorgehen ist im Sinne einer umfassenden Weiterbildung gerade der jungen Kollegen in hohem Maße kontraproduktiv. Auch wir hätten manches Mal gerne mehr über die jeweilige Todesursache gewusst. Die Institutsleiter sollten sich tatsächlich Gedanken darüber machen, wie sie dieses Dilemma auflösen können. Alleinige Klagen über fehlerhafte Leichenschauen von unerfahrenen Kollegen sind bestimmt nicht hilfreich, um das „rechtsmedizinische Denken“ zu verbessern.

Dr. med. Honke Georg Hermichen, 41468 Neuss

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