ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2014Sekundärdatenforschung: Einführender Einblick, differenzierter Überblick

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Sekundärdatenforschung: Einführender Einblick, differenzierter Überblick

Dtsch Arztebl 2014; 111(51-52): A-2282 / B-1926 / C-1846

Schmidt, Carsten Oliver

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Sekundärdatenanalyse beschreibt die wissenschaftliche Nutzung von Daten ohne direkten Bezug zum Erhebungsanlass. Im letzten Jahrzehnt hat dieser Forschungszweig in den Gesundheitswissenschaften erheblich an Bedeutung gewonnen. Die zweite Auflage des Handbuches „Routinedaten im Gesundheitswesen“ nimmt auf aktuelle Entwicklungen und Grundlagen des Gebietes mit 36 Einzelbeiträgen differenziert Bezug.

Eingangs beschrieben werden Struktur, Datenentstehung und deskriptive Kennwerte der wichtigsten Sekundärdatenquellen, wobei der Blickwinkel der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sowie anderer Sozialversicherungsträger im Vordergrund steht. Didaktisch profitieren viele der zugehörigen Beiträge von einer Abstimmung der Kapitelstrukturen. Es folgen Beiträge zu datenschutzrechtlichen und technischen Aspekten beim Zugang zu Sekundärdaten sowie deren Validität, Anwendungsbeispiele für Morbiditätsschätzungen sowie eine Methodensektion, deren Beiträge von Matchingverfahren über kleinräumige Analysen bis hin zur Nutzung von Sekundärdaten in der gesetzlichen Qualitätssicherung reichen. Begleitet wird dies von der aktuellen Fassung von „Gute Praxis Sekundärdatenanalyse“.

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Das Buch richtet sich an Zielgruppen mit sehr unterschiedlicher Expertise auf dem Gebiet der Sekundärdatenforschung. Studierende und Interessierte erhalten einen einführenden Einblick; Wissenschaftlern dient das Handbuch zur methodischen Orientierung der eigenen Forschung; Fachleuten aus der Versorgungspraxis wird ein differenzierter Überblick zu Kennwerten des Gesundheitssystems sowie zum Nutzen von Forschungsergebnissen geboten.

In der Summe vermittelt das Buch einen gelungenen Überblick zum Stand sekundärdatenbasierter Forschung in Deutschland. Die Beiträge verdeutlichen, dass viele Fragen im Umgang mit Sekundärdaten einer weiteren Klärung bedürfen, etwa zur Beurteilung der Validität einzelner Datenquellen. Dies ist keine Schwäche, sondern Ausdruck eines sehr dynamischen Forschungsgebietes.

Carsten Oliver Schmidt

Enno Swart, Peter Ihle, Holger Gothe, David Matusiewicz (Hrsg.): Routinedaten im Gesundheitswesen. 2. Auflage, Huber, Bern 2014, 536 Seiten, gebunden, 39,95 Euro

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