ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2014Management-Programme für Ärzte: Weiterkommen mit einem MBA

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Management-Programme für Ärzte: Weiterkommen mit einem MBA

Dtsch Arztebl 2014; 111(51-52): [2]

Pfannstiel, Mario; Da-Cruz, Patrick

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Einer der häufigsten Abschlüsse, die mit einer Zusatzqualifikation im Gesundheitswesen erworben wird, ist der Master of Business Administration. Der Abschluss fördert die Karriere und dient als Ausgangspunkt für den Erwerb von Leitungswissen.

Die Anforderungen an Ärztinnen und Ärzte wachsen. Um die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen, werden Kongresse, Workshops, Kolloquien und Vorträge besucht. Der Praxisalltag erfordert die ständige Weiterbildung, um mehr über neue Denk- und Lösungsansätze zu erfahren und diese zu implementieren. Die Wissensaufnahme und Wissensvernetzung erfolgt durch Weiterbildung mit dem Ziel, Vorteile für ein Unternehmen oder die eigene Praxis zu generieren.

Von Ärztinnen und Ärzten wird erwartet, dass sie sich für ihr Fach begeistern, und dass sie wissen, dass die Arbeit eine gewisse Belastung mit sich bringt. Von ihnen wird aber auch erwartet, dass sie eine solide fachliche Basis aufweisen und über soziale Kompetenz verfügen. Gerade für leitende Positionen im Krankenhaus oder die Führung einer eigenen Praxis ist die Kommunikation sehr wichtig. Ferner sind umfassende Kenntnisse zum Gesundheitswesen und zu gesundheitspolitischen, gesamtwirtschaftlichen und gesundheitsökonomischen Zusammenhängen bedeutend. Die Ärzteausbildung besteht aus wissenschaftlichen und praktischen Bestandteilen. Qualifikationen, die über die regulären Inhalte der Ärzteausbildung hinausgehen, werden als Zusatzqualifikation beschrieben. Zusatzqualifikationen werden für Ärztinnen und Ärzte häufig als berufsbegleitende Weiterbildung angeboten. Dadurch können sie ihre Karrierechancen verbessern und sich auf ein Thema spezialisieren oder die eigenen Fähigkeiten den Berufserfordernissen anpassen.

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Einer der häufigsten Abschlüsse, die mit einer Zusatzqualifikation im ärztlichen Bereich erworben wird, ist der MBA. Master of Business Administration (MBA)-Programme sind Weiterbildungsplattformen, die Erfahrungswissen bewahren, schnell auf benötigte Informationen zurückgreifen und eine Brücke schließen können, damit es nicht zum Wissensverlust kommt. Weiterbildung im ärztlichen Bereich ist wichtig, da Ärztinnen und Ärzte für andere Menschen Verantwortung übernehmen. Der MBA setzt einen ersten erworbenen Hochschulabschluss und eine Approbation mit Berufserfahrung voraus. Inhaltlich umfassen MBA-Programme einen Lehrplan, der sich aus verschiedenen Managementdisziplinen zusammensetzt. Zu den Managementdisziplinen gehören Themen wie Controlling, Marketing, Organisation, Personalentwicklung, Projektmanagement, Medizinrecht und Unternehmensführung.

Im Weiterbildungsbereich werden zahlreiche Programme mit Zusatzqualifikationen angeboten. Die Weiterbildungsprogramme umfassen Aktivitäten, die der Vertiefung, Erweiterung oder Erneuerung von Wissen und Fähigkeiten dienen. Der Aufbau, die Ausrichtung, die Dauer und die Zulassungsvoraussetzungen sind teilweise sehr unterschiedlich. Einige der MBA-Programme finden im Wochenendstudium, im Blockwochenstudium oder im Fernstudium statt.

MBA-Programme auf Deutsch oder Englisch

Viele MBA-Programme werden komplett auf Deutsch angeboten, einige teilweise oder vollständig auf Englisch. Ein Unterscheidungsmerkmal sind die zu erwerbenden ECTS-Punkte. Je nach Programmumfang werden Punkte auf Modulinhalte vergeben. Kleine MBA-Programme umfassen 60 und größere bis zu 120 ECTS-Punkte. Der zeitliche Umfang zur Absolvierung eines MBA-Programms liegt zwischen zwei und zehn Semestern. Die Gebühren für ein MBA-Programm liegen bei den meisten Programmen zwischen 12 000 Euro und 18 000 Euro. Studieninhalte und Lernmaterialien werden häufig in einer E-Learning-Umgebung angeboten, damit diese orts- und zeitunabhängig genutzt werden können.

Zielgruppe von MBA-Programmen sind vorrangig Personen ohne wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung, die ihre Managementfähigkeiten ausbauen möchten. Zum Ausbau der Fähigkeiten bestehen allgemeine und spezifische MBA-Programme. Spezifische Programme richten sich primär an Ärztinnen und Ärzte aus Kliniken, Praxen oder sonstigen Bereichen des Gesundheitswesens. Allgemeine Programme richten sich zusätzlich an andere Berufsgruppen, wie Pflegewissenschaftler, Medizintechniker und Pharmazeuten.

MBA-Programme fördern die persönliche Karriere und dienen als Ausgangspunkt für den Erwerb von Leitungswissen, können aber auch die Basis für eine unternehmerische Tätigkeit bilden. Leitungswissen stellt sicher, dass eine optimale Behandlungs- und Servicequalität sichergestellt wird und dass Mitarbeiter eingebunden und fortgebildet werden. Neben Kenntnissen zu Versorgungskonzepten sind umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse notwendig, um die Zukunft einer Einrichtung oder einer Praxis zu sichern.

Fortbildungspunkte während des Studiums sammeln

Um den akademischen Grad führen zu können, müssen Prüfungen abgelegt werden. Vorgesehen ist häufig ein Mix aus verschiedenen Leistungen, die zu erbringen sind, zum Beispiel die Anfertigung von Studienarbeiten und Präsentationen, die Teilnahme an Veranstaltungen, Praktika und Auslandsaufenthalte, sowie mündliche und schriftliche Prüfungen.

Die Hochschule Neu-Ulm bietet zum Beispiel ein spezifisches MBA-Programm an, dass berufsbegleitend in vier Semestern absolviert werden kann (www.aerzte-mba.de). Die enge Verzahnung mit der Fakultät für Gesundheitsmanagement gewährleistet den Zugang zu aktuellem Wissen aus Forschung und Lehre. Teilnehmer werden gezielt auf Führungs- und Managementaufgaben im Gesundheitswesen vorbereitet. Das Programm greift das Experten- und Praxiswissen der Teilnehmer auf und bietet neben theoretischen Anteilen eine Verknüpfung von komplexem, standardisiertem und innovativem Wissen an. Durch internationale Kooperationen und ein aktives Alumni-Netzwerk kann das gesammelte Wissen ausgetauscht und praktisch angewendet werden. In der Vergangenheit wurden im Rahmen des Programms Fortbildungspunkte der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer gewährt. Interessierte sollten darauf achten, ein akkreditiertes MBA-Programm auszuwählen. Das hat den Vorteil, dass die Qualität von erbrachten Dienstleistungen durch unabhängige Organe bescheinigt wird und die qualitativen Mindestanforderungen eingehalten werden. Auch sollte darauf geachtet werden, ein Programm auszuwählen, bei dem die Weiterbildung mit Fortbildungspunkten anerkannt wurde.

Mario A. Pfannstiel, M.Sc.,
M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Prof. Dr. Patrick Da-Cruz,
Wissenschaftlicher Leiter des MBA-Programms beim Kompetenzzentrum „Vernetzt Gesundheit“

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